Uwe Nickl: Deutsche Glasfaser tauscht kurzfristig die Führung aus

Der frühere Telefónica-Chef Thorsten Dirks wird Chef der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser. Das gab das Unternehmen am 1. Dezember 2020 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Der bisherige Chef Uwe Nickl sowie Jordi Nieuwenhuis verlassen beide schon zu Beginn des nächsten Jahres das Unternehmen, nach den Angaben aus "persönlichen Gründen" . Die Eile bei der Personalie könnte auf einen Streit um den künftigen Kurs des Unternehmens hindeuten.
Dirks ist auch bekannt als früherer Chef von E-Plus. Ruben Queimano folgt auf Mitbegründer Nieuwenhuis in der Position des Chief Customer Officer. Dirks erklärte, er wolle, ohne Geschwindigkeit beim Rollout zu verlieren, "künftig einen noch stärkeren Fokus auf Kundenservice und -zufriedenheit legen" . Hier scheint also nicht alles wie gewollt zu laufen.
Deutsche Glasfaser: Wer in der Führung bleibt
Im Unternehmen bleiben Jens Müller (Finanzchef), Stephan Zimmermann (Chief Technologie Officer) und David Zimmer. Inexio-Geschäftsführer und -Gründer Zimmer besaß bei der Übernahme zwölf Prozent der Anteile am Unternehmen.
Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser ist im Umbruch. Nach der Fusion mit Inexio kündigte sie an, mehrere Tausend neue Jobs zu schaffen. Die schwedische Investitionsgruppe EQT hatte zusammen mit dem kanadischen Pensionsfonds Omers die beiden Firmen übernommen.
Der saarländische Netzbetreiber Inexio setzte bisher eher auf Vectoring und wollte sich künftig auf FTTH (Fiber To The Home) konzentrieren. Der bisherige Hauptanteilseigner war mit knapp 59 Prozent die Wagniskapital-Gesellschaft Warburg Pincus. Der frühere Telekom-Chef René Obermann sitzt für Warburg Pincus bei Inexio im Aufsichtsrat.