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VATM-Präsident: Telekom ist "aggressiv im Glasfaserausbau aktiv"

Die Konkurrenten der Telekom sehen die Offensive des Marktführers bei FTTH mit Sorge.
/ Achim Sawall
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VATM-Präsident David Zimmer spricht. (Bild: VATM & atene KOM/Florian Schuh)
VATM-Präsident David Zimmer spricht. Bild: VATM & atene KOM/Florian Schuh

Die Deutsche Telekom "ist aggressiv im Glasfaserausbau aktiv". Das sagte VATM-Präsident David Zimmer am 26. Oktober 2022 bei der Vorstellung einer Marktstudie durch den Wettbewerberverband der Telekom. "Glasfaser wird zunehmend als attraktiver Markt wahrgenommen in den letzten zwei Jahren." Deutschland sei inzwischen auf Platz drei beim Ausbau neuer Anschlüsse, betonte Zimmer.

Die Telekom lehne eine Regulierung bei Glasfaser ab, weil dies ein neuer Markt sei, "da sind wir gar nicht marktbeherrschend, doch wer Kundenkontakte hat, ist marktbeherrschend", meinte Zimmer. Die Konkurrenten der Telekom wollen seit Langem verhindern, dass die Telekom ihre vorhandenen VDSL-Kunden durch den Ausbau einfach in zahlende Glasfasernutzer umwandelt.

Denkbar sei, dass die Telekom ihre Kunden anschreibe und ihnen Glasfaser für nur 5 Euro oder 10 Euro mehr im Monat anbiete. Damit wäre eine deutlich bessere Technologie für fast das gleiche Geld verfügbar. Dann habe die Telekom sofort wieder den höchsten Marktanteil auch bei FTTH (Fiber To The Home), wie Benedikt Kind, Leiter Regulierungsverfahren und Recht beim Breko, im August 2018 erklärte.

Verband kritisiert Förderverfahren

Von großer Bedeutung für den erfolgreichen Glasfaserausbau ist aus Sicht des VATM, dass die ab 2023 in Kraft tretende Förderung den schnellen eigenwirtschaftlichen Ausbau nicht durch unnötig ausgelöste Förderverfahren behindert. "Der Wettbewerb ist der Treiber."

Wichtiger als immer mehr Förderung sei der eigenwirtschaftliche Ausbau, betonte Zimmer. Den gelte es zu vereinfachen. "Es gibt immer noch keine DIN-Norm für mindertiefe Verlegung", kritisierte er. Es müsse Schluss damit sein, dass Kommunen in drei Jahren geförderten Ausbau beantragten, wenn in drei oder vier Jahren privatwirtschaftlicher geplant sei. Genehmigungsverfahren dauerten immer noch deutlich zu lange. Teils seien bis zu 30 Genehmigungen erforderlich.

Förderung solle prioritär dort eingesetzt werden, wo immer noch vielfach keine 100-MBit/s-Versorgung gegeben sei, forderte Zimmer. Schieflagen drohten auch bei der Ausgestaltung der Universaldienstverpflichtung. "Es kann wohl kaum das Ziel sein, Neubaugebiete mit 10 MBit/s statt mit Gigabit – sei es per Förderung – zu erschließen." Bei bisher von der Bundesnetzagentur hierzu gefassten Beschlüssen gehe es sich um solche Neubaugebiete.


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