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USB Audio Device Class 3.0: USB Audio over USB Type-C ist fertig

Die Smartphone -Industrie kann auf die Klinkenbuchse verzichten: Die Spezifikation von USB Audio Device Class 3.0 ist abgeschlossen und ermöglicht Hardwareherstellern den Einsatz eines weit verbreiteten Standards als Klinkenersatz. Außerdem sollen Cortana, Siri und Google den Nutzer besser verstehen können.
/ Andreas Sebayang
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USB Typ C mit ADC 3.0 soll Audiofunktionen für den Nutzer vereinfachen. (Bild: Foxconn/USB-IF)
USB Typ C mit ADC 3.0 soll Audiofunktionen für den Nutzer vereinfachen. Bild: Foxconn/USB-IF

Das USB Implementers Forum (USB-IF) hat die Spezifikation von USB Audio Device Class 3.0 (ADC 3.0) freigegeben. Diese beinhaltet die Möglichkeit einer recht drastischen Änderung in der IT-Industrie, denn sie spezifiziert die Nutzung des schmalen USB-C-Steckers als Anschluss für Kopfhörer. Nach Apple, mit dem iPhone 7 und zuvor vereinzelten Versuchen wie etwa Lenovos Moto Z und anderer Hersteller, steht damit industrieweit ein Standard zur Verfügung, der der Klinkenbuchse Konkurrenz macht. Unklar ist derzeit, ob sich die bisher entwickelten Geräte kompatibel zu USB Audio Device Class 3.0 verhalten.

Zur Klinkenbuchse kommen drei neue Anschlüsse

Damit kommt es zu der seltenen Situation, dass ein etablierter Standard, die Klinkenbuchse und der dazugehörige Klinkenstecker, plötzlich neue Konkurrenz bekommt und sich gleichzeitig der Markt aufspaltet. Neben den weit verbreiteten Klinkensteckern mit 2,5, 3,5 und 6,35 Millimetern kommen jetzt USB-C nach USB-IF-Standard, USB-C mutmaßlich proprietär und aufgrund der Marktmacht von Apple auch Lightning als Ersatz dazu. Nutzer müssen also damit rechnen, entweder mehrere Adapter zu verwenden oder mehrere Kopfhörer vorzuhalten.

USB 3.1 mit Typ C - Fazit
USB 3.1 mit Typ C - Fazit (01:07)

Die bisherige Erfahrung zeigt, dass vor allem bei Smartphones der Verzicht auf die 3,5-mm-Klinkenbuchse zu erwarten ist. Auch bei Tablets könnte es diese Entwicklung geben, wobei diese Geräte für ihre Fläche schon sehr dünn sind. Aus Gründen der Stabilität bietet es sich an, in diesem Produktsegment keine Änderungen vorzunehmen. USB-C-Audio oder Lightning-Audio würden sich allerdings als zusätzliche Optionen anbieten. Lightning Audio funktioniert beispielsweise auch mit Altgeräten. Diesen Vorteil hat USB-C nicht, sieht man von Soundkarten ab, die an den Port gesteckt werden.

Bei Notebooks könnte es zu einer Doppellösung kommen. Neben der Klinkenbuchse erwarten wir USB-C-Buchsen, die die neue Spezifikation unterstützen. Das könnte sogar für Macbooks gelten, da Apple den Standard mitentwickelt hat. Bisher ist noch unbekannt, ob Apple seine Macbooks mit Lightning-Buchsen ausstatten wird, um iPhone-Nutzern die Nutzung ihrer Kopf- oder Ohrhörer zu erleichtern. Entsprechende Entwicklungen könnte es auch beim Desktop geben.

Kommt der Verstärker mit USB-C-Port?

Noch völlig unklar ist das Verhalten der Hi-Fi-Industrie, denn die war an dem Standardisierungsprozess laut der Dokumentation kaum beteiligt. Mit Ausnahme der Dolby Labs, die schon lange sowohl im IT- als auch im Hi-Fi-Lager aktiv sind, finden sich in der Auflistung nur klassische IT-Unternehmen. Das erinnert ein wenig an die Aufteilung in das Vesa-Lager mit Displayport und das HDMI-Lager, das von der Audio- und Videoindustrie getragen wird.

Ein A/V-Receiver mit USB-Typ-C-Buchse oder ein Fernseher, der eine entsprechende Buchse statt der Klinkenbuchse anbietet, wären zumindest möglich. Wobei hier wohl kaum eine Konkurrenz zur HDMI-Buchse zu erwarten ist, die in vielen Heimkinosystemen Standard ist. Dagegen spricht zudem der zu erwartende Personalmangel in der Audioindustrie.

Die Unternehmen haben oft genug damit zu tun, Ethernet und WLAN in ihre Produkte zu integrieren. An USB-C ist da absehbar kaum zu denken, auch weil der Anwender samt Hi-Fi-Anlage häufig schon gute Kopfhörer hat. Das dürfte dafür sorgen, dass die Klinkenbuchse nicht so schnell vom Markt verschwindet. Zudem sind die Innovationszyklen in diesem Markt länger. Ein A/V-Receiver wird bei weitem nicht so oft ausgetauscht wie ein Smartphone.

Viele Versprechungen für USB Typ C

Das USB-IF sieht mit ADC 3.0 in Zukunft USB-C als den wichtigsten Stecker für Audioübertragungen. Laut dem Forum soll der Stecker die Leistungsaufnahme reduzieren. Zudem soll ADC 3.0 Nutzer anziehen, die sich bisher mit den Audiofunktionen über USB nicht vertraut machen konnten, da nicht jedes Gerät alle Funktionen bietet. ADC 3.0 definiert ein gemeinsames minimales Set an Funktionen, das alle ADC-3.0-Geräte beherrschen müssen. Das könnte tatsächlich ein Vorteil gegenüber der Klinke sein, denn Headsets sind beispielsweise nicht immer mit allen Geräten kompatibel, wenn es etwa um die Audiosteuerung geht.

Unklar ist allerdings, wie ein Anwender USB Typ C ADC 3.0 vom regulären USB Typ C unterscheiden soll. Die Vielfalt der unterstützten Standards über USB Typ C ist jetzt schon viel zu hoch, vor allem durch den Alternate Mode (siehe unsere Erläuterungen über die Alternate Modes zu HDMI und Ethernet over HDMI , Displayport , MHL und Thunderbolt ).

Displayport über USB-C angesehen
Displayport über USB-C angesehen (01:10)

Das Forum erwartet durch den Verzicht auf andere Buchsen mehr Geräte, die wasserdicht oder wasserabweisend konstruiert werden. Auch die sogenannte Hotword Detection (Hey Siri, Ok Google, Hey Cortana) soll über USB-C besser funktionieren.

Die neue Spezifikation von ADC 3.0 steht auf der Webseite des Implementers Forums bereit(öffnet im neuen Fenster) .


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