Abo
  • Services:

USA: Imsi-Catcher im Himmel

US-Marshals setzen Imsi-Catcher in Flugzeugen ein, um Mobiltelefone großflächig zu erfassen. Die mit der Technik ausgestatteten Kleinflugzeuge sind auf mindestens fünf Standorte in den USA verteilt.

Artikel veröffentlicht am ,
Das US-Justizministerium setzt Imsi-Catcher in Kleinflugzeugen zur Fahndung ein.
Das US-Justizministerium setzt Imsi-Catcher in Kleinflugzeugen zur Fahndung ein. (Bild: Wall Street Journal)

Sie werden Dirtboxes genannt, nach der aufgedruckten Abkürzung DRT auf der Hülle, die den Hersteller Digital Receiver Technology, eine Boeing-Tochter, identifizieren. Die kubischen Imsi-Catcher messen 60 cm Seitenlänge und werden in Kleinflugzeugen von mindestens fünf US-Großflughäfen in den Himmel geschickt. Von dort sollen sie Daten von Mobiltelefonen sammeln, egal von welchem Provider. Verantwortlich für die Datenerfassung ist das United States Marshals Service, eine bundesweite Strafverfolgungsbehörde. Das berichtet das Wall Street Journal und beruft sich dabei auf anonyme Quellen.

Stellenmarkt
  1. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau
  2. S-PensionsManagement GmbH, Köln

Die mit den Dirtboxes ausgestatteten Kleinflugzeuge seien so über die USA verteilt, dass sie die gesamte US-Bevölkerung erfassen könnten. Sie sollen nicht nur regelmäßig aufsteigen, sondern auch gezielt bei der Fahndung nach verdächtigen Personen eingesetzt werden. Aus Kostengründen werde aber nicht nach einer Einzelperson gefahndet, sondern möglichst gleich nach mehreren Personen. Die Imsi-Catcher werden dabei in erster Linie zur Ortung verwendet, könnten aber auch Telefonate und den Datenverkehr abfangen. Die Dirtboxes geben sich dabei als Funkmasten aus und zwingen Mobiltelefone, sich mit ihnen zu verbinden, indem sie vorgeben, das stärkste Signal zu haben. Laut der anonymen Quelle werden Daten Unbeteiligter bereits auf der Dirtbox herausgefiltert. Allerdings sei nicht klar, ob nicht sämtliche gesammelten Standortdaten doch gespeichert werden. Denn die anonyme Quelle bestätigte gleichzeitig das großflächige und auch regelmäßige Abgreifen von Daten.

Auch bei den US-Marshals umstritten

Bislang war bekannt, dass die US-Strafverfolgungsbehörden Imsi-Catcher in Fahrzeugen und vor ausgewählten Regierungseinrichtungen einsetzen. Mit den Dirtboxes können aber weitaus mehr Menschen erfasst werden. Laut der anonymen Quelle werden die Dirtboxes deshalb eingesetzt, weil die Erfassung über die Provider selbst nicht zeitnah genug erfolgen könne. Für eine Fahndung mit den fliegenden Imsi-Catchern sei jedoch ebenfalls eine Genehmigung eines Richters notwendig.

Selbst innerhalb der US-Behörde, die direkt dem Justizministerium unterstellt ist, sei diese Art von Fahndung umstritten. Unklar sei, ob ein Richter, der die Genehmigung erteilt, diese Art von Datenerfassung verstehe, zitiert das Wall Street Journal seine anonyme Quelle. Solche richterlichen Verfügungen werden meist unter Verschluss gehalten. Außerdem sei unklar, was genau mit den Daten geschehe und ob die verwendeten Filterfunktionen ausreichten, um die Daten unbeteiligter Personen zu entfernen. Laut der anonymen Quelle sind die Kleinflugzeuge samt Dirtbox bereits seit 2007 im Einsatz.



Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 479€
  2. ab 219,00€ im PCGH-Preisvergleich
  3. Für 150€ kaufen und 75€ sparen
  4. 499€ (Bestpreis!)

luzipha 16. Nov 2014

Ohne eine Verbindung zwischen dem Catcher und der nächsten Mobilfunkzelle werden auch...

janpi3 15. Nov 2014

omg - so würden nicht mal Republikaner über ihne reden XD du solltest dir vielleicht...

Safran01 14. Nov 2014

Für Android gibt es nur so etwas hier: http://www.kuketz-blog.de/imsi-catcher-erkennung...

frostbitten king 14. Nov 2014

Das Problem ist sie müssen gar nix verbieten. Theoretisch gibt es...

bofhl 14. Nov 2014

Rate mal was entlang der US-Grenzen so herum fliegt - und das nicht nur an der Grenze zu...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad T480s - Test

Wir halten das Thinkpad T480s für eines der besten Business-Notebooks am Markt: Der 14-Zöller ist kompakt und recht leicht und weist dennoch viele Anschlüsse auf, zudem sind Speicher, SSD, Wi-Fi und Modem aufrüstbar.

Lenovo Thinkpad T480s - Test Video aufrufen
Athlon 200GE im Test: Celeron und Pentium abgehängt
Athlon 200GE im Test
Celeron und Pentium abgehängt

Mit dem Athlon 200GE belebt AMD den alten CPU-Markennamen wieder: Der Chip gefällt durch seine Zen-Kerne und die integrierte Vega-Grafikeinheit, die Intel-Konkurrenz hat dem derzeit preislich wenig entgegenzusetzen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. AMD Threadripper erhalten dynamischen NUMA-Modus
  2. HP Elitedesk 705 Workstation Edition Minitower mit AMD-CPU startet bei 680 Euro
  3. Ryzen 5 2600H und Ryzen 7 2800H 45-Watt-CPUs mit Vega-Grafik für Laptops sind da

Neuer Kindle Paperwhite im Hands On: Amazons wasserdichter E-Book-Reader mit planem Display
Neuer Kindle Paperwhite im Hands On
Amazons wasserdichter E-Book-Reader mit planem Display

Amazon bringt einen neuen Kindle Paperwhite auf den Markt und verbessert viel. Der E-Book-Reader steckt in einem wasserdichten Gehäuse, hat eine plane Displayseite, mehr Speicher und wir können damit Audible-Hörbücher hören. Noch nie gab es so viel Kindle-Leistung für so wenig Geld.
Ein Hands on von Ingo Pakalski


    Neuer Echo Dot im Test: Amazon kann doch gute Mini-Lautsprecher bauen
    Neuer Echo Dot im Test
    Amazon kann doch gute Mini-Lautsprecher bauen

    Echo Dot steht bisher für muffigen, schlechten Klang. Mit dem neuen Modell zeigt Amazon, dass es doch gute smarte Mini-Lautsprecher mit dem Alexa-Sprachassistenten bauen kann, die sogar gegen die Konkurrenz von Google ankommen.
    Ein Test von Ingo Pakalski


        •  /