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Vatikan: KI-Verdacht bei Enzyklika von Papst Leo XIV.

Untersuchungen der neuen Enzyklika von Papst Leo XIV. zeigen Hinweise auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
/ Nils Matthiesen
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KI-Verdacht bei neuer Enzyklika von Papst Leo XIV (Bild: Alberto PIZZOLI / AFP via Getty Images)
KI-Verdacht bei neuer Enzyklika von Papst Leo XIV Bild: Alberto PIZZOLI / AFP via Getty Images

Die neue Enzyklika von Papst Leo XIV. über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Menschheit erregt weiterhin Diskussionen. In dem Dokument Magnifica Humanitas(öffnet im neuen Fenster) warnt der Papst vor den Risiken unkontrollierter KI und fordert, die Technologie müsse der Menschenwürde dienen. Nun legt eine Untersuchung nahe, dass Teile des Rundschreibens selbst mit KI-Unterstützung verfasst wurden. Denn wie ein Beitrag im Forum Lesswrong(öffnet im neuen Fenster) zeigt, weisen bestimmte Abschnitte des Dokuments Elemente auf, die auf eine maschinelle Generierung hindeuten.

Die Untersuchung stufte einzelne Absätze mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 bis 100 Prozent als KI-generiert ein. An der Analyse waren neben Linch Zhang auch weitere Personen wie ein Nutzer namens "the Axolotl" beteiligt, die Hinweise im englischen Original entdeckten, während ein Twitter-Nutzer namens "kartr" die italienische Version untersuchte.

Nutzte der Papst Claude?

Das Dokument soll bekannte sprachliche Muster enthalten, die typisch für KI-Texte sind. Die Autoren stellten etwa fest, dass im Vergleich zu früheren Enzykliken das Wort "genuinely" auffallend häufig vorkommt. Diese Formulierung tritt besonders oft in Texten auf, die mit dem Modell Claude von Anthropic erstellt wurden. Zhang gibt jedoch selbst zu, dass seine primären Gründe für die Annahme einer Claude-Autorschaft subjektiv und schwer nachvollziehbar sind.

Eine weitere Analyse des Dokuments, bei der der Text kapitelweise durch Pangram(öffnet im neuen Fenster) geprüft wurde, ergab für das gesamte erste Kapitel einen KI-Wert von 62 Prozent. Eine Stichprobe des US-Mediums The Verge(öffnet im neuen Fenster) mit rund 2.000 Wörtern des Dokuments schätzte den KI-Anteil auf 46 Prozent.

Detektoren in der Kritik

Andere Teile der Enzyklika stufen die Tools dagegen als menschliche Arbeit ein. Einige Abschnitte liegen laut Pangram bei nahezu null Prozent KI-Wahrscheinlichkeit. Zum Vergleich wurden die ersten 20 Absätze der vergangenen vier Enzykliken mit dem Tool getestet. Diese erzielten eine hundertprozentige Bewertung als von Menschen verfasste Texte. Auch das Transkript einer Rede von Papst Leo XIV. stufte der Detektor als vollständig menschlich ein.

Dazu muss man wissen: KI-Detektoren gelten in der Fachwelt als fehleranfällig. Unterschiedliche Programme liefern oft abweichende Ergebnisse, und eine absolute Garantie für die Korrektheit gibt es trotz Übereinstimmungen nicht. Pangram selbst gab im März 2025 dagegen an, dass die Rate falscher positiver Ergebnisse bei etwa 1 zu 10.000 liegt. Die Lesswrong-Analyse weist jedoch auf eine nicht näher benannte Studie hin, bei der bei minimalen KI-Überarbeitungen durch Llama-2-7B falsche Positiv-Raten von bis zu 43 Prozent gefunden wurden.

Die zentrale Behauptung ist daher bisher weder bewiesen noch widerlegt. In der Lesswrong-Diskussion gibt es Skepsis, ob es sich um eine KI-Verfasserschaft oder lediglich um eine KI-gestützte Übersetzung handelt. Der Vatikan reagierte bislang nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.


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