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Wie schnell ist eigentlich das USB-C-Kabel?

USB Typ C ist nicht gleich USB Typ C. Die Kabel gibt es mit 5 und 15 Adern, wie wir in unserem USB-Typ-C-Test erläuterten. So ist USB 3.0 etwa mit fünf Adern nicht möglich. Zwischenstufen sind erlaubt. Die Unterschiede sind gravierend, die entsprechenden Werte stehen aber immerhin meist auf der Packung.

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Erschwerend kommt hinzu, dass einige Hersteller explizit Thunderbolt-USB-Typ-C-Kabel-Kabel (40 GBit/s) verkaufen und Apple jedes 5-Ampere-Kabel als Thunderbolt-Kabel empfiehlt. Es empfiehlt sich allerdings, voll beschaltete Kabel zu erwerben. Doch ob ein Kabel voll beschaltet ist, steht nicht immer auf der Packung. Gerade bei USB-2.0-Kabeln deutet überhaupt nichts darauf hin, dass sie nur eingeschränkt nutzbar sind.

"Haben Sie das Kabel getauscht?"

Solche Kabel lassen sich dann natürlich nicht für den Alternate Mode verwenden. Der Griff in die Kabelkiste, die in den nächsten Jahren sicher mit vielen USB-Typ-C-Kabeln gefüllt wird, hilft so nicht immer. Das mühsam gesuchte USB-C-Kabel für die Monitor-Verbindung funktioniert nur, wenn die Adern für den Alternate Mode beschaltet sind. Erwischt man eines dieser günstigen USB-2.0-Ladekabel, wundert man sich über das fehlende Bild.

Eine der wichtigsten Fragen der Produktunterstützung und für Familien-Admins wird sicher die nach einem anderen Kabel sein. Eine verpflichtende Beschriftung für die Unterstützung wäre wünschenswert und würde die Fehlersuche erleichtern. Solche freiwillig beschrifteten Kabel gibt es, aber der Aufdruck ist mitunter schwer zu lesen.

Immerhin: Wenn USB 3.0 unterstützt wird, steht dem Alternate Mode eigentlich nichts mehr entgegen, HDMI, Displayport, MHL und andere Standards lassen sich darüber übertragen. Und wer immer die vollwertigen Kabel kauft, hat wenig Sorgen. Die Kabel, die als Dreingabe mit gekaufter Ware geliefert werden, sollte man lieber gleich beschriften.

Nicht nur die Kabel sind ein Problem

Das Chaos liegt allerdings auch auf Seiten der Buchse. Was diese ausgibt oder entgegennimmt ist schlicht unklar. In der Regel fehlt eine Beschriftung an den Ports. Dabei sind die Möglichkeiten vielfältig und ähnlich wie bei den Kabeln in vier grobe Kategorien sortierbar: Power, USB-Typ und Alternate Modes und - was bei den Kabeln irrelevant ist - USB Audio über USB Typ C.

Bei der Energieübertragung gelten die genannten Regeln: Kann die Buchse Energie entgegennehmen und auch weitergeben? Um das deutlich zu machen, bräuchte es ein Logo an der Buchse. Um deutlich zu machen, wieviel Watt Richtung möglich sind, müssten zwei kleine Zahlen die neben dem Logo aufgedruckt werden. Das ist schon aus Platzgründen gerade bei dünnen Geräten schwierig. Außerdem genannt werden müsste die USB-Geschwindigkeit, insgesamt müssten für das Kundenverständnis also zwei Zahlen und zwei Logos neben der Buchse aufgedruckt sein. Das ist bisher nicht der Fall, immerhin die USB-Geschwindigkeit wird öfter genannt, meist mit dem Super-Speed-Logo. Hersteller wie Apple verzichten auf solche Logos aber.

Eine dritte Logogruppe gibt es für die Alternate Modes, in der Praxis sind das bisher Displayport und Thunderbolt. Letzteres ist als Logo neben der Schnittstelle oft aufgedruckt, aber bei weitem nicht immer. Das ist etwa bei Monitoren zu sehen: Für Displayport nutzt LG bei seinen Displayport-USB-C-Monitoren das alte USB-Logo, dass allerdings nicht eindeutig ist, weil prinzipiell im Alternate Mode ja auch MHL oder HDMI für Bildsignale übertragen werden könnte. Bei Thunderbolt-Monitoren verwendet es den Blitz, was vergleichsweise klar ist.

