USB-C: EU versucht sich am einheitlichen Ladekabel (schon wieder)

Und täglich grüßt das Murmeltier. Seit Jahren versucht die EU-Kommission, die Smartphone-Hersteller dazu zu bringen, sich auf einen einheitlichen Standard für Ladekabel zu einigen. Nun gibt es offenbar einen neuen Anlauf.

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Noch immer gibt es herstellerspezifische Ladekabel für Smartphones.
Noch immer gibt es herstellerspezifische Ladekabel für Smartphones. (Bild: Algr/CC-BY-SA 3.0)

Die EU-Kommission will es noch einmal wissen. "In Kürze" wolle die Behörde eine Studie in Auftrag geben, um herauszufinden, wie das Problem uneinheitlicher Ladekabel gelöst werden könne, sagte die Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager laut Reuters. Demnach ist die EU-Kommission "mit dem Status Quo nicht zufrieden".

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Seit fast zehn Jahren versucht Brüssel, Gerätehersteller dazu zu bringen, freiwillig einen einheitlichen Standard für die Ladestecker und -kabel von Smartphones und Tablets zu entwickeln. Davon verspricht sie sich eine häufigere Weiterverwendung alter Ladekabel und in der Folge weniger Müll. Kommissionsangaben zufolge werden in Europa jedes Jahr 51.000 Tonnen Elektromüll durch weggeworfene Ladekabel produziert.

Grundsatzvereinbarung gerade erst geschlossen

Wohl infolge des politischen Drucks durch die EU hatten die Hersteller Apple, Google, Lenovo, LG, Motorola, Samsung und Sony im März eine freiwillige Grundsatzvereinbarung unterschrieben, in der sie sich selbst dazu verpflichten, neue Smartphone-Modelle in der EU spätestens ab 2021 ausschließlich mit einem Ladestecker nach USB-C-Strandard zu vermarkten.

Die Selbstverpflichtung enthält allerdings ein Schlupfloch: Dem Dokument zufolge müssen mit der Vereinbarung konforme Ladekabel lediglich auf einer Seite einen USB-C-Stecker haben, die andere Seite darf mit einem herstellerspezifischen Stecker ausgestattet sein. Es erscheint kaum wahrscheinlich, dass auf diese Weise die Ziele der EU-Kommission für weniger Elektromüll und eine Vereinfachung für Verbraucher erreicht werden können.

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Auch deswegen ist die EU-Behörde offenbar wenig begeistert, obgleich eine Sprecherin die Ankündigung Vestagers im Gespräch mit Golem.de nicht direkt kommentieren wollte. "Wir haben eine Menge Aufwand betrieben, um einen Konsens bei den Herstellern für eine ambitionierte freiwillige Grundsatzvereinbarung zu finden", erklärte sie. Man habe die im März gefundene Einigung der Hersteller genauestens geprüft, sei aber noch im "Überlegungsprozess". Wenn notwendig, werde man weitere Schritte einleiten.

Fast ein Jahrzehnt Selbstverpflichtung

Bereits 2009 unterzeichneten 14 Handyhersteller eine freiwillige Grundsatzvereinbarung, in der sie sich bereiterklärten, die Ladegeräte für neue Geräte bis 2011 zu vereinheitlichen. Zu den Erstunterzeichnern gehörten neben Nokia unter anderen auch Apple, Samsung und Huawei.

Weil diese erste Vereinbarung im Jahr 2012 auslief, erneuerten einige Hersteller die Abmachung mit der EU-Kommission 2013 und 2014, ohne dass sich ein einheitlicher Ladestecker durchsetzte. Zwar setzen inzwischen die meisten Smartphone- und Tablet-Hersteller auf Micro-USB oder USB-C zum Laden ihrer Geräte, Apple entwickelt mit Lightning aber weiterhin seinen eigenen, mit USB inkompatiblen Standard für iPhones, iPads und iPods.

Im August 2014 hatte die EU-Kommission eine von der Beratungsfirma Risk & Policy Analysis erstellte Studie über die Auswirkungen der freiwilligen Grundsatzvereinbarung auf die Vereinheitlichung der Ladestecker veröffentlicht. Diese kam zu dem Ergebnis, dass sich die Anzahl verschiedener Stecker-Standards in der EU im Zeitraum der Grundsatzvereinbarung zwar erheblich reduzierte, dies aber nicht - wie von der EU-Kommission eigentlich gewünscht - zu einer Verringerung des Gerätemülls oder des Ressourcenverbrauchs führte.

Erfolg: ungewiss

Dass es die EU-Kommission nun erneut bei einer Studie belassen könnte, dürfte Verfechter der Einheitsstecker nach all den Jahren eher enttäuschen. Denn ob eine neuerliche Untersuchung durch eine Beratungsfirma letztendlich zu einer gesetzlichen Regelung führt, und wie diese aussehen wird, ist vollkommen offen.

Im März hatte die belgische EU-Abgeordnete Anneleen Van Bossuyt die Kommission gefragt, wann diese "endlich von ihren Legislativbefugnissen Gebrauch" mache, damit "zum Nutzen der Verbraucher und im Hinblick auf die Verringerung von Abfall und die Kostensenkung gemeinsame Ladegeräte zur Verfügung gestellt werden".

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Anonymer Nutzer 19. Sep 2018

Ich hatte mit mitgelieferten Kabeln wenig Probleme, aber wenn ich Chinakabel (Anker und...

brutos 19. Sep 2018

Aktuell verfügen fast alle klein-Geräte wie Android-Smartphones und ~Tablets, Rasberry...

B.I.G 22. Aug 2018

Verstehe ich nicht, was macht ihr mit den Kabel oder was wird da für schlechte Qualität...

janoP 11. Aug 2018

Das stimmt, wie mir jetzt ein iPhone-Besitzer erzählt hat. Das hätte ich aber nicht...



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