User-Agent: Bahn.de verweigert unter Linux teils die Verbindungsauskunft
Wer unter Linux auf Bahn.de nach Zugverbindungen sucht, bekommt derzeit unter Umständen keine Auskunft. Darauf weisen unter anderem Nutzerberichte auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) hin. Zwar lässt sich die Startseite meist noch aufrufen, doch bei der eigentlichen Verbindungssuche oder beim weiteren Durchklicken bricht die Webseite ab. Statt Fahrzeiten und Preise anzuzeigen, meldet sie den Fehlercode 751. Dazu erscheint der Hinweis, das Verhalten des Browsers ähnele dem eines Bots.
Der Auslöser scheint nicht der verwendete Browser selbst zu sein, sondern die Kennung, mit der er sich gegenüber der Webseite ausweist. Entscheidend ist offenbar der sogenannte User-Agent. Das Verhalten konnte im Selbstversuch (Stand: 8:30 Uhr, 22. Mai 2026) der Redaktion bestätigt werden: Gibt sich Mozilla Firefox oder Google Chrome unter Windows im User-Agent etwa als Browser unter Linux aus, wird die Anfrage blockiert.
Die Fehlermeldung macht die Ursache für Nutzer nicht sofort erkennbar. Sie verweist zwar auf einen Sicherheitsmechanismus, erklärt aber nicht, welches Merkmal die Prüfung ausgelöst hat. Wer den Fehler sieht, dürfte deshalb zunächst an Cookies, Erweiterungen, VPN-Verbindungen oder die eigene IP-Adresse denken.
Zugleich trifft der Abbruch einen zentralen Bereich der Webseite: Ohne funktionierende Verbindungsauskunft lassen sich weder Fahrzeiten prüfen noch Preise vergleichen oder Buchungen fortsetzen.
Schutzsystem soll Bots erkennen
Auf Nachfrage von Heise(öffnet im neuen Fenster) verweist die Deutsche Bahn auf Schutzmechanismen gegen automatisierte Zugriffe. Zugleich weist sie den Eindruck zurück, Linux grundsätzlich auszusperren. "Grundsätzlich können sowohl die Website Bahn.de als auch der DB Navigator mit Linux-Betriebssystemen und weniger verbreiteten Browser-/Betriebssystemkombinationen genutzt werden", erklärte das Unternehmen.
Vielmehr handelt es sich nach Darstellung der Bahn um eine Schutzmaßnahme gegen automatisierte Zugriffe. Die Erkennung stütze sich nicht auf ein einzelnes Merkmal, sondern berücksichtige mehrere Signale, darunter Zugriffsverhalten, IP-Bereiche und technische Merkmale des Browsers.
So soll vor allem sogenanntes Scraping erschwert werden, bei dem Bots automatisiert Fahrplandaten, Verspätungen oder Preise abrufen können. Zugleich räumt die Bahn ein, dass reguläre Zugriffe dadurch "vorübergehend fälschlicherweise als verdächtig eingestuft und eingeschränkt werden" könnten.
Nutzer müssen vorerst selbst nachhelfen
Obwohl der Fehler seit mehreren Tagen bekannt ist, hat der bundeseigene Konzern ihn bislang offenbar noch nicht gelöst. Die Sperre besteht damit trotz der Ankündigung fort, die Systeme kontinuierlich zu verbessern und an "reale Nutzungsszenarien" anzupassen. Als Übergangslösung bleibt Linux-Nutzern derzeit nur, die Browserkennung zu ändern.
Dabei geht es darum, den User-Agent nicht mehr als Linux-System auszuweisen. In Firefox lässt sich dafür über about:config der Eintrag general.useragent.override setzen. Chrome-Nutzer können die Kennung über die Entwicklertools unter den Netzwerkbedingungen ändern oder auf eine entsprechende Erweiterung namens User-Agent Switcher(öffnet im neuen Fenster) zurückgreifen, die von Google selbst stammt.
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