V2G: VW will Weg zum kostenlosen Laden ebnen
Der VW-eigene Stromanbieter Elli bereitet die Markeinführung seiner Vehicle-to-Grid-Lösung vor(öffnet im neuen Fenster). Damit soll die Batterie des Elektroautos ein integraler Bestandteil des Stromnetzes werden, indem ein Teil ihrer Kapazität als Puffer genutzt wird.
So ließe sich bei Überproduktion in sonnigen Mittagsstunden und windigen Nächten die Batterie mit preiswertem, teils kostenlosem Strom laden. In den Morgen- und Abendstunden sollen die Akkumulatoren dagegen regelmäßig Strom ins Netz einspeisen und damit das Einspringen von Reservekraftwerken verhindern.
Elli gibt an, dass im optimistischsten Fall zwischen 700 und 900 Euro pro Jahr an die Nutzer des Services ausgezahlt würden. Dieser Betrag entspricht in etwa den jährlichen Ladekosten bei durchschnittlicher Fahrleistung und Strompreisen von 30 Cent je Kilowattstunde.
Stromnetze würden profitieren
Dass eine intelligente Steuerung der Ladevorgänge von Elektroautos einen Einfluss auf das Stromnetz hat, zeigte letztens ein Experiment von TransnetBW und Octopus Energy. Dabei wurden 700 Fahrzeuge gar nicht erst als Puffer genutzt, schon allein die zeitliche Steuerung des Ladevorgangs federte erwartbare Engpässe bei der Stromproduktion ab.
Die zusätzliche Möglichkeit, Strom auch abzugeben, würde die Optionen bei der Entlastung des Stromnetzes noch erweitern. Eine Million Elektroautos könnten mit einem kleinen Anteil ihrer Akkukapazität mehrere Großkraftwerke für ein paar Stunden ersetzen. Darüber hinaus würden sie vor Ort und dezentral einspeisen.
Hoher Aufwand, unsicherer Ertrag
Nötig ist dafür nicht nur eine geeignete Wallbox. Auch ein intelligentes Messsystem muss im heimischen Stromanschluss vorhanden sein. Die schleppende Verbreitung solcher Systeme im deutschen Stromnetz ist derzeit eines der großen Probleme beim Umbau zu einem intelligenten Netz.
Elli verspricht diesbezüglich, den Kontakt zum örtlichen Messstellenbetreiber aufzunehmen und den Einbau zu beantragen, so das Kunden binnen acht bis zehn Wochen an dem Programm teilnehmen könnten. Auch die zugehörige App und der Zugang zum Energiehandel sollen direkt von Elli kommen. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass ein Anbieterwechsel deutlich schwerer wird.
Und auch bei den möglichen Vergütungen sollte vorsichtig gerechnet werden. Aktuell schwanken die Preise an der Börse im Tagesverlauf um 10 bis 12 Cent. Noch höher kann der Unterschied ausfallen, wenn dynamische Netzentgelte genutzt werden. Sollten durch die Kunden 10 Cent pro Kilowattstunde erlöst werden können und jeden Tag des Jahres im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent des Akkus genutzt werden, kämen knapp 300 Euro zusammen.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



