Die aktuelle USB-3.1-Schnittstelle ermöglicht das Laden von Geräten ebenso wie eine schnellere Datenübertragung, beides hat sich Golem.de vor Ort in Las Vegas angeschaut.
USB 3.1 behält zumindest optisch die Stecker von USB 3.0 bei.Bild:
Marc Sauter/Golem.de
Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES 2014 hat Jeff Ravencraft, Präsident des USB Implementers Forum, Golem.de die Funktionen des im Sommer verabschiedeten USB-3.1-Standards demonstriert. Dieser bietet mit 10 GBit/s eine Verdoppelung der USB-3.0-Geschwindigkeit und ermöglicht per Power Delivery das Laden von Geräten mit bis zu 100 Watt – unter bestimmten Voraussetzungen.
Die erste Demonstration zeigt einen mit zwei SSDs bestückten PC (eine davon per PCIe und eine per USB 3.1), der laut dem ATTO-Disk-Benchmark eine Lese- und Schreibrate von rund 1.000 MByte pro Sekunde erreicht, dank der Bruttodatenrate von 10 statt 5 GBit pro Sekunde und nur noch 3 Prozent Protokoll-Overhead statt den bisherigen 20. Letzteres wird durch die 128b-/132b- statt der bisherigen 8b/10b-Codierung möglich, also einen Verlust von 4 Bit pro 132 Bit.
Bild 1/6: Ein spezieller FPGA-Chip im Hub ermöglicht Power Delivery und zugleich den Anschluss eines Monitors. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Bild 2/6: Optisch sind Kabel und Stecker zu USB 3.0 identisch, technisch unterscheiden sie sich aber von USB 3.0 deutlich. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Bild 3/6: Der Hub erhält Strom per Netzteil, welchen er an das Notebook weitergibt. Zudem dient er als Schnittstelle zwischen diesem und dem Monitor. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Bild 4/6: Ein USB-Kabel mit Power Delivery und das eigentliche Stromkabel sollten nicht parallel angeschlossen werden. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Bild 5/6: USB 3.1 erreicht bis zu 10 GBit/s, bei einem Overhead von nur 3 Prozent resultiert dies in etwa 1 GByte/s. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Bild 6/6: Jeff Ravencraft ist der Präsident des USB Implementers Forum. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Eine weitere Funktion, die USB 3.1 unterstützt, ist Power Delivery in Form von sechs Profilen (0-5), die jeweils 10, 18, 36, 60 und 100 Watt leisten können. Jenseits von 36 Watt sind die Micro-USB-Stecker nicht mehr vorgesehen, nur die großen Stecker vom Typ A und B sollen das noch verkraften. Schäden sind aber auch bei deren Verwendung nicht zu befürchten, denn: Für jede PD-Verbindung von Punkt zu Punkt können die Geräte ihre Fähigkeiten zuvor aushandeln. Das entspricht dem, was die proprietären Geräte schon heute beherrschen, nur eben in standardisierter Form.
Bild 1/18: Die Hubs werden mit USB 3.1 wichtiger.
Bild 2/18: Der Hub muss nun auch einen vBus für die Spannung enthalten, wenn er PD bieten soll.
Bild 3/18: Ende 2014 soll die Spec 1.0 für USB 3.1 fertig sein.
Bild 4/18: PD ist nicht zwingend Teil von USB 3.1, wird aber mitgetestet.
Bild 5/18: Erst 2015 sind die Geräte wirklich marktreif.
Bild 6/18: Die Klassen der Stromversorgung (Folien: Intel)
Bild 7/18: Jede Stromverbindung wird einzeln ausgehandelt.
Bild 8/18: Das neue Logo für Stromversorgung per USB gibt es nur nach Zertifizierung.
Bild 9/18: 4K-Auflösungen klappen per USB 3.1 nur mit 30 fps.
Bild 10/18: USB AV, eine Geräteklasse, wird erweitert.
Bild 11/18: HDCP ist zwar möglich, aber wie unten rechts angegeben, noch nicht zugesichert.
Bild 12/18: Nur noch ein Kabel zum Notebook (Folien: Intel)
Bild 13/18: Übersicht über die Neuerungen von USB 3.1
Bild 14/18: Gestrichelt der neue Datenpfad für USB 3.1
Bild 15/18: 1 Meter ist die neue Kabellänge.
Bild 16/18: Kabel und Stecker sollen besser getestet werden.
Bild 17/18: Repeater sind schon ab 20 dB Dämpfung nötig.
Bild 18/18: Neue Codierung für weniger Overhead
Jeff Ravencrafts Präsentation umfasste einen an einem Hub angeschlossenen Monitor und ein Notebook, von dem ein Trailer von Gran Tourismo 6 auf das Display übertragen wurde. USB 3.1 beherrscht kein HDCP, womit unter anderem Blu-rays geschützt sind. Da der Standard bereits verabschiedet wurde, erwartet Ravencraft erste Produkte Ende 2014. Zu den neuen USB-Steckern vom Typ C machte er keine Angaben und konnte einen entsprechenden Port auch nicht vorzeigen.