USA: Google soll an US-Grenzüberwachung beteiligt sein
Google wird offenbar den notwendigen Onlinespeicher für die verstärkte Überwachung der US-Grenze zu Mexiko mittels Video und KI zur Verfügung stellen. Das berichtet die Website The Intercept(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Regierungsdokumente, die die Struktur des Projekts namens Virtual Border erklären.
Demnach sollen zahlreiche ältere Videoüberwachungstürme mit der Videosoftware Maximo Visual Inspection von IBM ausgestattet werden. Diese ist eigentlich für die Qualitätskontrolle im Industriebereich vorgesehen. Außerdem soll Equitus' Software Video Sentinel zum Einsatz kommen, die für die Auswertung von Videoaufnahmen an Grenzen gedacht ist und mit KI-Algorithmen arbeitet.
Die gewonnenen Daten sollen den Regierungsdokumenten zufolge über Googles Cloud-Plattform Mage (Modular Google Cloud Platform Environment) kombiniert werden. Equitus' KI-Analysetool soll direkt auf Google-Servern gehostet werden, zudem sollen die Kamerafeeds bei Google gespeichert werden.
Googles Mage als Cloudverbindung
"Das Projekt wird sich zunächst auf 100 gleichzeitige Videoströme von der Datenquelle zur Verarbeitung konzentrieren" , heißt es im Dokument. "Die resultierenden Metadaten und Keyframes werden an die Google Cloud des CBP gesendet."
Google äußerte sich nicht zum Vorgang, die US-amerikanische Grenzschutzbehörde CBP (Customs and Border Protection) nur indirekt. Google Cloud werde behördenintern bereits seit längerem etwa für Übersetzungen verwendet, in diesem Fall gebe es aber keinen direkten Vertrag. Ein Sprecher der Behörde merkt allerdings an, dass möglicherweise Cloudspeicher über einen Zwischenhändler gekauft wurde.
Googles Cloud-CEO Thomas Kurian hatte nach einem vergleichbaren Vorgang 2020 noch versichert, dass Google an keinerlei Projekten arbeite, die mit der Grenzsicherung zu tun hatten. In der Vergangenheit machte sich bei einigen Projekten Unmut unter den Google-Angestellten breit.
The Intercept glaubt nicht an Zufall
The Intercept zweifelt an der Auslegung, dass Google quasi unabsichtlich zur Grenzsicherung beitrage. Das im Regierungstext beschriebene System benötige eine ständige Verbindung zu Googles Cloud-Diensten. In einem Diagramm ist Googles Mage-System als Mittelpunkt eingezeichnet. Sollte Google Kurians Aussage von 2020 weiterhin verfolgen, könnte es die Nutzung der Clouddienste seitens der CBP wohl unterbinden.
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