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Vattenfall Eurofiber: Glasfaser in Fernwärmekanälen für das Land Berlin kommt

Die Gigabit-Strategie der Stadt Berlin nimmt Gestalt an: Vattenfall Eurofiber setzt dafür auf eine ungewöhnliche Art, Glasfaser zu verlegen.
/ Achim Sawall
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Jan Timmermann, Vice President Strategy & Business Development von Vattenfall Wärme Berlin, Marco Sick, CEO von Vattenfall Eurofiber, Alf Aleithe, Geschäftsführer der Berlinovo, Eric Kuisch, COO von Eurofiber. (Bild: Eurofiber)
Jan Timmermann, Vice President Strategy & Business Development von Vattenfall Wärme Berlin, Marco Sick, CEO von Vattenfall Eurofiber, Alf Aleithe, Geschäftsführer der Berlinovo, Eric Kuisch, COO von Eurofiber. Bild: Eurofiber

Vattenfall Eurofiber und das Land Berlin werden Anfang Oktober eine Absichtserklärung zum Beitrag des Unternehmens zur Gigabit-Strategie der Stadt unterzeichnen. Das gab Vattenfall Eurofiber , ein Gemeinschaftsunternehmen des schwedischen Energieunternehmens Vattenfall und des niederländisch-belgischen Glasfasernetzbetreibers Eurofiber, am 28. September 2021 bekannt. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, in den kommenden Jahren bis Ende 2026 in Berlin 500.000 Haushalte mit FTTH/B zu versorgen.

Glasfaser durch die Fernwärmetunnel unter der Stadt

Mit moderner Technologie verlegt Vattenfall Eurofiber die Glasfaser größtenteils über vorhandene Fernwärmekanäle, wobei deutlich weniger Tiefbauarbeiten entstehen. Wie Golem.de aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr, hat der Energieversorger Vattenfall für sein Fernwärmesystem 800 bis 900 Kilometer lange Tunnelsysteme in Ost und West unter der Stadt, wo die Glasfaser verlegt wird. Die Tunnel sind nicht unkompliziert für den Ausbau: Alle hundert Meter gibt es 90-Grad-Bögen, und die Gänge sind nicht groß genug, dass ein Mensch darin arbeiten kann. Geplant sei, die Glasfaser Open Access anderen Betreibern anzubieten. Eine eigene Marke für Endkunden plant Vattenfall Eurofiber deswegen nicht.

Vattenfall Eurofiber hatte in der vergangenen Woche den Start für den Bau seines Glasfasernetzes zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlinovo in Berlin Wasserstadt Spandau bekanntgegeben.

Glasfaser bis ins Haus ist in Berlin noch kaum verfügbar. In einem Glasfaser-Ranking vom Juni 2020 ist Berlin nur zu 5 Prozent mit FTTH versorgt. Nach einer parlamentarischen Anfrage der FDP haben 7,2 Prozent der Haushalte in Berlin einen Glasfaseranschluss. Die Deutsche Telekom hatte im März 2021 erklärt, eine Million FTTH-Anschlüsse in Berlin zu errichten. Die ersten 600.000 Anschlüsse will der Netzbetreiber nach eigenen Angaben bis Ende 2025 fertigstellen, insgesamt sollen es in den nächsten gut sechs Jahren eine Million werden.


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