Abo
  • Services:

USA: Unfalldatenschreiber sollen Pflicht in Autos werden

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde schlägt den breiten Einsatz von Unfalldatenschreibern vor. Autos sollen ab 2014 zahlreiche Daten speichern, die vor und während des Aufpralls entstehen. In der EU werden solche Pläne kritisch gesehen.

Artikel veröffentlicht am ,
EDRs zeichnen Daten vor und während des Unfalls dauerhaft auf.
EDRs zeichnen Daten vor und während des Unfalls dauerhaft auf. (Bild: Jeremy Noble/CC BY 2.0)

Das US-Department of National Highway Transportation Traffic Safety Administration (NHTSA) will durchsetzen, dass alle Neufahrzeuge ab dem 1. September 2014 zwangsweise mit Unfalldatenschreibern ausgerüstet werden. Sie sollen die Daten in den Sekunden vor und während eines Zusammenstoßes speichern. Die sogenannten Event Data Recorder (EDR) müssten die Autohersteller installieren. Das Ziel ist laut Verkehrsminister Ray LaHood die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Mit den Daten der EDR könnte das Verständnis verbessert werden, wie Fahrer in Unfallsituationen reagieren und ob die Sicherheitssysteme ordnungsgemäß arbeiten.

Stellenmarkt
  1. Diamant Software GmbH & Co. KG, Bielefeld
  2. Walter AG, Tübingen

Ein starker Aufprall oder das Auslösen des Airbags sorgen dafür, dass die ständig mitgeschriebenen Daten wenige Sekunden vor und während des Unfalls dauerhaft gespeichert werden.

Zu den aufgezeichneten Informationen gehört neben der Fahrzeuggeschwindigkeit auch die Information, wann die Bremse betätigt wurde, welche Kräfte im Augenblick des Aufpralls wirkten. Auch Informationen über den Zustand der Motordrosselklappe und das Timing der Airbag-Auslösung werden gespeichert. Personenbezogene Daten werden nach Angaben der Behörde nicht gespeichert.

Wenn die vorgeschlagenen neuen Sicherheitsvorschriften Gesetz würden, würden EDRs zur obligatorischen Ausstattung in Fahrzeugen, die weniger als 8,5 Tonnen wiegen. Bislang war die Ausrüstung der Fahrzeuge mit diesen Modulen freiwillig. Ohne Zustimmung des Fahrzeugeigentümers dürfen die Daten zudem nach dem Vorschlag nicht abgerufen werden.

Innerhalb der nächsten zwei Monate kann der Vorschlag kommentiert werden und wird dann in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht.

Umstrittene Pläne

Bürgerrechtler in den USA sehen die Pläne mit gemischten Gefühlen. Die American Civil Liberties Union (ACLU) warnte zum Beispiel schon 2003 (PDF) vor Blackboxen in Autos, die Fahrer überwachen können.

In der EU werden ähnliche Pläne, wonach derartige Aufzeichnungsgeräte verbindlich für alle Kraftfahrzeuge vorgesehen werden sollen, kritisch gesehen. Schon 2006 warnte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar davor. Er sah das Grundrecht des Einzelnen auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gefährdet, wenn bei allen Autofahrern erfasst werden würde, wer wann wo und wie gefahren ist.

Auch die Verwendung der Daten bei Gerichtsprozessen - unter Umständen auch als Beweismittel gegen den Fahrer des Fahrzeugs, das mit einem Unfalldatenschreiber ausgestattet war - ist denkbar und wurde auch schon in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada durchgeführt. Die Daten können den Fahrer aber auch entlasten. Der Vorschlag der NHTSA geht darauf nicht ein.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€
  2. 1,29€
  3. 39,99€
  4. 3,99€

robinx999 14. Dez 2012

2011 hatte einen Besonders milden Winter. Der wird teilweise schon mit als grund für...

NeverDefeated 14. Dez 2012

Auf einer Landstrasse dürfen für gewöhnlich sowohl landwirtschaftliche Zugmaschinen als...

marvin42 11. Dez 2012

Verbinde die Drohne mit dem Fahrzeug und du hast ein 100% Ziel. Etwas ähnliches passiert...

TheUnichi 10. Dez 2012

Wenn ich mir die heutigen Richter angucke, würde ich mich lieber von einem Computer...

ad (Golem.de) 10. Dez 2012

Kann das ggf. eine Regelung für Mietwagen in manchen Gegenden sein?


Folgen Sie uns
       


Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test

Bei komplett kabellos arbeitenden Bluetooth-Ohrstöpseln zeigen sich erhebliche Unterschiede. Das perfekte Modell schmerzt nicht im Ohr, lässt sich bequem bedienen und hat einen guten Klang. An das Ideal kommt immerhin ein Teilnehmer heran.

Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test Video aufrufen
Highend-PC-Streaming: Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren
Highend-PC-Streaming
Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren

Geforce GTX 1080, 12 GByte RAM und ein Xeon-Prozessor: Ab 30 Euro im Monat bietet ein Startup einen vollwertigen Windows-10-Rechner im Stream. Der Zugriff auf Daten, Anwendungen und Games soll auch unterwegs mit dem Smartphone funktionieren.
Von Peter Steinlechner

  1. Golem.de-Livestream Halbgott oder Despot?
  2. Rundfunk Medienanstalten wollen Bild Livestreaming-Formate untersagen
  3. Illegale Kopien Deutsche Nutzer pfeifen weiter auf das Urheberrecht

Steam Link App ausprobiert: Games in 4K auf das Smartphone streamen
Steam Link App ausprobiert
Games in 4K auf das Smartphone streamen

Mit der Steam Link App lassen sich der Desktop und Spiele vom Computer auf Smartphones übertragen. Im Kurztest mit einem Windows-Desktop und einem Google Pixel 2 klappte das einwandfrei - sogar in 4K.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Valve Steam Spy steht nach Datenschutzänderungen vor dem Aus
  2. Insel Games Spielehersteller wegen Fake-Reviews von Steam ausgeschlossen
  3. Spieleportal Bitcoin ist Steam zu unbeständig und zu teuer

Kryptographie: Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator
Kryptographie
Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator

Einer der schwerwiegendsten Fehler in der Geschichte der Kryptographie beschäftigte vor zehn Jahren Nutzer der Debian-Distribution. Wenn man danach sucht, findet man noch heute vereinzelt verwundbare Schlüssel.
Von Hanno Böck


      •  /