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UWB: Das Auto erkennt seinen Besitzer am Hüftschwung

Auf das Smartphone klopfen, die Hüfte schwingen, auf einem Bein hüpfen: In Zukunft wird es möglich sein, das Auto und später auch die Wohnung mit selbstgewählten Gesten zu öffnen. Möglich macht das eine Funktechnik, die es schon einige Jahre gibt, die sich aber nie so recht etablieren konnte.

Artikel veröffentlicht am ,
VW-Konzeptauto mit UWB-Schließsystem: Es sieht so aus, als sei alles offen.
VW-Konzeptauto mit UWB-Schließsystem: Es sieht so aus, als sei alles offen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Der Fahrer geht zu einem Auto, das am Fischmarkt in Hamburg an der Elbe parkt. Etwa einen Meter davor vollführt er eine knappe Drehung mit der Hüfte - und das Türschloss wird entriegelt. Anschließend führt er einen Anhängerdummy an das Fahrzeug. Kurz bevor die Kupplung am Auto ist, öffnet sich eine Klappe und die Kupplung fällt heraus. Was der Chiphersteller NXP und der Automobilkonzern Volkswagen (VW) an diesem Tag präsentieren, soll das sichere Funkschließsystem der Zukunft sein, das nicht nur den Autoschlüssel überflüssig macht.

Inhalt:
  1. UWB: Das Auto erkennt seinen Besitzer am Hüftschwung
  2. Ein Chip als Autoschlüsselersatz
  3. Gestenerkennung ist auch für Haustüren denkbar

Immer wieder demonstrieren es Sicherheitsforscher: Funkschlüssel sind mit sogenannten Relay-Station-Attacken zu knacken. Dabei wird der Schlüssel des Besitzers ausgelesen und dem Auto wird vorgegaukelt, dass der Schlüssel sich in der Nähe des Autos befindet. So können die Türen geöffnet werden, obwohl der Besitzer gar nicht da ist. Gerade erst hat ein belgisches Team den Keyfob von Tesla überlistet.

Das soll bei diesem Schließsystem, das auf dem Ultrabreitband-Standard (Ultra-wideband, UWB) basiert, systembedingt unmöglich sein.

Das System arbeitet mit einer Laufzeitmessung statt wie bisher mit einer Messung der Signalstärke. Es wird eine verschlüsselte Nachricht zwischen Schlüssel und Fahrzeug ausgetauscht, die mit Lichtgeschwindigkeit übertragen, dann bearbeitet und wieder zurückgeschickt wird. Die Gegenstelle weiß, wie lange es dauert, das Signal zu verarbeiten. Aus der Laufzeit, bis das Echo wieder da ist, kann die exakte Entfernung berechnet werden. Mit mehreren Chips im Auto lässt sich die Position des Schlüssels zentimetergenau bestimmen.

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Diese Entfernungsmessung mit Lichtgeschwindigkeit könne nicht ausgehebelt werden, sagt NXP-Technikchef Lars Reger im Gespräch mit Golem.de. Zusammen mit dem Austausch der verschlüsselten Nachricht, der Schlüsselgeheimnisse, wird dann wie heute auch die Tür entriegelt.

Das Konzeptfahrzeug hat VW aber nicht nur mit einem Schlüssel, sondern auch noch biometrisch gesichert. Ein Dieb, der den Autoschlüssel hat, würde es trotzdem nicht öffnen können. Der Fahrer wiederum braucht den Schüssel nicht aus der Tasche zu ziehen, um das Auto zu öffnen. Das Merkmal sind seine Bewegungen. Sie werden von seinem Smartphone erfasst - von dessen Beschleunigungssensoren und von Gyroskopen, also Kreiselinstrumenten. Das Smartphone teilt dem Schlüssel mit, dass die Person, die gerade eine bestimmte Bewegung oder Gesten vor dem Auto durchgeführt hat, berechtigt ist, das Auto zu öffnen, und der Schlüssel funkt dem Schloss den Befehl zum Entriegeln.

  • Der UWB-Chip von NXP (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • In dem Konzeptfahrzeug hat VW ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... mehrere dieser Chips verbaut. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Sie ermöglichen es, die Türen zu öffnen. Vor Hackerangriffen soll das System sicher sein. (Bild: NXP)
  • VW hat das Schließsystem mit einer Gestenerkennung kombiniert. (Bild: NXP)
  • Zudem gibt es zwei weitere Funktionen: Kommt ein Anhänger in die Nähe des Fahrzeugs, wird die Kupplung ausgeklappt. (Bild: NXP)
  • Außerdem erkennt das Auto, wenn eine Babyschale an Bord ist und deaktiviert den Seiten-Airbag. (Bild: NXP)
  • Über die Chips wird auch erfasst, ob die Schale richtig auf dem Beifahrersitz abgelegt ist. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Der UWB-Chip von NXP (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Ein Gestenerkennungssystem gibt es schon bei VW: Easy Open. Mit einer Kickgeste öffnet der Fahrer hier den Kofferraum. Bei dem neuen System kann er seine Sesam-öffne-dich-Geste selbst wählen. Das kann eben eine Drehung der Hüfte sein. Mit dem Fuß zu wippen, ihn anzuheben oder auf das Smartphone zu tippen, sollen ebenso möglich sein. Der Fahrer kann auch mehrere Gesten hinterlegen und je nach Lust und Laune wählen, welche er ausführt, um sein Auto zu öffnen.

"Wir werden nicht sagen: Mache bitte diese Drehung oder bewege dich so, sondern wir lernen das an", sagt Bernd Ette im Gespräch mit Golem.de. "Wir sagen am Anfang: Mache deinen normalen Ablauf, das Auto erkennt dich von sich aus. In einem Abstand von circa zwei Metern von den Türen erkennt es: Da ist eine Geste ausgeführt worden." Ette ist in der Vorentwicklung bei VW tätig und hat das Konzeptfahrzeug aufgebaut. Verschlossen wird das Auto automatisch, wenn der Fahrer weggeht. "Das kriegen wir mit UWB sehr gut hin", sagt Ette.

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Ein Chip als Autoschlüsselersatz 
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Heldbock 05. Sep 2019

Ja aber die Lösung mit den Gesten finde ich genauso bescheuert. Da drücke ich lieber eine...

pdgo 03. Sep 2019

Super Kommentar! Kann das ständige Kritisieren hier in den Foren auch nicht verstehen.

TrollNo1 02. Sep 2019

KAME HAME HAAAAAAAAAAAAAAAAAAA Ich würde so lachen :D

Korny89 02. Sep 2019

Ach ich freu mich drauf, wenn die heutige Fortnite Kinder ihr Auto auf-DAB-en.

pdgo 02. Sep 2019

Ich gehe sehr stark davon aus, dass man am Smartphone die Gestenerkennung deaktivieren...


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