USA: Rechenzentrumsausbau gleichzeitig zu langsam und zu schnell
Eine Analyse der Investmentbank Jefferies zum Ausbau von KI-Rechenzentren in den USA kommt zu einem paradoxen Ergebnis: Der Ausbau läuft langsamer, als einige Ankündigungen vermuten lassen, gleichzeitig aber zu schnell. Wie The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster), könne wohl nicht ausreichend Hardware produziert werden, um alle absehbaren Kapazitäten auszunutzen.
Anhand von durch das Unternehmen Synmax analysierten Satellitenbildern wird ein Zubau von 16 bis 18 GW Rechenzentrumskapazität in den USA im Jahr 2026 erwartet. Für 2027 erwarten die Analysten eine Steigerung auf knapp über 20 GW Zubau. Trotz zunehmender Baugeschwindigkeit würde damit der Ausbau hinter einigen Planungen zurückbleiben, die von 80 GW Gesamtkapazität bis 2028 ausgehen. Diverse Projekte kämpfen mit Verzögerungen.
Dennoch könnte ein Teil der Kapazität ungenutzt bleiben. Die Kapazitäten beim Advanced Packaging, bei dem Silizium-Dies mit Recheneinheiten und High Bandwidth Memory (HBM) auf einem Träger montiert werden, sind knapp. Aktuell geht die Analyse davon aus, dass die verfügbare Kapazität etwa Chips mit einer Leistungsaufnahme von 13 GW entspricht. 2027 könnten neue Werke die auf rund 19 GW anheben.
USA brauchen fast die Weltproduktion an KI-Hardware
Da die Beschleuniger den Großteil der installierten Leistung in einem Rechenzentrum ausmachen – die Analyse geht von einem Anteil von 65 Prozent aus -, könnte die Jahresproduktion gerade einmal die in den USA neu gebauten Rechenzentren ausreichen.
Allerdings wird Advanced Packaging nicht nur für KI-Beschleuniger genutzt, Rechenzentren werden weltweit gebaut und ältere Anlagen modernisiert. Zwar sind auch die Zahlen mit Unsicherheit behaftet. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass einige Projekte leer ausgehen, die Ausbaugeschwindigkeit reduziert wird oder Anbieter wie Nvidia die Knappheit für weitere Preiserhöhungen nutzen. Hinzu kommen weitere Engpässe, etwa bei Gasturbinen für die Energieerzeugung.
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