Infineon erwirtschaftet ein Drittel seines Umsatzes in China

In einer ähnlich unbequemen Situation wie ASML befindet sich seit der im Frühjahr 2020 abgeschlossenen Übernahme des US-Unternehmens Cypress auch der größte deutsche Halbleiteranbieter Infineon. Die neue US-Tochter leistet mit ihren USB-Systemen, Microcontrollern und ihrer Wireless-Technologie nach Aussage des Konzerns einen unverzichtbaren Beitrag zu dessen Geschäftsergebnis.

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In einem Interview mit der Börsenzeitung deutete Finanzvorstand Sven Schneider an, dass die US-Sanktionen gegen Huawei auch bei Infineon zu Umsatzeinbußen führen könnten. Der Konzern erwirtschaftet in China fast 30 Prozent seiner gesamten Erlöse. Das entspricht dem Umsatzanteil, der Zahlen des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zufolge auch für andere europäische Halbleiterunternehmen in der Volksrepublik auf dem Spiel steht.

In Deutschland sind von den US-Sanktionen gegen Huawei auch die Tochtergesellschaften der Chinesen in Berlin, München und Düsseldorf betroffen. Die Entity List des US-Handelsministeriums führt Huawei Cloud, Huawei OpenLab, die Huawei Technologies Deutschland sowie die Huawei Technologies Düsseldorf GmbH und das Forschungs- und Entwicklungszentrum in München explizit auf.

Die Frage ist, ob hier Jobs auf dem Spiel stehen. "Denn wenn die USA das wollen, trocknen sie die Dependancen ihnen unliebsamer Unternehmen auch in Deutschland aus und vernichten damit hochwertige deutsche Arbeitsplätze", befürchtet Hartmut Pohl, Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises Datenschutz und IT-Sicherheit bei der Gesellschaft für Informatik und Geschäftsführender Gesellschafter der IT-Sicherheitsberatung Softscheck.

Mehrarbeit für Soft- und Hardware-Entwickler

Anderswo dürfte der Handelskonflikt Soft- und Hardwareentwicklern dagegen eher mehr Arbeit bereiten. "Denn um ihre Umsätze in China nicht zu gefährden, müssen deutsche Technologieunternehmen Ersatzprodukte für alle Teile und Komponenten finden, die unter die US-Exportmaßnahmen fallen könnten", erklärt Außenwirtschaftsexperte Ewald Plum von Rödl & Partner. Das verursacht einen enormen Aufwand. Immerhin haben Technologieunternehmen oft bis zu 7.000 Zulieferer, hat McKinsey ermittelt.

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"Geht der Handelskonflikt weiter wie bisher, werden viele Halbleiterhersteller wohl auch unterschiedliche Versionen desselben Produkts für den chinesischen und den US-amerikanischen Markt entwickeln müssen", erwartet Ondrej Burkacky von McKinsey.

Das sieht auch SNV-Fachmann Jan-Peter Kleinhans so. Die technologische Abkopplung der USA von China im Halbleiterbereich werde zwar nicht dazu führen, dass zwei vollkommen voneinander unabhängige Technologieräume entstehen, so Kleinhans. "Für bestimmte Anwendungen und Produktionsschritte wird es aber US-amerikanische und chinesische Alternativen geben, die sich durch die Außenhandelsregime des jeweiligen Handelsraums gegenseitig ausschließen", erwartet Kleinhans. Die Volksrepublik bereitet als Antwort auf die Politik der USA derzeit Importkontrollmaßnahmen vor.

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 Joe Biden wird den Technologiekonflikt nicht beendenIst RISC-V eine Alternative zu Cadence, Mentor und Synopsys? 
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lost_bit 10. Dez 2020

Erst einmal +1 Wollte nämlich genau das gleiche schreiben. Schau dir Mal KiCAD an. Ist...

Kleba 10. Dez 2020

Zum Glück fangen sie auch endlich mal damit an.

zilti 09. Dez 2020

Nö. Was die EU macht, geht weit darüber hinaus. Und sie machen ja nichtmal einen Hehl...


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