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Valve: Das Steam Deck erinnert mich an den Steam Controller

Beim Steam Deck denke ich an meinen Steam Controller – und wie unhandlich und unpraktisch er ist. Hoffentlich macht es Valve hier besser.
/ Oliver Nickel
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Der Steam Controller ist einfach kein gutes Eingabegerät. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Der Steam Controller ist einfach kein gutes Eingabegerät. Bild: Oliver Nickel/Golem.de

Als Valve die eigene Handheld-Konsole Steam Deck vorgestellt hat, musste ich direkt an den Steam Controller denken – einen unhandlichen, unergonomischen Klotz aus dünnem Plastik mit großen Trackpads statt Analogsticks. Schnell wurde wohl auch Valve klar, dass dieses Konzept nicht funktioniert, und der Controller wurde nach wenigen Jahren wieder vom Markt genommen.

Zu Recht, denn die Trackpads sind weder besonders präzise noch ein wirklicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Analogsticks. Nun versucht es Valve erneut und zeigt im Trailer des Steam Deck Flickshots und präzise Bewegungen. Das alles klingt für mich – als Besitzer des schrecklich schlechten Steam Controllers – nicht glaubwürdig.

Die Ergonomie des Steam Deck sollte auf jeden Fall stimmen. Die Trackpads sind für mich aber ein erstes schlechtes Zeichen. Zumindest können sie eventuell in einigen Strategiespielen hilfreich sein. Was zudem ein wenig beruhigt: Das Deck scheint das klassische Controller-Layout mit zwei Sticks, einem Steuerkreuz, vier Aktionstasten und vier Schultertasten anzubieten. Das war beim Steam Controller nicht der Fall.

Mehr noch: Auf der Rückseite des Handhelds sind vier weitere Triggertasten verbaut. Dabei handelt sich um weitere physische Knöpfe. Allerdings habe ich die Sorge, dass die Triggertasten in hektischen Szenen aus Versehen betätigt werden könnten. Sie sind eben recht nah an den Fingerspitzen angebracht. Gleiches gilt für mich übrigens auch für die Trackpads an der Vorderseite, die dem Handballen doch recht nahe kommen.

Ungewöhnliche Tastenanordnung

Bei den vielen Bedienelementen mussten Kompromisse eingegangen werden. Denn um den Trackpads Platz zu machen, werden Tasten und Sticks auf einer Linie nebeneinander angeordnet. Das Deck unterscheidet sich deshalb von bekannten Konsolen wie der Nintendo Switch und selbst von diversen Windows-Handhelds wie dem Aya Neo . Ergonomisch könnte das Steam Deck damit einen großen Vorteil bieten oder sich als zweiter Steam Controller mit schrecklichem Design herausstellen.

Valve Steam Deck angekündigt (Herstellervideo)
Valve Steam Deck angekündigt (Herstellervideo) (01:43)

Wie dieser wird nämlich auch das Steam Deck nicht das kompakteste Gerät werden. Die Konsole misst laut Valve 298 x 117 x 49 mm und wiegt immerhin 669 Gramm. Stellen wir die Switch daneben, wird schnell klar: Das Steam Deck wird groß ausfallen.

Nintendos Handheld misst 239 x 102 x 28,4 mm und wiegt 398 Gramm. Und selbst dies gilt für einige Menschen bereits als zu groß und unhandlich. Solange das Gerät trotzdem gut in der Hand liegt, wird das eventuell kein allzu großes Problem sein.

Valve muss die Trägheit ablegen

Das System steht und fällt zu einem großen Teil auch mit SteamOS – Valves angepasste Linux-Distribution, die seit einiger Zeit keine Updates mehr erhalten hat. Warum auch, schließlich waren Steamboxen und Steam Controller bisher alles andere als erfolgreich.

Valve hat zumindest ein neues SteamOS 3.0 speziell für das Steam Deck angekündigt. Die Frage ist, wie gut dieses OS schließlich unterstützt wird. Für nur eine einzelne Hardware-Plattform entwickeln zu müssen, statt Treiber-Support für eine Fülle an Geräten zu liefern, ist zumindest schon mal ein Vorteil für das kommende SteamOS 3.0.

Der Konzern ist aber nicht unbedingt für konsequente Updates und schnelle Marktreaktionen bekannt. Das zeigen Spiele wie Counter Strike: Global Offensive und Dota 2 öfters, wenn Patches an den Wünschen der Community vorbei entwickelt werden oder gar nicht erst kommen.

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Wenn das Steam Deck Erfolg haben will, sollte sich diese Mentalität ändern. Auch sollte Valve mit Spielestudios zusammenarbeiten, um Steuerungsschemata für das Steam Deck zu entwickeln. Denn nur die größten Enthusiasten haben Lust, sich in einem schlecht bedienbaren Menü ihre Tastenbelegungen selbst zusammenbauen zu müssen.

Für solche Bastelenthusiasten kann das Steam Deck mit seinem Open-Source-Ansatz tatsächlich interessant werden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass einige Kunden ihr System mit einer anderen Linux-Distribution oder gar Windows 10/11 ausstatten.

Mit Blick auf die doch recht erfolglose Hardwaresparte bei Valve sehe ich den Erfolg des Steam Deck noch nicht ganz. Aber ich werde gerne eines Besseren belehrt. Die Idee an sich ist nämlich wirklich interessant, wie damals beim Steam Controller.

Steam Controller – Fazit
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