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Usability: US-Designer entwirft neuartige Oberfläche für Autocomputer

Zwei, drei, vier oder fünf Finger, nahe beieinander oder weit auseinander: Der US-Designer Matthaeus Krenn hat ein Bedienungskonzept für den Bordcomputer in Autos entworfen. Es soll intuitiv sein und den Fahrer nicht ablenken. Im Web kann es ausprobiert werden.
/ Werner Pluta
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Touchscreen fürs Auto: tolerant gegenüber Schlangenlinien (Bild: Matthaeus Krenn/Screenshot: Golem.de)
Touchscreen fürs Auto: tolerant gegenüber Schlangenlinien Bild: Matthaeus Krenn/Screenshot: Golem.de

Eine neue, intuitive Touchscreen-Steuerung soll eine sichere und schnelle Bedienung beim Fahren ermöglichen. Autohersteller gehen zunehmend dazu über, ihre Fahrzeuge mit Touchscreens auszustatten. Bedienungsfelder ersetzen Knöpfe zum Drehen oder Schieben. Manche Funktion versteckt sich gut in Untermenüs. Den Fahrer lenke die Suche ab, ergab eine Studie des ADAC(öffnet im neuen Fenster) Anfang vergangenen Jahres.

Besonders hart hat es den US-Elektroautohersteller Tesla Motors getroffen: Die Limousine Model S hat schließlich einen riesigen Touchscreen für das Navigations- und Infotainmentsystem. Ein Schweizer Staatsanwalt kann sich dafür wenig erwärmen: Er hält die Ablenkung für "nicht tolerierbar" und will prüfen, ob der 17 Zoll große Bildschirm zulässig ist .

Nur ein Regler

Matthaeus Krenn, Designer aus San Francisco, hat ein alternatives Bedienungskonzept für Autos entworfen(öffnet im neuen Fenster) . Statt vieler kleiner Bedienungsfelder gibt es nur einen einzigen Regler - und der erscheint genau dort, wo der Fahrer den Bildschirm berührt. Der Fahrer kann also seinen Blick auf der Straße halten und den Touchscreen nutzen, ohne hinzuschauen.

Vier Funktionen hat Krenn vorgesehen: Der Fahrer kann Musik lauter oder leiser stellen sowie zwischen verschiedenen Musikquellen, also etwa Radio oder CD-Spieler, wechseln. Außerdem kann er die Temperatur und die Belüftung regeln. Die Bedienung ist einfach gehalten: Der virtuelle Knopf erscheint bei Berührung des Touchscreens. Er kann dann die gewünschte Funktion ausführen, indem der Regler nach oben oder unten bewegt wird.

Ungenaue Bewegungen

Das System sei fehlertolerant genug, so dass es nichts ausmache, ob die Finger senkrecht, diagonal oder in leichten Schlangenlinien über den Bildschirm gezogen würden, sagt Krenn. Das gelte auch, wenn sie nicht gleich schnell über den Touchscreen wandern.

Wie aber erkennt das System, welche Funktion der Fahrer gerade durchführen möchte? Die Zahl der Finger ist das Unterscheidungsmerkmal: Für die Lautstärkeregelung berührt der Fahrer den Touchscreen mit zwei Fingern, die Musikquelle wechselt er mit dreien. Für die Wärmeregulierung nutzt er vier Finger. Um die Lüftung zu aktivieren, bedarf es aller fünf Finger.

Abstand der Finger

Dadurch ist die Zahl der Funktionen allerdings begrenzt: Für mehr Finger müsste der Fahrer die zweite Hand vom Lenkrad nehmen, was wiederum der Verkehrssicherheit nicht zuträglich wäre. Ein zweites Unterscheidungsmerkmal ist deshalb der Abstand der Finger zueinander: Sind zwei Finger gespreizt, wird nicht die Lautstärke geregelt, sondern von einem Musikstück zum nächsten gewechselt. Drei gespreizte Finger suchen nach einem Radiosender.

Acht verschiedene Funktionen ließen sich so bedienen, ohne dass der Fahrer seine Konzentration und seine Augen vom Straßenverkehr abwenden müsse. Ob die Bedienung tatsächlich so intuitiv ist, wie Krenn es beschreibt, kann jeder selbst ausprobieren: Der Designer hat eine Website zum Testen der Bedienungsoberfläche(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet: Auf einem Gerät mit Touchscreen kann jeder Fingerakrobatik betreiben und sich so einen Eindruck verschaffen.

Auf jeden Fall funktioniert es laut Krenn auf einem iPad - darauf hat er es selbst getestet. Golem.de hat es aber auch auf dem Android-Tablet Nexus 10 erfolgreich versucht.


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