USB Typ C Power Delivery 3.0: Das Warten auf USB Fast Charger lohnt sich

Mit Power Delivery 3.0 bekommen die Hersteller von Hardware mehr Flexibilität zum Laden von Geräten per USB Typ C. Die ersten Ladegeräte und auch Akkupacks soll es bald geben, wie uns das USB-Forum sagte.

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Fast-Charger-Logo ohne Wattangabe
Fast-Charger-Logo ohne Wattangabe (Bild: USB IF)

Mit USB Power Delivery 3.0 (PD 3.0) soll sich bald die Ladesituation über USB Typ C verbessern, wie uns das USB Implementers Forum (USB IF) auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona sagte. Dafür wird zunächst einmal das 2016 eingeführte Charger-Logo erweitert. Ein USB Fast Charger unterstützt dabei Power Delivery 3.0, während das USB-Charger-Logo nur Power Delivery 2.0 unterstützt. Technisch ist das ein bisschen unsauber, denn auch PD 2.0 kann mit 100 Watt Geräte sehr schnell aufladen. Daran ändert sich eigentlich nichts.

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Die neuen Ladegeräte mit dem Logo setzen aber nur noch aus Kompatibilitätsgründen auf Power-Profile. Mit PD 3.0 lassen sich Spannung und Stromstärke feiner definieren, so dass etwa Smartphone-Hersteller ihre eigenen Ladestrategien besser umsetzen können. Laut dem USB IF gibt es mit PD 3.0 keinen Grund mehr für proprietäre Ladestrategien. Der Weg ist also frei für ein Netzteil für alle mobilen Geräte. Dem Forum zufolge läuft die Überzeugungsarbeit gut. Es gibt aber immer noch Hersteller, die sich nicht anpassen wollen.

Das Logo ist zudem nicht nur für Ladegeräte zulässig. Auch Akkupacks können es tragen. USB-C-Powerbanks mit Power Delivery verbreiten sich immer mehr. In unserem Test einer USB-C-Powerbank zeigte sich diese als sehr nützlich, ist allerdings nicht mit allen Geräten kompatibel.

Einzelne Spannungen müssen ab einer bestimmten Wattangabe unterstützt werden

Mit dem neuen wie alten USB-Lade-Logo werden zudem klare Spannungen definiert. So muss ein 45-Watt-Ladegerät etwa die 20-Volt-Schiene unterstützen. Wer ein 45-Watt-Netzteil mit dem Logo kauft, hat damit eigentlich ein Universalnetzteil. Das ist insofern wichtig, als es immer noch viele Geräte gibt, die Power Delivery nicht komplett unterstützen. Zuletzt fiel uns das bei einem Fujitsu-Notebook auf.

Apple und Google wurden nicht zum Vorbild

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Damit habe das USB Forum auch nicht gerechnet, wie man uns sagte. Als Apple und Google mit ihren ersten Geräten auf den Markt kamen, hoffte man noch auf die Signalwirkung. Beiden Herstellern war im Prinzip egal, was per Power Delivery geliefert wurde. Hauptsache, es wurde korrekt geliefert. Selbst ohne Power Delivery lässt sich etwa ein Macbook noch per USB Typ C aufladen. Doch die klassischen PC-Hersteller sahen diese Flexibilität nicht als Vorbild. Einige Hersteller wollen zwingend eine festgelegte Spannung, andere überprüften gar die Hersteller-ID des Netzteils und blockierten alle anderen Netzteile. Dank Firmware-Updates und eines Umdenkens der Hersteller soll sich das aber erheblich gebessert haben. Zumal das USB-Forum davon ausgeht, dass die Ladeinfrastruktur in größeren Endgeräten ohnehin auch mit anderen Spannungen zurechtkommen würde. Das Forum versucht es mit viel Überzeugungsarbeit, hat allerdings nur ein begrenztes Budget.

Hilfe kommt aber laut dem USB IF auch von anderer Seite. Netzbetreiber bestehen dem Forum zufolge teilweise auf der USB-Zertifizierung von Ladegeräten und der Kompatibilität der Smartphones. Das ist etwa in Japan der Fall, wie uns das Forum sagte. Dort ist das Verkaufen von Netzteilen ein Zusatzgeschäft. Wer schon einmal einen Nintendo 3DS gekauft hat, weiß das: Es liegt kein Netzteil bei. Damit das Geschäft aber funktioniert, wollen Netzbetreiber zertifizierte Ware für ihre Läden haben.

Bis Mitte des Jahres 2018 erwartet das Forum, dass die ersten zertifizierten Ladegeräte mit dem Fast-Charge-Logo auf den Markt kommen. Gleichzeitig sollen auch Ladegeräte mit mehr als einem USB-C-Port üblicher werden. Aus Sicht des Forums gibt es keinen Grund gegen Multiport-Ladegeräte, denn der Standard spezifiziert das Verhalten mit einem Power-Budget. Trotzdem sind Ladegeräte mit zwei USB-C-Buchsen immer noch äußerst selten. Google bietet etwa ein solches 22-Watt-Ladegerät an, das allerdings kein Power Delivery beherrscht. Wer also mehr als einen Power-Delivery-Port braucht, muss noch ein bisschen auf die Produkte warten.

Trotz aller Bemühungen des USB IF ist allerdings zu befürchten, dass sich so mancher Hersteller noch Zeit lassen wird, um eine Zertifizierung durchzuführen. Das alte USB-Charger-Logo taucht erst jetzt auf Produkten auf und wurde im Jahr 2016 angekündigt. Zudem gibt es auch jetzt noch genug Netzteile im Handel, die selbst den Anforderungen des alten Logos nicht genügen würden. Aber richtige Beschriftungen sind bei USB Typ C ohnehin ein großes Problem.

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