Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Vectoring: Landkreise wollen Glasfaser statt Dobrindts Breitband

Glasfaser ist von der staatlichen Förderung meist ausgeschlossen. Die Landkreise lehnen die Vectoring-Förderung von Bundesverkehrsminister Dobrindt als zu kurzfristig gedacht ab.
/ Achim Sawall
144 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Selten: Telekom-Techniker mit Glasfaserkabel im Keller eines Wohnhauses (Bild: Deutsche Telekom)
Selten: Telekom-Techniker mit Glasfaserkabel im Keller eines Wohnhauses Bild: Deutsche Telekom

Die Landkreise befürchten, dass der Ausbau des Internets durch die Regierung falsch verlaufe. Die tatsächlich benötigten Glasfasernetze wären von der Milliardenförderung des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) häufig ausgeschlossen. "Es wäre kontraproduktiv, wenn sich die Förderung auf solche Projekte konzentrierte, die bis Ende 2018 abgeschlossen sein müssen", sagte Hans-Günther Henneke, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Nachvollziehbar sei, dass die Regierung ihr Ziel einhalten wolle, bis 2018 flächendeckend Internetanschlüsse mit einer Datenübertagungsrate von 50 MBit/s zu bieten. Doch nach den Plänen käme gegenwärtig nur Vectoring in Kupferleitungen zum Zuge. "Was wir in Deutschland brauchen, ist nicht die Ertüchtigung alter Kupfernetze, deren Leistungsfähigkeit absehbar an technologische Grenzen stößt, sondern der Aufbau flächendeckender Glasfasernetze. Nur solche Netze sind geeignet, den Breitbandbedarf der Zukunft zu decken", sagte Hennecke. Landkreise, die sich für Glasfaser entschieden, dürften nicht bestraft werden. Glasfasernetze seien trotz anfangs hoher Kosten wirtschaftlicher. "Vectoring stellt nur eine Brückentechnologie dar, die schon in wenigen Jahren weitere Investitionen erforderlich macht", erklärte Hennecke.

Vectoring: Reise in der Vergangenheit?

Die Telekom setzt auf Vectoring, um den Glasfaserausbau erst später zu beginnen. FTTH-Netzwerke amortisierten sich nach 25 Jahren, sagte Johann Widmer, Project Manager FTTH bei Wisi Communications, einem Systemanbieter für Netzwerke mit weltweit 650 Beschäftigten auf der Branchenmesse Anga Com.

Anlässlich des heute veröffentlichten Rechtsgutachtens der Bundesnetzagentur zum Vectoring-Verfahren erklärte Tabea Rößner(öffnet im neuen Fenster), Sprecherin für Medien und Digitale Infrastruktur der Grünen, dies sei ein Zurück in die Vergangenheit. Für die Telekom hieße das, die schon verlegten Kupferkabel möglichst gewinnbringend weiter zu nutzen, anstatt in neue Netze und hier vor allem in zukunftweisende Glasfaser zu investieren.


Relevante Themen