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Vanmoof A5 im Test: Das Rad ist schnell, nur das Laden dauert

Ein Rad, das sich vor allem in der Stadt wohlfühlt: Das Vanmoof A5 ist wendig und fährt weit. Nur am Berg und beim Laden ist Geduld gefragt.
/ Martin Wolf
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Das Vanmoof A5 in seiner natürlichen Umgebung (Bild: Nina Völkel / Golem.de)
Das Vanmoof A5 in seiner natürlichen Umgebung Bild: Nina Völkel / Golem.de

Es ist eine Weile her, dass wir das letzte Mal ein Modell (G+) des niederländischen Pedelec-Herstellers gefahren sind. Wir mochten das Fahrgefühl, die smarten Funktionen – und ganz besonders die Boost-Taste, die uns bei Bedarf einen kräftigen Schub verpasste. Wir hatten jedoch auch Kritikpunkte. Daher waren wir gespannt, ob die neuen Modelle Verbesserungen haben, ohne den Charakter der unverwechselbaren Räder zu ändern.

Wir testeten das Vanmoof A5 mit dem abgesenkten Oberrohr, dessen Stärken in seiner Kompaktheit und Wendigkeit im Stadtverkehr liegen sollten. Beide Punkte sehen wir klar als erfüllt an, so viel sei hier schon verraten.

Der Hersteller hat ein deutschlandweites Händlernetz – mit einer Lücke in der Mitte und im äußersten Nordosten -, bei dem Probefahrten und der Kauf vor Ort möglich sind. Damit setzt sich Vanmoof von den neueren Pedelec-Start-ups wie Lemmo ab, die oftmals noch keinen Service vor Ort bieten können.

Wir holten unser A5 in Berlin-Mitte ab, bekamen einen frischen Kaffee und einen Stoffbeutel mit Zubehör in die Hand gedrückt – und gute Fahrt gewünscht.

Gleich auf den ersten Metern merken wir, dass sich das Rad in der Stadt wohlfühlt. Es hat einen angenehm breiten Lenker, wirkt agil, und der Frontmotor unterstützt mit bis zu 68 Nm kräftig, ohne unangenehm zu ziehen.

Die Scheibenbremsen sind gut dosierbar. Dass es, anders als bei den Vorgängern, kein Display gibt, störte uns nicht. Die stattdessen verbauten LED-Ringe geben über die aktive Stufe und den Ladestand Auskunft. Wer es genauer wissen will, kann sein Smartphone in die fest verbaute SP-Connect-Halterung(öffnet im neuen Fenster) klicken und in der App die Geschwindigkeit, Position und weitere Fahrdaten einsehen. Auch ein USB-C-Ladeanschluss ist am Lenker wettersicher verbaut.

Vanmoof A5 -Fazit
Vanmoof A5 -Fazit (01:46)

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In Daumenreichweite sind vier Knöpfe: rechts Boost und Unterstützungswahl, links Klingel und Lichthupe. Letztere finden wir eine sehr gute Idee, denn oft ist ein visuelles Signal besser, um im Stadtverkehr auf sich aufmerksam zu machen. Die Klingel mit ihren drei wählbaren Tönen ist dank des im Mittelrohr verbauten Lautsprechers aber auch schön laut.

Der Lautsprecher dient außerdem als Alarmanlage sowie zur akustischen Kommunikation mit uns: Ein Klicken bestätigt die Wahl der Unterstützungsstufe, ein Summen gibt den Start des Ladevorgangs an, nach einem Update der Pedelec-Software ertönt ein Feuerwerksgeräusch samt Konfetti-Glitter-Sound.

Bevor wir aber näher auf die digitalen Aspekte des A5 eingehen, noch ein paar Worte zum Fahren.

Schnelle Fahrt und langsames Laden

Hier hat sich seit unserem vergangenen Test einiges Positives getan. Statt der vier Gänge des S3 sind es nur noch drei, die bei uns sehr zuverlässig automatisch einklickten. Die Sturmey-Archer-Nabenschaltung ist viel treffsicherer geworden. Einen Schreckmoment beim Gangwechsel oder ein für eine Nabenschaltung typisches kurzes Durchdrehen der Kurbel gab es während der Testfahrten nie.

Am Berg mag es beim Anfahren dazu kommen, dass man die Schaltung lieber später in den höheren Gang wechseln lassen würde. Dafür gibt es in der App Profile, die das Schaltverhalten justieren lassen. Eine Möglichkeit, am Rad selbst den Gang zu wechseln, gibt es nicht. Wir vermissten sie im flachen Berlin nicht, aber könnten uns vorstellen, dass das A5 bei Bergtouren eher nicht die erste Wahl sein dürfte. Der verbaute Drehmomentsensor fiel uns zunächst wegen der gut funktionierenden Automatikschaltung überhaupt nicht auf, was für eine gute Abstimmung spricht.

Vier Stufen für flotte Farhrt

Das A5 hat vier Unterstützungsstufen, mit denen man je nach Fahrweise zwischen 55 und 140 km weit kommt. Wir schafften trotz starkem Gegenwind und häufigem Boost mit starker Unterstützung knapp 60 km bei normalen Temperaturen und überwiegend gerader und glatter Strecke. Der Boost bringt uns mit 28 km/h gefährlich nah an die Grenze des Erlaubten (G+).

