USA: Konzerne und ISPs verhindern Glasfasernetzwerke
Städte und Gemeinden in den USA haben oft eigene Glasfasernetzwerke, können sie aber nicht für die Bürger bereitstellen, weil Netzbetreiber und ISPs wie Comcast, Time Warner Cable, Centurylink und Verizon dies verhindern. Das berichtet das Onlinemagazin Motherboard(öffnet im neuen Fenster), das zum Magazin Vice gehört, unter Berufung auf eine Analyse(öffnet im neuen Fenster) der Harvard-University-Forscherin Susan Crawford.
Nach Angaben von Muninetworks, einer Gruppe, die die Entwicklung kommunaler Glasfasernetzwerke beobachtet, gibt es in mindestens 20 US-Bundesstaaten Gesetze oder regulatorische Festlegungen, die es den Kommunen schwer oder unmöglich machen, selbst Glasfaser für ihre Bürger anzubieten. In den Bundesstaaten, in denen es dazu keine Festlegungen gibt, existieren oft Konkurrenzausschlussvereinbarungen zwischen den Regierungen und den Konzernen, die einen Betrieb kommunaler FTTH- und FTTB-Netzwerke verhindern.
Laut Crawford beherrschen AT&T, Verizon und Comcast zusammen zwei Drittel des ISP-Marktes, der ein Billionen-Dollar-Volumen hat.
Crawford: "Dies sind private Unternehmen, deren komplett gesetzlich abgesicherte Interessen nicht unbedingt dem öffentlichen Interesse nach überall verfügbaren, weltweit führenden, preiswerten, hochkapazitiven Festnetzanbindungen entsprechen müssen." Im Ergebnis seien die Internetverbindungen in den USA oft langsam. Schnelle Internetverbindungen seien dagegen teurer als in Ländern wie Mexiko, Chile und der Türkei, so Crawford.
Google nutzt bei seinem Angebot Google Fiber in den USA auch städtische Netzwerke, deren Betrieb der Konzern übernommen hat.
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