Wegen Vault-7-Leak: Gericht verurteilt CIA-Programmierer

Ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter soll interne Unterlagen an Wikileaks weitergegeben haben. Ihn erwarten weitere Prozesse.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Lobby des CIA-Hauptquartiers in Langley, Virginia
Lobby des CIA-Hauptquartiers in Langley, Virginia (Bild: SAUL LOEB/AFP via Getty Images)

Ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA ist wegen Weitergabe geheimer Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks verurteilt worden. Eine Geschworenenjury an einem Bundesgericht im US-Bundesstaat New York befand ihn am Mittwoch (Ortszeit) in allen neun Anklagepunkten für schuldig, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Ihm drohen nun bis zu 80 Jahre Haft.

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Im März 2017 hatte Wikileaks mit dem sogenannten Vault-7-Leak Tausende Seiten von vertraulichen Dokumenten veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass die CIA eine eigene Hackertruppe aufgebaut hatte, um durch Schwachstellen unter anderem in Smartphones, Computern und Fernsehgeräten Verdächtige gezielt auszuspähen.

Der zuständige Staatsanwalt, Damian Williams, sagte, der Angeklagte habe gewusst, dass das Leak die CIA-Instrumente "im Wesentlichen unbrauchbar mache, was sich verheerend auf unsere Geheimdienstgemeinschaft auswirke, da es denjenigen, die uns schaden wollen, wichtige Informationen liefere".

Etliche Verfahren gegen ehemaligen CIA-Angestellten

Bei einer großangelegten Fahndungsaktion stießen Ermittler laut Justizministerium auf den Mann, der bis 2016 als Softwareingenieur bei der CIA an der Entwicklung von Spionageprogrammen gearbeitet hatte. Er wurde 2018 unter anderem wegen illegaler Beschaffung von Informationen über die nationale Verteidigung und deren unrechtmäßige Weitergabe angeklagt.

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Im Jahr 2020 endete ein Gerichtsverfahren gegen den Mann in einem Schuldspruch wegen Missachtung des Gerichts und Falschaussage gegenüber der Bundespolizei FBI, wie die Washington Post berichtete. In acht weiteren, schwerwiegenderen Anklagepunkten hätten sich die Geschworenen nicht einigen können. Es sei daraufhin zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens gekommen.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft gab der Programmierer die Unterlagen aus Unmut darüber weiter, dass die CIA seine Beschwerden über die Arbeitsbedingungen ignoriert hatte. Dieser sah sich hingegen als Sündenbock und gab vor Gericht an, es gebe kein Motiv, wie die Zeitung weiter schrieb.

In einem noch nicht abgeschlossenen Prozess wird dem 33-Jährigen laut der Washington Post zudem Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Im Rahmen einer Durchsuchung sollen Ermittler entsprechende Dateien auf seinem Computer entdeckt haben. Er hat auf nicht schuldig plädiert.

Im vergangenen Jahr beschwerte sich der Angeklagte, der seit 2018 im Gefängnis sitzt, dass er Opfer einer grausamen und ungewöhnlichen Bestrafung sei, da er in Einzelhaft in einer von Ungeziefer verseuchten Zelle einer Gefängnisabteilung, in der Insassen wie "Tiere im Käfig" behandelt würden, auf die beiden Prozesse warte.

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