Wissenschaftler werden verfolgt
Die Ankunft der Besucher verändert alles, selbst den Glauben. Denn wenn Gott auch andere intelligente Lebensformen erschaffen hat, kann der Mensch nicht nach seinem Ebenbild geformt sein.
Nach und nach übernehmen die Besucher alle relevanten Teile der Gesellschaft, errichten Zentren, gründen die Jugendorganisation "Freunde der Besucher" und schüren Ressentiments gegen Wissenschaftler.
Von ihnen geht für die Besucher die größte Gefahr aus, denn sie könnten erkennen, wer die Besucher wirklich sind und was sie wollen. Erst unmerklich, dann immer offensiver werden Wissenschaftler verfolgt, das Volk wird eingelullt, die Eliten werden zu Kollaborateuren, während sich langsam Widerstand formt und zurückschlägt.
Zuerst sollte es nicht Sci-Fi sein
Der Autor, Produzent und Regisseur Kenneth Johnson hatte eigentlich nicht vor, eine Science-Fiction-Geschichte zu erzählen. Vielmehr schwebte ihm vor, Sinclair Lewis' Roman Das ist bei uns nicht möglich(öffnet im neuen Fenster), der in den USA 1935 und in Deutschland erst 2020 erschien, zu verfilmen. Lewis erzählt darin davon, wie die USA in den Faschismus abrutschen – ein Roman, der heute aktueller als damals ist.
Johnson verfasste ein Skript mit dem Titel Storm Warnings – für den Fernsehsender NBC war das aber zu schwerer Stoff für eine Miniserie. Lieber wollte man etwas, das sich leichter vermarkten ließ.
Also griff Johnson die Grundidee auf, machte aus den einheimischen Nazis aber außerirdische Faschisten. Für NBC war das nun vermarktbar, beste Unterhaltung, die vom Sci-Fi-Boom profitierte, während Johnson nicht besonders verklausulierte, worum es ihm ging: Die Besucher tragen alle Uniformen, ihr Symbol erinnert an das Hakenkreuz und anstelle von Juden werden hier Wissenschaftler verfolgt.
Selbst eine Version der Hitlerjugend brachte er ein, die "Freunde der Besucher". Besonders prägnant: Hier wird gezeigt, wie der Enkel eines Holocaust-Überlebenden dem Besucher-Dogma völlig verfällt, einen Wissenschaftler verrät, der seiner Familie Unterschlupf vor der Verfolgung gewährt hat, und sich durch die Macht, die ihm die hohe Position in der Jugendbewegung gibt, völlig verändert.
Das V-Symbol
Das V des Titels steht nicht für die Visitors, also die Besucher. Am Ende des ersten Teils sieht Abraham Bernstein, der Holocaust-Überlebende, wie Kinder ein Propaganda-Plakat der Besucher besprühen wollen. Er nimmt ihnen die Sprühdose ab und erklärt ihnen, wie es richtig gemacht wird. Er sprüht ein V – für Victory.
Es wird zum Symbol, das der Widerstand künftig nutzen wird.
Die Besetzung
Schon die erste, zweiteilige Miniserie wartet mit einem riesigen Ensemble auf. In der Rolle des Fernsehreporters Mike Donovan, der als Erstes herausfindet, wer die Besucher wirklich sind und sich dem Widerstand anschließt, ist Marc Singer zu sehen, der damals noch am ehesten durch den Fantasy-Film Beastmaster bekannt war.
Angeführt wird der Widerstand von der Ärztin Julie Parrish, gespielt von Faye Grant. In den USA war sie durch die Serie The Greatest American Hero einigen bekannt.