USA: Diese iPhone-Daten kann Apple der Polizei geben
So richtig sicher scheinen Apples Geräte und Clouddienste nicht zu sein – zumindest nicht vor den Augen der US-Strafverfolgungsbehörden, wie ein Dokument(öffnet im neuen Fenster) von Apple verrät. Darin wird beschrieben, welche Daten seiner Kunden das Unternehmen aus iOS-Geräten und der iCloud extrahieren kann.
Alle Kontodaten der Apple-Kunden können über eine einstweilige Verfügung oder ähnliche Rechtsmittel übergeben werden. Das bezieht sich auf Apples Läden, die iTunes- und App-Stores, die iTunes-Geschenkkarten sowie die Daten der Anwender, die eine Apple ID besitzen.
Letztlich kann alles, was in der iCloud oder in den Backups von iOS-Geräten gespeichert wurde, auch entschlüsselt und herausgegeben werden, inklusive Logdateien. 60 Tage rückwirkend sind beispielsweise E-Mail-Logs von iCloud verfügbar. Dabei handelt es sich nicht um die eigentlichen Inhalte der Mails, sondern um Metadaten, die aber auch verraten, wer mit wem wann kommunizierte. Auch alle anderen Daten, die in die iCloud gespeichert werden, können von Apple auf Antrag der Behörden herausgegeben werden. Dazu gehören Kontakte, Kalender, Bookmarks, Fotos und Daten sämtlicher Anwendungen auf iOS-Geräten.
Einen Hoffnungsschimmer gibt es dennoch. Hat der iCloud-Benutzer eine Datei gelöscht, kann auch Apple auf sie nicht mehr zugreifen. Wer die Backups nicht in der Cloud speichert, scheint außerdem etwas sicherer zu sein.
Was in den Richtlinien(öffnet im neuen Fenster) nicht angesprochen wird, sind die Zugangsdaten, die in der iCloud Keychain abgelegt werden. Nach Apples Angaben sind sie verschlüsselt und ermöglichen keinen Zugriff. Imessages und Facetime-Kommunikation können aufgrund der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach Angaben von Apple auch nicht abgefangen werden. Ob Nachrichten, die im Backup von iOS-Geräten gespeichert werden, aber ebenfalls so geschützt sind, ist unbekannt.
Ob Apple den Aufenthaltsort von iOS-Benutzern erkennen kann, bleibt ungewiss. Aber auch Abstinenz von der iCloud nutzt im Zweifelsfall wenig. Apple kann Zugriffsmaßnahmen ausschalten und einige Daten extrahieren. Die komplette Deaktivierung scheint nicht möglich zu sein. SMS-Nachrichten, Fotos, Videos, Kontakte, Tonaufnahmen und die Anrufhistorie können ausgelesen werden, während Apple nicht an E-Mails, Kalendereinträge oder App-Daten von Dritten herankommt.
Apple liest die Geräte für Strafverfolgungsbehören in seinem Firmensitz in Kalifornien selbst aus, wenn der Absender eine Festplatte mit der doppelten Speicherkapazität des iPhones oder Tablets beilegt.
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