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US-Whistleblower: Putin verleiht Snowden die russische Staatsbürgerschaft

US-Whistleblower Edward Snowden ist nun auch russischer Staatsbürger. Für den Krieg gegen die Ukraine kann er aber vorerst nicht eingezogen werden.
/ Achim Sawall und Friedhelm Greis
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Edward Snowden ist jetzt auch russischer Staatsbürger. (Bild: Brendan McDermid/Reuters)
Edward Snowden ist jetzt auch russischer Staatsbürger. Bild: Brendan McDermid/Reuters

Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden am 26. September 2022 die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster).

Auf die Einbürgerung gab es keine unmittelbare Reaktion von Snowden, der weiterhin aktiv zu Überwachungsthemen twittert(öffnet im neuen Fenster). Sein Name steht auf einer Liste von 72 im Ausland geborenen Personen, denen Putin die Staatsbürgerschaft verlieh.

Snowden wollte doppelte Staatsbürgerschaft

Im November 2020 hatte Snowden erklärt, dass er russischer Staatsbürger werden wolle. "Nach der jahrelangen Trennung von unseren Eltern haben meine Frau und ich kein Interesse daran, von unserem Sohn getrennt zu werden. Aus diesem Grund beantragen wir, in Zeiten von Pandemien und geschlossenen Grenzen, eine doppelte US-russische Staatsbürgerschaft".

Snowden kündigte damals an, dass er und seine Frau Lindsay US-Bürger bleiben wollten. Snowden sagte weiter, dass er seinen Sohn mit den US-amerikanischen Werten erziehen wolle, "die wir lieben, einschließlich dem Recht auf freie Meinungsäußerung".

Spekulationen, wonach der 39-Jährige nun in die russische Armee eingezogen werden könne, wies dessen Anwalt Anatoli Kutscherena zurück. Snowden könne nicht rekrutiert werden, weil er bislang noch nicht in der russischen Armee gedient habe, sagte Kutscherena laut Medienberichten(öffnet im neuen Fenster) der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti. Putin hatte in der vergangenen Woche die Teilmobilisierung der russischen Streitkräfte angeordnet, weil die Armee im Krieg gegen die Ukraine zuletzt Rückschläge hinnehmen musste. Demnach sollen 300.000 Reservisten eingezogen werden. Snowden hatte zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine erklärt, sich nicht zu dem Thema äußern zu wollen(öffnet im neuen Fenster).

Snowden hatte im Jahr 2013 das Ausmaß der elektronischen Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA enthüllt. Auf der Flucht strandete er mit annulliertem US-Pass auf einem Flughafen in Moskau und beantragte Asyl in Russland, wo er seitdem lebt. Im Jahr 2020 gewährte Russland Snowden ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht.

Die US-Behörden fordern seit Jahren, dass er in die Vereinigten Staaten zurückkehrt, um sich einem Strafverfahren wegen angeblicher Spionage zu stellen. Snowden selbst lehnt eine Rückkehr seit Jahren ab, weil er befürchtet, dort kein faires Gerichtsverfahren zu erhalten.

Nachtrag vom 27. September 2022, 9:51 Uhr

Snowden reagierte am Abend des 26. September 2022 auf die Nachricht zu seiner Einbürgerung Auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichte er ein Foto mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen und schrieb dazu: "Nach Jahren der Trennung von unseren Eltern haben meine Frau und ich kein Bedürfnis danach, von unseren SÖHNEN getrennt zu sein. Nach zwei Jahren des Wartens und fast zehn Jahren des Exils ist es gut für meine Familie, ein wenig Stabilität zu haben. Ich bete um Privatsphäre für sie – und für uns alle."


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