USA beauftragen Core Power: Atomare US-Handelsflotte gegen Chinas Schiffsindustrie
Das britische Unternehmen Core Power baut für die US-Regierung eine Flotte atomgetriebener Handelsschiffe auf(öffnet im neuen Fenster). Das erste Schiff soll ab 2028 gebaut werden. US-Präsident Donald Trump will laut der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times (FT) damit Chinas wachsende Vorherrschaft im kommerziellen Schiffbau herausfordern. Die US-Schiffbauindustrie wurde durch die günstige Konkurrenz aus China zuletzt stark geschwächt(öffnet im neuen Fenster).
Die öffentlich-private Partnerschaftsvereinbarung mit Core Power und der US-Regierung wurde am 24. August 2026 unterschrieben. "Wir werden China nicht schlagen, indem wir eine billigere Version von China sind. Sie haben die Kunst der Billigkeit perfektioniert", sagte Stephen Carmel, Leiter der US-Seeverkehrsbehörde im Verkehrsministerium, der FT. "Wir konkurrieren nicht damit, billig zu sein. Wir konkurrieren mit Technologie; Kerntechnologie ist etwas, worin wir wirklich gut sind."
Unbeliebte Technologie und Hafenverbote
Der Kernantrieb ist eine Technologie, die seit Jahrzehnten in Militär-U-Booten zum Einsatz kommt. Damit wird eine unbegrenzte Ausdauer unter Wasser möglich, der Bedarf an Sauerstoff wird überflüssig (abseits der Atemluft), hohe Dauergeschwindigkeiten können erreicht werden. Derzeit verfügt Russland über die größte atomgetriebene Flotte, da das Land diese Technologie einsetzt, um Eisbrecher in der Arktis anzutreiben.
Bis vor Kurzem hatte die Technologie aufgrund hoher Baukosten, Hafenverbote und komplexer internationaler Haftungsgesetze Schwierigkeiten, kommerzielle Interessen zu wecken. "Ohne Versicherung wird nichts passieren", sagte Themistoklis Sapsis vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) der FT. "Wenn etwas schiefgeht, muss jemand dafür aufkommen."
Damit der Bau der US-Flotte rasch vorankommt, soll ein regulatorischer Rahmen geschaffen werden, der eine zügige Genehmigung, die Verfügbarkeit von Versicherungen, den Zugang zu Häfen sowie hohe Sicherheitsstandards ermöglicht.
Vorteile einer nuklearbetriebenen Handelsflotte
Das in London ansässige Unternehmen Core Power unterhält dafür eine Partnerschaft mit dem Hafen von Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas. Zudem warb Core Power bereits knapp 200 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln von Investoren wie den japanischen Konzernen Mitsui, Mitsubishi und Sumitomo ein. Jedoch enthält die Vereinbarung mit der US-Regierung keine Garantie für eine Finanzierung.
Der Atomantrieb könne mit den derzeitigen, auf fossilen Brennstoffen basierenden Systemen konkurrieren, sagte Core-Power-Geschäftsführer Mikal Bøe der FT. Mit nuklearem Antrieb könnten Schiffe zwischen 50 und 75 Prozent schneller fahren, mehr Fracht transportieren und unterlägen keinen Umweltsteuern.
Derzeit übernehme in der Regel der Charterer die Treibstoffkosten für die Reise. Bei einem Atomschiff reiche der Brennstoff jedoch mehr als 20 Jahre. Das könne neue Geschäftsmodelle schaffen oder Investoren anlocken, sagte Peter Jameson, Geschäftsführer der US-Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Zudem fehlten ausreichend Nuklearingenieure und Ressourcen zur Ausbildung der Seeleute.
Führungskräfte rechnen erst ab den 2030er-Jahren mit atomgetriebenen Schiffen. Core Power schätzt, dass atomgetriebene Schiffe während der gesamten Lebensdauer mit herkömmlichen Schiffskraftstoffen vergleichbar sein würden; die Kosten pro Tonne betrügen 500 bis 600 US-Dollar. "Es gibt 8.200 Schiffe, die für den Atomantrieb geeignet sind und in den nächsten 25 Jahren ersetzt werden müssen", sagte Bøe. "Wir können in diesem Zeitraum einen Anteil von zehn bis zwanzig Prozent erreichen."
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