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USA: Pipeline-Hacker wollten keine "sozialen Folgen" verursachen

In den USA musste eine wichtige Benzin-Pipeline nach einem Ransomware -Angriff abgeschaltet werden. Das tut den Kriminellen nun leid.
/ Moritz Tremmel
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Die Treibstofftanks der betroffenen Colonial Pipeline (Bild: Reuters)
Die Treibstofftanks der betroffenen Colonial Pipeline Bild: Reuters

Die Ransomware-Gruppe Darkside, die für die Abschaltung einer wichtigen Benzin-Pipeline in den USA verantwortlich ist, hat sich für die "sozialen Folgen" entschuldigt. Ihr Ziel sei es, Geld zu verdienen und nicht, gesellschaftliche Probleme zu verursachen, schreibt die Gruppe auf ihrer Webseite im Darknet.

Die Gruppe betont zudem, unpolitisch zu sein. Es sei daher nicht nötig, die Gruppe mit einer Regierung in Verbindung zu bringen oder nach anderen Motiven zu suchen, heißt es laut dem Onlinemagazin Motherboard(öffnet im neuen Fenster) auf der Webseite der Gruppe. "Ab heute führen wir eine Moderation ein und prüfen jedes Unternehmen, das unsere Partner verschlüsseln wollen, um soziale Konsequenzen in der Zukunft zu vermeiden" , verspricht Darkside.

Colonial Pipeline soll Ende der Woche wieder in Betrieb gehen

Derweil hat Colonial angekündigt, das Ziel sei, die Pipeline bis Ende der Woche wieder größtenteils im Betrieb nehmen zu können. Bis dahin sind die Hauptleitungen weiterhin abgeschaltet, allerdings teile das Unternehmen am Abend des 9. Mai 2021 mit, dass einige kleinere Nebenleitungen zwischen Terminals und Lieferpunkten wieder in Betrieb sind.

Bereits vergangene Woche war Darkside in das Netzwerk von Colonial eingedrungen und hatte 100 GByte Daten kopiert. Anschließend wurden die Colonial-Rechner mit einer Ransomware verschlüsselt. Dabei erpressen die Kriminellen ihre Opfer nicht nur mit den verschlüsselten Daten, sondern drohen zudem, eine Kopie der erbeuteten Daten zu veröffentlichen (Double Extortion).

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Als Reaktion auf den Angriff entschied Colonial am späten Freitag, die Pipeline abzuschalten. Sie ist die Hauptquelle für Benzin, Diesel und Heizöl für die Ostküste der USA. Pro Tag werden rund 2,5 Millionen Barrel, circa 400 Millionen Liter, transportiert. Nicht bekannt ist, wie viel Lösegeld die Kriminellen fordern.


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