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USB Typ C und Android: Missachtung von Standards kann Konsequenzen haben

In seiner aktualisierten Compatibility Definition v7 hat Google genauer definiert, wie die Implementierung von USB Typ C auszusehen hat – und wird Im Vergleich zur Vorgängerdefinition deutlicher. Wer sich nicht an den Standard hält, bekommt eventuell keine Updates mehr. Das könnte LG und HTC treffen.
/ Andreas Sebayang
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Googles neue Compatibility Definition enthält interessante Punkte zu USB Typ C. (Bild: Google)
Googles neue Compatibility Definition enthält interessante Punkte zu USB Typ C. Bild: Google

Google hat Ende Oktober eine neue Compatibility Definition veröffentlicht. Die aktuelle Version 7.0(öffnet im neuen Fenster) richtet sich vor allem an Hardware- und hardwarenah arbeitende Software-Entwickler. Das Dokument definiert im Prinzip, was ein Android-Gerät ist und nennt zahlreiche Regeln und Empfehlungen. Manche sind lax formuliert (May) und damit optional, andere sind Pflicht (Must). Wieder andere sind Empfehlungen (Recommendation), die nach RFC2119 zu lesen sind(öffnet im neuen Fenster). So ist etwa auch der HTML-Standard in der Lesart eine Empfehlung.

Interessant in dem aktuellen Dokument sind nachdrückliche Empfehlungen (Strongly Recommended), die bei Nichteinhaltung dazu führen können, dass es keine Android-Updates mehr gibt. Im Bereich USB Typ C hat sich Google entschieden, genau solche Formulierungen zu verwenden. Es geht dabei insbesondere um leidige USB-Typ-C-Kompatibilitätsprobleme.

In der aktuellen Definition verlangt Google, dass sich die Hardwarehersteller an die Standards zu halten haben. Wer neben USB Battery Charge auch USB Power Delivery unterstützt, soll von proprietären Lademechanismen Abstand halten. Anderenfalls besteht die Möglichkeit, dass folgende Android-Veröffentlichungen nicht mehr mit den entsprechenden Geräten kompatibel sind. Das liest sich wie eine Drohung, die an Hersteller wie HTC und LG gerichtet ist. Deren letzte Top-Smartphones nutzen Qualcomms Quickcharge statt die Lademechanismen, die Power Delivery bietet. Hier sind immerhin 100 Watt möglich.

Google sorgt sich um Kompatibilität zwischen Ladegeräten

Im Detail geht es darum, dass die Hersteller darauf verzichten sollen, beispielsweise die Vbus-Spannungen jenseits der Spezifikation zu betreiben, weil dies Interoperatibilitätsprobleme mit USB-Ladegeräten erzeugen kann, die sich an den Power-Delivery-Standard halten. Zudem definiert Google mit der Verison 7.0, dass Geräte mit dem Anschluss USB Typ C unbedingt 1,5 Ampere und 3 Ampere erkennen müssen. Höhere Spannungen, die Power Delivery im Unterschied zu Battery Charge unterstützt, sind keine Pflicht. Google zufolge sollten (Should) Geräte dies unterstützen, genauso wie den Alternate Mode, den der Standard benutzt. Welcher Alternate Mode gemeint ist, lässt Google offen. Es geht vor allem um das Thema Display Out.

Damit unterscheidet sich die Compatibility Definition 7.0 recht deutlich von der Version 6.0(öffnet im neuen Fenster). Derartige Konsequenzen sind dort nicht vermerkt. Offenbar will Google mit Android 7.0 sicherstellen, dass USB Typ C mit derartigen Geräten zuverlässig betreibbar ist.

USB Typ C wird komplizierter für den Anwender

Im Moment gibt es mit USB Typ C immer mehr Kompatibilitätsprobleme. Diverse Smartphones stürzen etwa ab, wenn sie an Eizos USB-C-Monitor per Power Delivery geladen werden. Auch Apple hat einige Probleme mit USB Typ C. Das geht soweit, dass vereinzelt Zubehör zwar am Macbook funktioniert, nicht aber am neueren Macbook Pro.

Für den Endanwender wird die Verwendung der Schnittstelle immer schwieriger. Er muss nicht nur wissen, welche USB-Optionen unterstützt werden (Power Delivery, Audio, Battery Charge), sondern sich auch mit den zahlreichen Alternate Modes beschäftigen, die optional verfügbar sind und ebenfalls jeweils Optionen der jeweiligen Standards unterstützen. Per USB-C lassen sich Bilddaten etwa auf sechs verschiedenen Wegen übertragen: Displaylink via USB, Displayport Alternate Mode, HDMI Alternate Mode, Thunderbolt-Display, Thunderbolt-Grafikkarte, MHL. Die Anzahl der Audio-Wege ist ähnlich hoch, da Bildschirmstandards in der Regel auch Audiosignale mitführen.


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