Sowohl auf Empfangs- als auch auf Sendeseite wäre die Kombination mehrerer Alternate Modes möglich. In der Praxis gibt es das aber nur bei Thunderbolt-Display-Ausgänge, die auf Displayport umschalten können. In Zukunft kommt dort aber mehr.

  • Eigentlich haben wir ein USB- 3.0-Kabel bestellt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Schon die Packung wieß aber auch USB 2.0 hin, ...(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... so dass wir das nutzlose Kabel einfach geöffnet haben. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Es gehört zu den fünfadrigen Kabeln. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Stecker weiter auseinandergenommen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Und die andere Seite des gehöffneten Steckers. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Power Delivery 3.0 lässt die Profile verschwinden. (Bild: USBIF)
  • Das war lange Zeit der Stand der Technik. Alles andere war proprietär.  (Bild: USBIF)
  • USB PD, hier 2.0,  soll USB BC obsolet machen. (Bild: USBIF)
  • Aufbau der Leitungen. (Bild: USBIF)
  • 15 Leitungen können es sein, müssen aber nicht.  (Bild: USBIF)
  • Übersicht in der aktuellen USB- Typ-C-Doku im aktuellen Redline-Dokument. Ein paar Detailänderungen gab es 2016 noch einmal.  (Bild: USBIF)
Eigentlich haben wir ein USB- 3.0-Kabel bestellt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Auch wenn Hersteller zwei Zahlen und etliche Logos aufdrucken würden, die unserer Einschätzung nach im Bereich der Alternate Modes existieren sollten, fehlt immer noch etwas. USB Typ C soll auch die Klinkenbuchse ablösen, und auch das geht prinzipiell in zwei Richtungen, die gekennzeichnet werden müssten. Dazu kommen auch noch Sonderfälle wie CDLA über USB Typ C, wie es LeTV/LeEco für Audioverbindungen verwendet. Wir wissen derzeit nur von CDLA-Implementierungen. USB Audio over Type C ist noch zu jung.

Starre vollständige Kabel oder flexible Sparkabel?

Immerhin gibt es für Kopfhörer bisher kein Kabelchaos - es könnte allerdings kommen. Kopfhörer mit abnehmbaren Kabeln wären praktisch und könnten Kabelbrüche verhindern. Doch was würden Kopfhörer-Hersteller als Kabel beilegen? Sicher nicht die 15-adrigen-Kabel mit 5-Ampere-Zertifizierung und dem entsprechenden Power-Delivery-Chip. Die sind nämlich bisher zu starr für den Betrieb am Körper, wo der Anwender ständig seinen Kopf bewegt.

USB Typ C heißt also in erster Linie unbeschriftetes Chaos und viele unnütze Kabel. Dass das USB Implementors Forum dieses Durcheinander in den Griff bekommen wird, glauben wir nicht. Mit ein wenig Voraussicht hätte das Forum die Probleme von Anfang an erkennen und beheben können. Bestimmte Kabel oder Steckerfarben für bestimmte Funktionen würden einige lösen. Früher ging das auch. Blaue Buchsen waren meist Superspeed und gelbe Buchsen für besondere Energie-Übertragungen. Doch diese Art der Kennzeichnung wird es bei USB Typ C nicht geben - neben den Buchsen ist kein Platz und eine Farbkodierung in der Buchse wäre schwer erkennbar. Das C im Standard steht damit eindeutig für Chaos - und das für die nächsten Jahrzehnte.

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 USB Typ Chaos: Die Unbeschrifteten
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Crass Spektakel 09. Jan 2017

Übrigens, wer Intel und die gesamte USB-Allianz ärgern möchte der sollte USB 3.1 Gen 1...

HubertHans 05. Jan 2017

die von Microsoft zu den Lumia 950 XL geliefert werden. Die Kabel funktionieren und haben...

anonym 03. Jan 2017

rein vom subjektiven gefühl her finde ich, dass mein x compact mit quickcharge weniger...

anonym 03. Jan 2017

das ist langfristig doch eh egal da google das gepansche an der usb-spezifikation mehr...

Heavens 03. Jan 2017

Das bringt die Sache auf den Punkt. Wenn ich selbst als "Experte" nicht sehe welche...


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