VATM: Überbauen durch die Telekom "verhindert Ausbau komplett"
Der Branchenverband VATM sieht großen Schaden durch das gezielte Überbauen von Glasfasernetzen der alternativen Netzbetreiber durch die Deutsche Telekom. "Kommunale Unternehmen wie auch große Infrastrukturfonds sehen ihre Investitionspläne gefährdet, wenn der punktuelle strategische Überbau besonders lukrativer Ortsteile durch die Telekom nicht beendet wird" , sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner am 6. Februar 2023(öffnet im neuen Fenster) . Schon die bloße Drohung mit strategischem Überbau ermögliche es der Telekom, Wettbewerber zu verdrängen und von einem flächendeckenden Ausbau abzuhalten.
Im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres verstärkte die Telekom diesen Kurs massiv. Das Infrastrukturziel der Bundesregierung – flächendeckende Glasfasernetze bis 2030 – sei auf diese Weise nicht zu erreichen, weil so die Investitionssicherheit für alternative Anbieter fehle. "Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten und auch flächendeckend so weit wie möglich ausbauen. Wenn dann von der Telekom die lukrativen Gebiete herausgepickt werden, wird die Kalkulation für einen flächendeckenden Ausbau in aller Regel zerstört" , meinte Grützner.
In vielen Fällen würde sich der Investor dann zurückziehen, schlimmstenfalls anschließend auch die Telekom – und der Ort stehe ganz ohne Ausbau da.
"Wenn die Telekom diesen Ausbau nicht unverzüglich stoppt, brauchen wir wie bei Gas, Strom und Wasser auch klare andere Regeln im Telekommunikationsmarkt und ein Eingreifen des Regulierers, um erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden abzuwenden" , sagte Grützner.
In einem Schreiben des Bundesverbandes Glasfaseranschluss (Buglas) an Digitalminister Volker Wissing (FDP) heißt es: "Aktuell beobachten wir Überbauaktivitäten in Köln, bei Augsburg, in München, aber auch in zahlreichen anderen Gegenden Deutschlands" . Die Hälfte der Buglas-Unternehmen , die Glasfaser ausbauen, sei davon betroffen.
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