UX-Katastrophe: Sonos erwägt Rückkehr zur alten App
Sonos hat einem Bericht von The Verge zufolge interne Gespräche über ein mögliches Re-Release der alten Sonos-App(öffnet im neuen Fenster) geführt, auch als S2 bezeichnet.
Die neue App führte seit ihrem Erscheinungsdatum zu einer Flut von negativen Bewertungen, unter anderem aufgrund zahlreicher fehlender Funktionen , Performance-Problemen und einem komplizierteren Benutzerinterface. Trotz schneller Updates liegt die Bewertung im Google Play Store aktuell bei 1,3 Sternen.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen mit einer neuen Version einer Software für Unmut in der Nutzerschaft sorgt. Prominentestes Beispiel dürfte Windows 11 und die neu entwickelte Taskbar(öffnet im neuen Fenster) sein, die bis heute nicht sonderlich beliebt ist und gegenüber der Windows-10-Taskbar an Flexibilität eingebüßt hat.
Anders als Microsoft hat Sonos allerdings weder ein Quasi-Monopol in seinem Marktsegment, noch kann die Firma aus einem scheinbar endlosen KI-Geldtopf schöpfen und das Problem einfach aussitzen. Laut Sonos-CEO Patrick Spence sorgt die neue App bereits für "Gegenwind bei den Verkäufen neuer Geräte" .
Downgrades sind selten möglich
Auch die Vorstellung neuer Produkte wie dem Nachfolger der Arc-Soundbar, Codename Lasso, soll sich durch die Arbeit, um die App-Situation unter Kontrolle zu bekommen, verzögert haben. Insgesamt rechnet Spence damit, dass der verpatzte App-Launch das Unternehmen insgesamt zwischen 20 und 30 Millionen US-Dollar kosten wird. Damit könnte der App-Release auch für die heute angekündigte Entlassung von 100 Angestellten(öffnet im neuen Fenster) mitverantwortlich sein.
Technisch wird die Rückkehr zur alten App nicht trivial, denn Sonos hat viele Funktionen in die Cloud verlegt und müsste daher auch Änderungen für alle betroffenen Geräte per Update wieder zurückrollen. Deshalb ist es auch nicht möglich, einfach selbst zur älteren App zurückzukehren.
Hier liegt bereits ein Teil der Kritik an der neuen App, denn lokal gut funktionierende Anwendungen ohne Not in die Cloud zu verlegen, erzeugt unnötige Komplexität und kann Performance-Probleme verursachen. Zudem bedeutet es, dass Funktionen oder schlimmstenfalls das ganze Gerät nicht nutzbar sind, wenn das Internet oder die Clouddienste ausfallen.
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