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V2X lebt noch: Qualcomm kauft V2X-Entwickler Autotalks

Autotalks hat, was Qualcomm nicht hat: Funkchips für Fahrzeuge mit Sicherheitszertifikat. Die lässt sich der Konzern einiges kosten.
/ Johannes Hiltscher
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Snapdragon-Chips sollen auch bald in Autos stecken. (Bild: Qualcomm)
Snapdragon-Chips sollen auch bald in Autos stecken. Bild: Qualcomm

Eigentlich sollten Funksysteme, über die Fahrzeuge mit ihrer Umgebung kommunizieren, seit Jahren in Neuwagen Standard sein. Nicht zuletzt wegen Streitigkeiten um den richtigen Funkstandard ist das noch nicht der Fall. Doch Qualcomm glaubt noch immer an die Technologie. Sie soll voll- oder hochautonome Fahrzeuge sicherer machen - und erhofft sich im Automobilsektor gute Geschäfte. Um sich besser aufzustellen, übernimmt der Konzern das israelische Unternehmen Autotalks(öffnet im neuen Fenster) .

Autotalks, 2008 gegründet, entwickelt SoCs (Systems on Chip) und Transceiver für beide konkurrierenden Standards zur Fahrzeugkommunikation (abgekürzt als V2X für Vehicle to Everything): Die Chips unterstützen sowohl das vom WLAN-Standard IEEE 802.11a abgeleitete 802.11p als auch das auf 5G basierende Cellular V2X (C-V2X). Die neueste Chip-Generation beherrscht auch den erst kürzlich veröffentlichten, überarbeiteten WLAN-Standard 802.11bd(öffnet im neuen Fenster) . Das Tekton3 genannte SoC entspricht zudem Asil B (Automotive Safety Integrity Level).

Diese Zertifizierung nach Iso-Norm 26262(öffnet im neuen Fenster) für funktionale Sicherheit in Fahrzeugen ist wichtig für die Automobilindustrie: Sie soll die Sicherheit von Systemen beweisbar machen. Sie fehlt Qualcomms eigenen V2X-Chips, die zudem nur den 5G-Standard unterstützen.

Qualcomm will mit Automobilindustrie viel verdienen

Die Übernahme lässt sich Qualcomm, so will Techcrunch erfahren haben(öffnet im neuen Fenster) , zwischen 350 und 400 Millionen US-Dollar kosten. Qualcomm selbst äußerte sich nicht zum Kaufpreis. Langfristig will der Konzern mit Autos viel Geld verdienen: 2022 schätzte Qualcomm, dass Kunden wie Mercedes und Volkswagen langfristig rund 30 Milliarden US-Dollar einbringen sollen(öffnet im neuen Fenster) .

Noch ist die Automotive-Sparte davon allerdings ein großes Stück entfernt: 2022 machte das Unternehmen etwa mit seinen Snapdragon-Ride-SoCs rund 1,3 Milliarden US-Dollar Umsatz, 2031 sollen es 9 Milliarden US-Dollar jährlich sein.


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