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UX-Designer: "Computer sind soziale Akteure"

User Experience Designer schaffen positive Erlebnisse, wenn Nutzer IT-Produkte verwenden. Der Job erfordert Liebe zum Detail und den Blick fürs große Ganze.

Ein Porträt von Louisa Schmidt veröffentlicht am
Stefanie Kegel ist UX-Designerin und macht sich viele Gedanken darüber, wie ein Produkt auf Nutzer wirkt.
Stefanie Kegel ist UX-Designerin und macht sich viele Gedanken darüber, wie ein Produkt auf Nutzer wirkt. (Bild: Clara Nebeling)

Begrüßungsdrink, breite Sitze mit viel Platz, eine riesige Filmauswahl: Fluggesellschaften umwerben ihre zahlungskräftigen Kunden mit dem Versprechen, sie voll und ganz zu verwöhnen. Dass die Fluggäste auch das bekommen, was sie brauchen, ist aber nicht selbstverständlich. Dafür zu sorgen, ist der Job von User Experience Designern wie Kirsten Siekmann.

Vor einiger Zeit hat die 34-Jährige das Entertainmentsystem an Bord konzipiert. "Die Herausforderung war die Business-Class", erinnert sie sich. Denn wie bedient man bequem einen Bildschirm, der über einen Meter entfernt vom verstellbaren Sitz angebracht ist mit einer fest verbauten Fernsteuerung am Sitzplatz?

"Wir sind also zum Baumarkt gefahren und haben den Sitz aus Holz nachgebaut", erzählt sie. "In Kombination mit unserer Konstruktion für die Fernsteuerung konnten wir simulieren, mit welchen Bedingungen wir es zu tun haben: verschiedene Sitzpositionen, Blickwechsel vom kleinen Screen der Fernsteuerung zum großen Bildschirm, da kommen schon einige Faktoren zusammen."

Siekmanns Hauptaufgabe als UX-Designerin ist es, das Erlebnis von Kunden zu verbessern, wenn sie ein Produkt oder einen digitalen Service nutzen. Es ist ein Job mit Karriere-Perspektive. Denn eine gute Nutzererfahrung wird immer mehr zum entscheidenden Kriterium für den Erfolg eines Produkts.

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Unternehmen wollen so Kunden an sich binden, sich von der Masse abheben, Vertrauen schaffen. Kein Wunder also, dass UX-Designer in Firmen aller Branchen gefragt sind.

Besonders wichtig in ihrer Arbeit ist es, die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse zu verstehen. "Diese Recherche ist eine der Aufgaben, die mir am meisten Spaß macht", sagt Siekmann. Dafür muss sie auch herausfinden, unter welchen Bedingungen Nutzer Produkte im echten Leben verwenden - wie im Projekt mit der Fluggesellschaft.

Was interessiert die Zielgruppe?

Durch wiederholte Tests und Befragungen verbessert sie ein Produkt dann immer weiter. Sie forscht dafür auch in verschiedenen Datenquellen nach den Interessen der Nutzer. Das kann auch mal bedeuten, tagelang vor Statistiken und Excel-Tabellen zu sitzen.

  • Auch Kirsten Siekmann ist UX-Designerin. Ein Beruf, der derzeit sehr gefragt ist. (Bild: privat)
Auch Kirsten Siekmann ist UX-Designerin. Ein Beruf, der derzeit sehr gefragt ist. (Bild: privat)

So auch bei einer ihrer aktuellen Aufgaben: Für das Onlineportal meinestadt.de, ihren derzeitigen Auftraggeber, überarbeitet Siekmann das Konzept der Seiten, auf denen Nutzer aktuelle Infos über ihre Stadt finden. "Ich habe gesehen, dass unsere Seitenbesucher ein Element relativ weit unten auf der Seite sehr häufig anklicken - und zwar das Telefonbuch", berichtet sie. "Das hat mich überrascht."

Also ist sie tiefer in die Ursachenforschung eingestiegen. Sie hat ausgewertet, wer warum auf die Seite kommt und welche Websites direkt im Anschluss besucht werden. "So wurde mir klar, dass Nutzer ein Bedürfnis haben, schnell Kontakt- und Adressdaten von für sie wichtigen Orten zu finden." Siekmann durchdenkt jetzt, wie ein Modul aussehen könnte, in dem Nutzer alle Kontaktinfos schnell gesammelt finden und das passende, aktuelle Vorschläge generiert.

"Manchmal muss ich penetrant sein"

Eine Aufgabe, die Zeit kostet - sie blockt sich dafür oft mehrere Stunden in ihrem Kalender. In der Zeit entwickelt sie etwa Entwürfe für Websites und dokumentiert genau, was passiert, wenn ein User auf ein bestimmtes Element der Nutzeroberfläche klickt. "Es ist superwichtig, dass ich mir immer mal wieder ein paar Stunden freihalte. Denn normalerweise bin ich viele Stunden am Tag mit meinem Laptop im Unternehmen unterwegs."

Es gibt Tage, an denen sie von einem Meeting zum nächsten läuft, um mit allen Personen verschiedener Abteilungen zu sprechen, die an einem Projekt beteiligt sind. "Ich frage immer wieder nach deren Zielen. Wir überlegen dann, wie man alles unter einen Hut bringen kann", berichtet sie. "Manchmal muss ich penetrant sein, um den wahren Kern zu finden, warum eine Abteilung ein bestimmtes Ziel verfolgt."

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Zu Beginn hat sie die ITler nicht verstanden 
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Clown 12. Aug 2020 / Themenstart

Als jemand, der hauptsächlich im Frontend unterwegs ist: Es geht weniger um den...

chromax 12. Aug 2020 / Themenstart

Ich fürchte das es immer kostenlose Quellen geben wird die sich mit allen Mitteln...

Kein Kostverächter 11. Aug 2020 / Themenstart

Und, wo ist das ein Nachteil für die User Experience? Diese Regelung sorgt dafür, dass...

h1j4ck3r 11. Aug 2020 / Themenstart

Sinnvolle Änderungen sind ja gut. Aber wie oft klicke ich gerade in Officeprodukten dann...

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