Vectoring: Landkreise attackieren Telekom wegen Glasfaserausbau

Der Deutsche Landkreistag kritisiert die Richtung des Breitbandausbaus in Deutschland und attackiert deswegen die Deutsche Telekom. "Wir benötigen einen möglichst flächendeckenden Glasfaserausbau. Von daher sehen wir die Stoßrichtung der Telekom kritisch, die auf die Ertüchtigung alter Kupferkabel setzt" , sagte der Präsident des Landkreistages, Landrat Reinhard Sager (CDU), der Frankfurter Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . "Auf lange Sicht wird kein Weg an Glasfaser vorbeiführen. Nur diese Technologie ist langfristig zukunftsfähig."
Die Telekom setzt auf Vectoring, um den Glasfaserausbau erst später zu beginnen. FTTH-Netzwerke amortisierten sich nach 25 Jahren, sagte Johann Widmer, Project Manager FTTH bei Wisi Communications, einem Systemanbieter für Netzwerke mit weltweit 650 Beschäftigten auf der Branchenmesse Anga Com.
"Der bisherige Ausbau des schnellen Glasfasernetzes erfolgt zu langsam und zu fragmentarisch" , erklärte Sager der Zeitung. "Die Menschen und die Unternehmen brauchen leistungsfähige Internetanschlüsse."
Forderungen an die Bundesregierung
Sager stellt sich nach Informationen der Zeitung auch in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gegen die Telekom. Er fordert darin, dass die Bundesregierung sowohl das Zuschussmodell als auch das Betreibermodell für den Breitbandausbau mit der geplanten Milliardenförderung unterstützt. "Diese Bitte richte ich nicht zuletzt deshalb an Sie, weil mir ein Ihnen vermutlich auch bekanntes Papier der Deutschen Telekom vorliegt, in dem Betreibermodelle in unhaltbarer Weise diskreditiert werden" , heißt es in dem Brief laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
"So behauptet die Deutsche Telekom, das Modell der Zuschussförderung greife weniger intensiv in das Markt- und Wettbewerbsgeschehen ein als das Betreibermodell." Diese Behauptung werde nicht begründet und sei falsch. Landkreise investieren laut Sager nur dann in eigene Netze, wenn private Unternehmen dies nicht tun. Damit würden sie die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen Wettbewerb um die Endkunden eröffnen.



