VATM: Telekom könnte bestehende Gigabit-Netze überbauen

VATM-Präsident Martin Witt traut der Telekom nichts Gutes zu.

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Martin Witt, Präsident des VATM
Martin Witt, Präsident des VATM (Bild: VATM)

Die Deutsche Telekom mache ihre Bereitschaft, von Vectoring abzulassen und mehr in echte Glasfaser zu investieren, von Begünstigungen bei der TKG-Novelle und Regulierung abhängig. Das sagte Martin Witt, Präsident des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) am 6. Oktober 2020 bei der Vorstellung der neuen TK-Marktstudie. Stattdessen knüpfe die Telekom den FTTH-Ausbau an weiteren Preiserhöhungen auf den "alten abgeschriebenen Kupfernetzen". Witt: "Dies ermöglicht ihr strategisch niedrige eigene Endkundenpreise auf Kupfer oder gar den quersubventionierten Überbau von bestehenden Gigabit-Netzen."

Weiter sagte der Manager: "Starker Wettbewerb und eigenwirtschaftlicher Ausbau drohen durch falsche Förderung und einseitige Unterstützung der Telekom aufs Spiel gesetzt zu werden".

"Überwiegend alternative Glasfaserinfrastruktur" nötig

Die positiven Ergebnisse der Marktstudie beim Breitbandausbau in Deutschland dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Telekom-Konkurrenten weiterhin solange stark auf den Zugang zu den Netzen der Telekom angewiesen sein würden, bis überwiegend alternative Glasfaserinfrastruktur zur Verfügung stehe, sagte Witt. Ein Regulierungsabbau der Bundesnetzagentur von bislang 20 auf 145 Orte beim Bitstrom-Zugang der Telekom verhindere die bundesweit erforderlichen Angebote für die Wirtschaft. "Hier muss dringend ein Umdenken in der Regulierung erfolgen und ein Migrationskonzept von Kupfer auf FTTB/H für Deutschland gefunden werden, das allen Unternehmen - einschließlich der Telekom - Planungssicherheit bietet", erklärte Witt. Er ist Vorstand der United-Internet-Tochter 1&1 Telecommunication ist, sprach hier aber für den VATM.

Grundsätzlich sei Regulierungsabbau, wo der Wettbewerb es zulasse, ein richtiges Ziel. "Es müssen aber auch alle Beteiligten erwachsen damit umgehen. Das scheint noch nicht der Fall zu sein", sagte der VATM-Präsident.

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