Abo
  • IT-Karriere:

USA: "Erschütternde Menge Nazipropaganda" im Amazon Marketplace

Trotz anderslautender Geschäftsbedingungen bieten Verkäufer auf dem Amazon Marketplace in den USA "eine erschütternde" Menge Neonazi-Produkte an. Der US-Abgeordnete Keith Ellison verlangt Konsequenzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Produkte mit offensichtlich rechten Botschaften gibt es auf Amazon.de zu kaufen.
Produkte mit offensichtlich rechten Botschaften gibt es auf Amazon.de zu kaufen. (Bild: Amazon.de/Screenshot: Golem.de)

In einem Brief fordert der US-Kongressabgeordnete Keith Ellison Amazon-Chef Jeff Bezos auf, Produkte mit rechtsradikalen Inhalten vom Amazon Marketplace zu entfernen, wie das IT-Magazin The Verge berichtet. Obwohl die Geschäftsbedingungen den Verkauf von Produkten verbieten, die "Hass, Gewalt, Rassismus und sexuelle oder religiöse Intoleranz bewerben", wird dem demokratischen Abgeordneten zufolge weiterhin eine "erschütternde Menge" solcher Propaganda in dem in den USA betriebenen Online-Shop angeboten.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Meckenheim
  2. BWI GmbH, München, Meckenheim

Auch möchte Ellison wissen, wie viel Amazon durch den Verkauf solcher Produkte verdient, darunter Bücher, E-Books und Musik. In New York protestierten am Dienstag Amazon-Kunden anlässlich des Prime Day dagegen, dass der Konzern durch den Verkauf rassistischer und antisemitischer Produkte Geld verdient.

Grundlage der Proteste ist eine im Juli 2018 veröffentlichte Studie (PDF), bei der Forscher unter anderem Produkte mit SS-Runen und anderer Nazi-Symbolik im Amazon Marketplace gefunden haben. Ellison zählt neben Büchern auf: "Strampelanzüge, Spielzeuge, Kinder-Halloween-Kostüme, Flaggen, Kleidung und Schmuck mit Nazi-, Neonazi, Nationalisten-, antisemitischen und islamophoben Emblemen und brutalen und rassistischen Motiven".

In der Vergangenheit habe Amazon nicht effektiv reagiert, schreibt Ellison. Ein Amazon-Sprecher sagte dazu, das Unternehmen ergreife "schnelle Maßnahmen", wenn Verkäufer des Amazon Marketplace gegen die Geschäftsbedingungen verstießen. Diese könnten bis zum Entfernen des Verkäuferkontos reichen.

"Odin-statt-Allah"-T-Shirts und Kaiserreichsflaggen

Das ist eine Standardantwort seitens des Unternehmens, die auch schon im Jahr 2013 dem deutschsprachigen Magazin Der Stern auf Nachfrage geschickt wurde. Schon damals berichtete das Magazin von der "braunen Ecke" auf Amazon.de in Deutschland. Das Magazin Bento fand 2017 eine Menge "SS-Outfits und Wehrmachts-Spielzeug" auf dem deutschen Marketplace.

Eine schnelle Suche bestätigt, dass viele dieser Produkte noch verfügbar sind, darunter T-Shirts mit dem Spruch "Hier kommt 1.200 x pro Minute Einigkeit und Recht und Freiheit". Darunter ist das Maschinengewehr MG-3 abgebildet, das dem MG-42 der deutschen Wehrmacht sehr ähnlich sieht. Auch Flaggen in den Farben des Deutschen Kaiserreichs und damit bedruckte Kleidung sind bereits auf der ersten Seite einsehbar.

Der Amazon Marketplace macht mittlerweile einen bedeutenden Teil des Angebots im Onlineshop aus. Laut einem Bericht des Online-Businessportals Entrepreneur tragen Drittanbieter etwa 135 Milliarden US-Dollar zum Umsatz des Unternehmens bei. Das war 2017. Bis 2020 wird angenommen, dass sich dieser Wert auf 259 Milliarden US-Dollar fast verdoppelt. Anscheinend ist es dabei selbst für einen großen Konzern wie Amazon schwierig, immer und überall die Geschäftsbedingungen durchzusetzen - ein Problem, das Googles Videoplattform Youtube beispielsweise mit Machine Learning angehen möchte.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 49,94€
  2. 50,99€
  3. 2,19€
  4. (-88%) 3,50€

Abdiel 27. Jul 2018

Bitte nicht Glauben mit Religion verwechseln... Den meisten Menschen geht es beim...

demon driver 21. Jul 2018

Man mag das bedauern, aber so ist es leider. Siehe z.B. braune Hemden, gibt es bis heute...

demon driver 21. Jul 2018

Das behauptest du. Hast du irgendeinen Beleg dafür, dass die Legalität von Symbolen...

demon driver 21. Jul 2018

Du, ich rede hier nicht mehr mit dir aber, egal ob dir meine bisherigen...

Test_The_Rest 20. Jul 2018

Naja, ich denke eher, Extremisten sind das Ergebnis, einer zerfallenden, maroden...


Folgen Sie uns
       


Endpoint Security: IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten
Endpoint Security
IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

Tausende Geräte in hundert verschiedenen Modellen mit Dutzenden unterschiedlichen Betriebssystemen. Das ist in großen Unternehmen Alltag und stellt alle, die für die IT-Sicherheit zuständig sind, vor Herausforderungen.
Von Anna Biselli

  1. Datendiebstahl Kundendaten zahlreicher deutscher Firmen offen im Netz
  2. Metro & Dish Tisch-Reservierung auf Google übernehmen
  3. Identitätsdiebstahl SIM-Dieb kommt zehn Jahre in Haft

Projektorkauf: Lumen, ANSI und mehr
Projektorkauf
Lumen, ANSI und mehr

Gerade bei Projektoren werden auf Plattformen verschiedener Onlinehändler kuriose Angaben zur Helligkeit beziehungsweise Leuchtstärke gemacht - sofern diese überhaupt angegeben werden. Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und beschäftigen uns mit Einheiten rund um das Thema Helligkeit.
Von Mike Wobker


    Mobilfunktarife fürs IoT: Die Dinge ins Internet bringen
    Mobilfunktarife fürs IoT
    Die Dinge ins Internet bringen

    Kabellos per Mobilfunk bringt man smarte Geräte am leichtesten ins Internet der Dinge. Dafür haben deutsche Netzanbieter Angebote für Unternehmen wie auch für Privatkunden.
    Von Jan Raehm

    1. Smart Lock Forscher hacken Türschlösser mit einfachen Mitteln
    2. Brickerbot 2.0 Neue Schadsoftware möchte IoT-Geräte zerstören
    3. Abus-Alarmanlage RFID-Schlüssel lassen sich klonen

      •  /