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US-Wahlkampf: Facebook entfernt Fake-Profile und Seiten

Über zwei Dutzend nicht authentische Facebook-Accounts sollen im US-Wahlkampf genutzt worden sein, um politische Demonstrationen zu organisieren und Werbeanzeigen zu schalten. Ob die Aktivitäten aus Russland kommen, sagt das Unternehmen diesmal aber nicht.

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Facebook entfernt wieder Fake-Profile von seinen Plattformen.
Facebook entfernt wieder Fake-Profile von seinen Plattformen. (Bild: Maurizio Pesce/CC-BY 2.0)

In einem Blogpost hat Facebook mitgeteilt, 32 Accounts und Pages entfernt zu haben, die an "nicht authentischem Verhalten" beteiligt gewesen seien. "Ein solches Verhalten ist auf Facebook nicht erlaubt und wir wollen nicht, dass Menschen oder Organisationen Netzwerke von Accounts erstellen, um andere darüber zu täuschen, wer sie sind und was sie tun", schreibt das Unternehmen.

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Bei den betroffenen Accounts handelt es sich demnach um acht Facebook-Pages, 17 Facebook-Profile und sieben Instagram-Accounts, die an der Organisation einer geplanten politischen Demonstration in Washington DC in der kommenden Woche beteiligt gewesen seien. Unter dem Titel "No Unite The Right 2 - DC" hatten Tausende Facebook-Nutzer ihr Interesse an der Veranstaltung bekundet, mehr als 600 wollten kommen.

11.000 US-Dollar für Werbung

Laut Facebook trugen die nun geschlossenen Accounts und Pages Namen wie "Aztlan Warriors", "Black Elevation", "Mindful Being", und "Resisters", und waren allesamt zwischen März 2017 und Mai 2018 erstellt worden. Insgesamt hätten sie über 290.000 Follower. Besonders pikant: In nur etwas mehr als einem Jahr organisierten die Macher über die falschen Profile 30 Veranstaltungen und kauften 150 Facebook-Werbeanzeigen im Wert von 11.000 US-Dollar.

Vorsichtig ist Facebook diesmal bei der Zuordnung der Verantwortlichkeit. Bereits während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 hatte Facebook gefälschte Konten geschlossen und deren Aktivitäten damals der russischen Internet Research Agency (IRA) zugeordnet. Die jetzigen Verantwortlichen seien in ihrem Vorgehen aber vorsichtiger gewesen.

"Es wird deutlich, dass diejenigen, die hinter diesen Accounts stecken, einen größeren Aufwand betrieben haben, ihre wahre Identität zu verbergen, als es die IRA getan hat", schreibt Facebook. "Wir haben es mit sehr entschlossenen und gut finanzierten Gegnern zu tun, die niemals aufgeben werden und ihre Taktiken ständig anpassen." Einige der Aktivitäten seien denen der IRA von 2016 jedoch sehr ähnlich. Für eine der Pages mit dem Namen "Resisters" war zudem für kurze Zeit ein inzwischen ebenfalls entfernter, der IRA zugeordneter Facebook-Account als Admin eingetragen.

Missbrauch mit staatlicher Unterstützung

Facebook wird wegen seines Umgangs mit Falschnachrichten und dem Verkauf politischer Werbung insbesondere während des US-Präsidentschaftswahlkampfes im Jahr 2016 heftig kritisiert. Das Werbeunternehmen hatte im vergangenen Jahr eingeräumt, dass es staatlich unterstützte Versuche gebe, das weltgrößte Online-Netzwerk als Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu missbrauchen. Seitdem versucht Facebook immer wieder, die Verbreitung sogenannter nicht authentischer Inhalte mit einer Mischung aus menschlichen Eingriffen und automatisierter Erkennung in den Griff zu bekommen.

Auch während des Bundestagswahlkampfes in Deutschland 2017 hatte Facebook Accounts mit auffälligen Aktivitäten entfernt. Das Unternehmen kündigte an, die rund 3.200 Facebook-Nutzer zu informieren, die sich für die von den jetzt entfernten Fake-Accounts organisierten Veranstaltungen in Washington interessiert oder dafür angemeldet hatten.



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