Vdos: Betreiber des größten DDoS-Anbieters in Israel verhaftet

Der Hack eines DDoS-Anbieters zeigt: Die Vermietung von Angriffskapazitäten ist ein einträgliches Geschäft. Ironischerweise versuchen die Anbieter, sich hinter dem DDoS-Schutz Cloudflare zu verstecken. Die Betreiber wurden mittlerweile in Israel festgenommen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die bislang anonymen Betreiber eines DDoS-Dienstes wurden enttarnt - und verhaftet.
Die bislang anonymen Betreiber eines DDoS-Dienstes wurden enttarnt - und verhaftet. (Bild: Carl Court/Getty Images)

Der DDoS-Anbieter Vdos nahm in zwei Jahren offenbar mehr als 600.000 US-Dollar von Kunden ein, wie der Sicherheitsforscher Brian Krebs berichtet. Vdos vermietet gegen Entgelt Angriffskapazitäten für DDoS-Angriffe und gilt als einer der größten Anbieter dieser illegalen Dienstleistung.

Inhalt:
  1. Vdos: Betreiber des größten DDoS-Anbieters in Israel verhaftet
  2. Ein lukratives Geschäft - und vermutlich steuerfrei

Krebs beruft sich in seiner Berichterstattung auf geleakte Dokumente, die ihm von einer Quelle zugesteckt wurden. Die Informationen sollen aus einem Hack von Vdos stammen, Angaben zur Verifikation macht Krebs nicht. Hinter dem Dienst sollen zwei junge Männer aus Israel stehen, einige Komplizen seien aber auch in den USA beheimatet.

Die Webseite Themarker.com [hebräisch] berichtet unterdessen, dass die beiden mutmaßlichen Betreiber der Webseite, jeweils 18 Jahre alt und israelische Staatsbürger, festgenommen wurden, nach einer Zahlung von jeweils 10.000 US-Dollar Kaution jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Die Männer geben an, nur legale Dienste für Stresstests anzubieten.

Der Dienst wird als Abomodell angeboten, es gibt verschiedene Stufen, je nachdem, wie lange der Angriff dauern soll. Das günstigste Paket kostet rund 20 US-Dollar pro Monat, das teuerste 200. Die Unterlagen sollen zeigen, dass allein zwischen April und Juli 2016 mehr als 277 Millionen Sekunden lang Angriffe durchgeführt wurden. Das entspricht rund 8,81 Jahren an Angriffszeit.

Schritt 1: Hack von PoodleStresser

Stellenmarkt
  1. Sales Consultant (m/w/d)
    M-net Telekommunikations GmbH, München, Augsburg
  2. IT-Administrator (m/w/d) 2nd Level
    Tönnies Business Solutions GmbH, Rheda-Wiedenbrück
Detailsuche

Krebs' Quelle hat die Informationen nach eigenen Angaben über einen Hack der Infrastruktur erlangt. Zunächst konnte die Quelle über eine Sicherheitslücke Konfigurationsdateien des Dienstes PoodleStresser herunterladen und fand heraus, dass der Dienst die Infrastruktur von Vdos nutzt. Trotz des Namens des Dienstes gibt es keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Poodle-Sicherheitslücke.

Eine weitere, nicht näher bezeichnete Sicherheitslücke bei Vdos selbst soll dann den Zugriff auf die Dokumente ermöglicht haben. Vdos tarnt seine Infrastruktur durch die Verwendung des Anti-DDoS-Dienstes Cloudflare. Ironisch, aber ein bekanntes Problem. Aber auch die Anonymisierung von IP-Adressen durch Cloudflare ist nicht perfekt, so dass schließlich die Identifikation der Quelle, ein bulgarischer Hoster, möglich wurde.

Support-Tickets

Die geleakte Datenbank zeigt zahlreiche Support-Tickets von Kunden, die gerne Angriffe gegen Ziele in Israel durchführen wollen - was aber nicht gelingt. Offenbar haben die Gründer den gesamten IP-Raum des Landes für Angriffe gesperrt - ob aus patriotischen Gründen oder um der Strafverfolgung zu entgehen, ist nicht bekannt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Ein lukratives Geschäft - und vermutlich steuerfrei 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Screenshots zeigen neue Oberfläche
Windows 11 geleakt

Durch einen Leak der ISO von Microsofts Betriebssystem Windows 11 sind Details der Benutzeroberfläche inklusive des Startmenüs bekannt geworden.

Screenshots zeigen neue Oberfläche: Windows 11 geleakt
Artikel
  1. Suchmaschinen: Huawei könnte bei Google-Konkurrent Qwant einsteigen
    Suchmaschinen
    Huawei könnte bei Google-Konkurrent Qwant einsteigen

    Die französische Suchmaschine Qwant macht weiterhin mehr Verluste als Umsatz. Das Geld von Huawei kann sie daher dringend gebrauchen.

  2. Mikromobilität: Im Rhein liegen Hunderte E-Scooter
    Mikromobilität
    Im Rhein liegen Hunderte E-Scooter

    Sie aus dem Wasser holen zu lassen ist zumindest einem Vermieter der E-Scooter zu teuer.

  3. Elon Musk: Tesla-Chef verkauft sein letztes Haus in Kalifornien
    Elon Musk
    Tesla-Chef verkauft sein letztes Haus in Kalifornien

    Seit Mitte 2020 trennt sich Elon Musk nach und nach von seinen Immobilien. Nun verkauft er sein letztes Anwesen - eine Villa in Kalifornien.

sfe (Golem.de) 13. Sep 2016

Bevor das hier noch weiter abrutscht: closed. Sebastian Fels (golem.de)

AlexanderSchäfer 12. Sep 2016

Laut Krebs hat der DDOS-Schutz-Anbieter BackConnect sich BGP-Hijacking bedient um an...


Folgen Sie uns
       


  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Crucial MX500 500GB 48,99€ • Amazon-Geräte günstiger • WD Black SN850 500GB PCIe 4.0 89€ • Apple iPhone 12 mini 64GB Rot 589€ • Far Cry 6 + Steelbook PS5 69,99€ • E3-Aktion: Xbox-Spiele bei MM günstiger • Amazon Music Ultd. 6 Mon. gratis bei Kauf eines Echo Dot (4. Gen.) [Werbung]
    •  /