USA: Amazon entschuldigt sich für 'Pinkeln in Flaschen'-Tweet

Damit bestätigt Amazon erstmals die Vorwürfe, entschuldigt sich aber nicht bei den Angestellten und geht weiter hart gegen diese vor.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Amazon bestätigt erstmals, dass Mitarbeiter in Flaschen urinieren.
Amazon bestätigt erstmals, dass Mitarbeiter in Flaschen urinieren. (Bild: PATRICK T. FALLON/AFP via Getty Images)

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat sich nach einer Twitter-Auseinandersetzung darüber, wo und wie Beschäftigte ihre Notdurft verrichten, bei einem US-Abgeordneten entschuldigt. Am Osterwochenende räumte der Konzern von Multimilliardär Jeff Bezos in einer Mitteilung ein, dass Lieferfahrer mitunter keine Toiletten fänden und bestätigte somit erstmals Berichte, wonach Mitarbeiter unter hohem Zeitdruck im stressigen Arbeitsalltag in Flaschen urinierten. Dass dies zunächst über einen offiziellen Twitter-Account von Amazon abgestritten wurde, sei ein "Eigentor" gewesen.

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Der Konflikt hatte vorletzte Woche mit einem kritischen Tweet des Abgeordneten Marc Pocan von der demokratischen Partei begonnen: "Mitarbeitern 15 Dollar Stundenlohn zu zahlen, macht einen nicht zu einem 'fortschrittlichen Arbeitsplatz', wenn man gegen Gewerkschaften vorgeht und Beschäftigte in Wasserflaschen urinieren." Amazon hatte zunächst in ungewöhnlich scharfem Ton bei Twitter gekontert: "Sie glauben nicht wirklich die Sache mit dem Pinkeln in Flaschen?" Und weiter: "Wenn das wahr wäre, würde niemand für uns arbeiten."

Entschuldigung nur bei US-Abgeordnetem

Nun zeigte sich der Bezos-Konzern zwar einsichtig: "Wir entschuldigen uns beim Abgeordneten Pocan". Eine Entschuldigung bei den betroffenen Mitarbeitern enthält das Statement zwar nicht, allerdings kündigte Amazon an, das Pinkelproblem in Angriff nehmen zu wollen. "Wir wissen bislang noch nicht wie, aber wir werden nach Lösungen suchen." Das Unternehmen betonte jedoch auch, dass es sich um ein branchenweites Problem handele, das sich nicht auf Amazon beschränke und sich durch die Schließung öffentlicher WCs in der Coronakrise verschärft habe.

Amazon war in den vergangenen Wochen sogar noch stärker unter Druck geraten. Kurz nach dem Disput mit dem Politiker Pocan hatte das Investigativportal The Intercept geleakte Dokumente einer Amazon-Logistics-Managerin veröffentlicht, in denen unter anderem klargestellt wird, dass keine Tüten mit "menschlichen Fäkalien" in den Lieferzentren geduldet werden. Amazon äußerte sich dazu auf Nachfrage zunächst nicht und ging auch in der aktuellen Stellungnahme nicht darauf ein.

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Hintergrund des aggressiven Auftretens sind Auseinandersetzungen zwischen Angestellten und Führungskräften bei Amazon um das Recht auf gewerkschaftliche Organisation am Amazon-Standort Bessemer im US-Bundesstaat Alabama. Medienberichten zufolge hatte Amazon-CEO Jeff Bezos die PR-Abteilung dabei zu dem aggressivem Vorgehen aufgefordert. Das ging sogar so weit, dass einige Amazon-Angestellte dachten, der Twitter-Account des Unternehmens sei gehackt worden.

Der Konzern steht darüber hinaus seit Jahren wegen des Umgangs mit seinen Angestellten in der Kritik, was zu vielen Protesten auch innerhalb von Amazon führt. In einem aktuellen Fall entschied etwa die zuständige Arbeitsrechtsbehörde (National Labor Relations Board), dass Amazon den beiden Angestellten Emily Cunningham und Maren Costa unrechtmäßig gekündigt hatte, wie die New York Times berichtet. Die beiden hatten Amazon öffentlich dazu aufgefordert, selbst stärker gegen den Klimawandel vorzugehen sowie auch die Lagerarbeiter besser zu behandeln.

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Frau_Holle 07. Apr 2021

https://www.businessinsider.com/amazon-delivery-driver-day-in-the-life-2020-10 "We get...

SchluppoMäcQuar... 07. Apr 2021

Das ist auch genauso eingetreten. Die damaligen Jobs, macht jetzt zu großen Teilen das...

M.P. 07. Apr 2021

Vorteile von Amazon für mich als Prime-Kunde - Häufig kostenloser Versand - Problemloser...

Sybok 07. Apr 2021

Und dann Prime für den Rest des Jahres gratis, wenn er eine Sauerei hinterlassen sollte? ;-)



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