Schade finden wir, dass man die Stufen nur in eine Richtung schalten kann. Der Knopfdruck am Lenker erhöht jedes Mal die Kraft, die der Motor hinzugibt, bis er bei null ankommt und wieder von vorn beginnt. Hat man sich verdrückt, folgt ein mehrfaches Geklicke, bis man dort angelangt ist, wo man hin wollte. Das hat Konkurrent Lemmo eleganter gelöst: Ein zweifacher Druck auf die Taste ändert den Modus nach unten. Vielleicht lässt sich das aber noch durch ein Firmwareupdate verbessern?

Womit wir bei der App angelangt sind.

Sie ist nötig, um die erwähnten Einstellungen des Schaltverhaltens sowie Updates zu übernehmen, kann aber auch Beleuchtung, Klingelton und Unterstützungsstufe ändern. Außerdem bietet sie Statistiken zu Fahrten und entsperrt das Kick-Lock.

Das praktische Fahrradschloss am Hinterrad besteht aus einem Bolzen, der mit einem leichten Tritt eingerastet wird und ein Wegfahren des Rades verhindert. Abstellen lässt sich das A5 mit dem robusten Fahrradständer, der zur Standardausstattung gehört. Wir hätten uns aber auch noch eine Gepäckbefestigung gewünscht.

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Während unseres Testzeitraumes installierten wir zwei Updates per App, was das Fahrrad und unser Telefon jedes Mal circa 20 Minuten blockierte. Ebenfalls recht lang ist die Ladedauer: Bis zu sechseinhalb Stunden können vergehen, bis das kompakte und leichte Netzteil das Rad aufgeladen hat.

Innerhalb von etwas mehr als zwei Stunden kamen wir aber schon auf eine halbe Akkuladung. Der Anschluss für das Netzteil ist sinnvoll unter dem Sattel angebracht, was schmutzige Hände verhindern sollte. Der Akku ist nicht entnehmbar, was beim Gewicht des Rades von 22 Kilogramm bedacht werden sollte.

Lieber nicht ohne Strom

Als Fahrrad fährt sich das A5 demzufolge recht schwergängig. Wir mussten das jedoch nur einmal ertragen, als wir ausprobierten, was passiert, wenn der Akku komplett leer ist. Einer der Hauptkritikpunkte unseres Tests des S3 war nämlich, dass das Pedelec mit leerem Akku das Licht, die Klingel und die Gangschaltung deaktivierte.

Beim A5 bleibt die Gangschaltung hingegen im mittleren Gang, Licht und Klingel funktionieren weiterhin.

Das erweiterte Servicenetz für Verkauf und Reparaturen hatten wir bereits erwähnt, aber Vanmoof legt auch einiges an Werkzeug und Zubehör bei: So finden sich neben Schlüsseln für die Sicherheitsschrauben am Rad sogar eine Fußluftpumpe sowie ein Ölfläschchen im Zubehör – obwohl die Kette eigentlich gut geschützt in einer Kunststoffumhüllung steckt.

Den Lenker konnten wir dank der mitgelieferten Abstandsringe leicht nach oben justieren, für alle am Rad nötigen Anpassungen gibt es beim Hersteller aufschlussreiche Videoanleitungen. Bei ernsten Problemen hingegen wird einem die nächste Fahrradwerkstatt aufgrund der proprietären Bauweise der Pedelecs kaum helfen können.

Verfügbarkeit und Fazit

Verfügbarkeit

Das Vanmoof A5 ist wie das größere Modell S5 beim Hersteller direkt ab 3.000 Euro erhältlich(öffnet im neuen Fenster) . Die Auswahl an Zubehör ist reichlich(öffnet im neuen Fenster) .

Fazit

Das A5 erfüllt sein Werbeversprechen: Es ist ein wendiges, flinkes Pedelec für die Stadt. Wir waren dank Boost-Taste und gut funktionierender Automatikschaltung gern mit dem Vanmoof unterwegs. Seine Reichweite ist für die Stadt absolut angemessen, als reines Fahrrad würden wir das A5 eher nicht fahren.

Die smarten Funktionen der App für Android und iOS sind sinnvoll und ansprechend präsentiert. Vom Schloss über die Alarmanlage bis zu den wechselbaren Klingeln und der justierbaren Gangschaltung ist alles dabei, was man benötigen könnte. Neu hinzugekommene Funktionen wie die Lichthupe sind mehr als nur Spielerei.

Der Lieferumfang ist StVZO-konform und in puncto Zubehör reichhaltig, auch wenn wir eine Gepäckbefestigung in der Standardausstattung vermissen.

Spezifikationen Vanmoof A5
Fahrergröße/max. Gewicht 155-200 cm/120 kg
Reifen 24 Zoll
Motorleistung Frontmotor, 250 W
Akkukapazität 464 Wh, fest verbaut
Ladezeit ca. 6,5 Stunden
Reichweite laut Hersteller 55-140 km
Reichweite gemessen (Gegenwind, hohe Unterstützung, ebene Strecke) über 60 km
Gewicht 22 kg
Bremsen hydraulische Scheibenbremsen
Schaltung/Kette Automatik 3-Gang Sturmey Archer
Material Rahmen Aluminium
Lieferumfang StVZO-konform ja
Preis 3000 Euro

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Unsere Kritikpunkte sind daher überschaubar: Die Firmwareupdates und das Laden dauern etwas lang, das Schalten der Unterstützungsstufen am Lenker kann nur in eine Richtung erfolgen, und der Akku ist nicht entnehmbar.

Am Ende sollte wie immer eine Probefahrt den Ausschlag für die Kaufentscheidung geben. Dank des erweiterten Händler- und Servicenetzes von Vanmoof ist das in den meisten Gegenden Deutschlands in der nächsten großen Stadt möglich. Und vielleicht fährt man dann ja zurück schon mit dem Pedelec.


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