Vectoring: Gekündigte VDSL-Kunden der Telekom werden besser versorgt

Für die zehntausend in Niedersachsen betroffenen Telekom-Kunden ist die Vectoring-Umstellung erst einmal wenig attraktiv, weil sie nur noch 16 MBit/s erhalten. Aber in einem Jahr soll alles gut werden.

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EWE Tel stellt Multifunktionsgehäuse auf.
EWE Tel stellt Multifunktionsgehäuse auf. (Bild: EWE)

EWE hat mit der Deutschen Telekom eine Vereinbarung geschlossen, um gegenseitig VDSL-Leistungen einzukaufen. Das sagte ein Unternehmenssprecher Golem.de. Wer bisher mit VDSL von der Telekom 40 MBit/s erhalte, könne künftig mit Vectoring eine Datenrate von 80 oder 90 MBit/s bekommen, wahlweise von der Telekom oder EWE.

Dieser Vertrag zwischen den beiden Netzbetreibern sei bereits geschlossen und werde schon angewendet. Bis spätestens Mitte Februar 2019 seien die höheren Datenraten verfügbar.

Telekom-Sprecher Stephan Broszio sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir werden den heruntergestuften Kunden ein neues Angebot auf Basis des Vectoring-Ausbaus von EWE machen mit Bandbreiten bis zu 100 MBit/s." Davor sei allerdings neben Mietverträgen eine technische Umstellung nötig. Daher könne die Telekom in der Zwischenzeit statt bis zu 25 beziehungsweise 50 MBit/s nur langsamere Datenraten bis zu 16 MBit/s anbieten.

Telekom: 10.000 VDSL-Anschlüsse betroffen

Broszio: "In Niedersachsen betrifft dies die Kunden von rund 10.000 VDSL-Anschlüssen. Der weitaus größte Teil von ihnen konnte in dem noch laufenden Prozess für eine ADSL- oder ADSL/Hybrid-Lösung gewonnen werden. Sie sind also nicht gekündigt, sondern haben ein neues Vertragsverhältnis."

Vectoring kann in einem Anschlussbereich aus technischen Gründen immer nur ein Netzbetreiber ausbauen. Die Telekom habe 7.200 Nahbereiche gewonnen, knapp 400 die Konkurrenz. Über 200 entfallen davon auf EWE. Die Telekom müsse ihre VDSL-Produkte in diesen Ausbaugebieten einstellen. Sie kaufe stattdessen in den Nahbereichen jeweils Leistungen bei dem Konkurrenten ein.

"Aus vertragsrechtlichen Gründen können wir Kunden nicht einfach umschalten, da sich Änderungen in den Leistungen und Vertragsinhalten ergeben; zum Beispiel gibt es Entertain aktuell nicht im Wholebuy-Portfolio oder die bestehenden Vertragslaufzeiten können nicht übernommen werden," sagte Telekom-Sprecher Broszio. "Diesen Kunden teilen wir die Netzänderung mit, weisen sie auf die Alternativen hin und betonen, dass wir bei keiner Reaktion kündigen müssen."

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