Valve: Die Steam Machine muss kein Bestseller werden
Im ersten Moment wirkt der Preis wie ein schlechter Scherz. Mindestens 1.040 Euro für einen Wohnzimmer-PC namens Steam Machine? Gegenüber Playstation 5, Xbox Series X und Switch 2 wirkt Valves neuer Rechner auf den ersten Blick ziemlich teuer.
In einigen Foren und sozialen Netzwerken gilt die Steam Machine deshalb bereits als "Dead on Arrival". Doch ein Blick auf die verbaute Hardware zeigt, dass das zu kurz greift. Wer heute einen vergleichbaren Gaming-PC zusammenstellt, landet leider rasch im vierstelligen Bereich.
Die Komponenten kosten Geld, hinzu kommen Entwicklung, Produktion, Logistik und Support. Die Gewinnspanne dürfte kleiner ausfallen, als manche Kritiker vermuten. Allzu viele neue Yachten wird Valve-Chef Gabe Newell trotz des Preises jedenfalls nicht finanzieren können.
SteamOS und der Platz neben dem TV
Genau deshalb dürfte Valve die Verkaufszahlen der Steam Machine eher gelassen betrachten. Denn die wichtigeren Produkte heißen Steam und SteamOS. Seit Jahren arbeitet das Unternehmen daran, sich unabhängiger von Windows zu machen. Das Steam Deck war ein wichtiger Zwischenschritt, nun folgte die Fortsetzung im Wohnzimmer.
Die Steam Machine ist vor allem ein Referenzprodukt. Andere Hersteller und Entwickler können sich anschauen, wie ein solches Gerät aussehen könnte. Sie motiviert Entwickler zur Optimierung ihrer Spiele und macht Hardwarepartnern deutlich, dass es jenseits von Windows einen Markt gibt.
Wenn in einigen Jahren Dutzende Hersteller SteamOS-Geräte für Wohnzimmer, Handhelds oder klassische PCs anbieten, wird kaum noch jemand danach fragen, wie viele Steam Machines Valve selbst abgesetzt hat.
Der Erfolg der Steam Machine wird nicht daran gemessen, wie viele Kartons das Unternehmen verschickt. Entscheidend ist vielmehr, dass langfristig mehr Menschen im Steam-Ökosystem landen.
Vielleicht ist die Steam Machine deshalb gar kein Angriff auf Playstation oder Xbox. Der eigentliche Endgegner, den Valve hier ins Visier nimmt, heißt Windows.
IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)