US-Wahlen: Facebook verkaufte politische Anzeigen an russische Firma

Wurde die US-Wahl von Russland beeinflusst? Neue Daten von Facebook geben darauf Hinweise, doch dürften die Auswirkungen sehr begrenzt gewesen sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Facebook schaltete politische Anzeigen mit russischem Hintergrund.
Facebook schaltete politische Anzeigen mit russischem Hintergrund. (Bild: Thomas Coes/AFP/Getty Images)

Das soziale Netzwerk Facebook hat Hinweise gefunden, dass etwa 3.000 politische Anzeigen in den vergangenen Jahren von einem Netzwerk gefälschter Accounts mit russischem Hintergrund geschaltet wurden. Bei der Überprüfung der Anzeigenverkäufe sei festgestellt worden, dass zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 100.000 US-Dollar für Anzeigen ausgegeben worden seien, die mit 470 gefälschten Accounts und Seiten verbunden gewesen seien, teilte das Unternehmen in einem Blogbeitrag mit. Einer Analyse zufolge seien die Accounts miteinander verbunden gewesen und wahrscheinlich von Russland aus gesteuert worden.

Stellenmarkt
  1. Senior Projektleiter (w/m/d)
    BAS Kundenservice GmbH & Co. KG, Berlin
  2. Senior Product Manager Digital / IIoT (m/w/d)
    SCHENCK RoTec GmbH, Darmstadt
Detailsuche

Einem Bericht der Washington Post zufolge erwähnten nur wenige Anzeigen die Namen der Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton. Die meisten Anzeigen hätten sich mit kontrovers diskutierten Themen wie Waffenbesitz, Homosexuellenrechten oder Einwanderung beschäftigt, sagte Sicherheitschef Alex Stamos.

In einem weiteren Schritt untersuchte Facebook zudem Anzeigen, die einen weniger organisierten Bezug zu Russland aufwiesen. Dazu zählten Fälle, in denen von einer US-IP-Adresse aus Anzeigen auf russischer Sprache gebucht worden seien. Dabei fand Facebook 2.200 Anzeigen mit politischem Bezug, die für 50.000 Dollar geschaltet worden waren.

Wie viele Menschen durch die Anzeigen erreicht wurden, ist unklar. Allerdings machte das Unternehmen in den USA und Kanada allein im dritten Quartal 2016 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Dollar, so dass mit 100.000 Dollar vermutlich keine große Kampagne gefahren werden konnte. Laut Ars Technica lassen sich derzeit mit einem Budget von 100.000 Dollar etwa 1,4 Millionen Facebook-Nutzer erreichen, die sich für das Recht auf Waffenbesitz und illegale Einwanderung interessieren.

Golem Karrierewelt
  1. Data Engineering mit Python und Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    18./19.01.2023, Virtuell
  2. Go für Einsteiger: virtueller Zwei-Tages-Workshop
    23./24.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

In den vergangenen Monaten hat das soziale Netzwerk weitere Anstrengungen unternommen, um den Einfluss gefälschter Accounts und Fake News zu verringern. So löschte das Unternehmen vor der Bundestagswahl in Deutschland Zehntausende Spammer-Konten. Zudem dürfen Seitenbetreiber, die wiederholt bereits angezweifelte Inhalte auf Facebook geteilt haben, künftig keine Werbeanzeigen mehr in dem sozialen Netzwerk schalten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Centin 08. Sep 2017

Wer sagt dass ich das ablehne? Das ist tagtägliche Weltpolitik. Du regst dich doch über...

michael_ 07. Sep 2017

und nun schiebt man die Schuld den Russen zu, weil diese Accounts auf russischer Sprache...

Muhaha 07. Sep 2017

Das stimmt soweit schon, aber im Wahlkampf sollten bitte nur die Politiker-Lügen erzählt...

Dwalinn 07. Sep 2017

Richtig und daher wird die Meinung wenn man sie schon Publik machen will über...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
I am Jesus Christ angespielt
Der Jesus-Simulator lässt uns vom Glauben abfallen

Kein Scherz, keine geplante Gotteslästerung: In I am Jesus Christ treten wir als Heiland an. Golem.de hat den kostenlosen Prolog ausprobiert.
Von Peter Steinlechner

I am Jesus Christ angespielt: Der Jesus-Simulator lässt uns vom Glauben abfallen
Artikel
  1. ChatGPT: Der geniale Bösewicht-Chatbot mit Stackoverflow-Bann
    ChatGPT
    Der geniale Bösewicht-Chatbot mit Stackoverflow-Bann

    ChatGPT scheint zu gut, um wahr zu sein. Der Chatbot wird von Nutzern an die (legalen) Grenzen getrieben.

  2. Landgericht Bonn: Telekom verklagt Meta auf Zahlungen für IP-Datentransport
    Landgericht Bonn
    Telekom verklagt Meta auf Zahlungen für IP-Datentransport

    Die Telekom hat bereits Zahlungen von Meta für IP-Datentransport erhalten. Diese flossen über die Meta-Tochter Edge Network Services aus Irland, wurden aber eingestellt.

  3. Prozessor-Architektur: Das lange Erbe von Intels 8080
    Prozessor-Architektur
    Das lange Erbe von Intels 8080

    50 Jahre alte Entscheidungen beeinflussen heutige Prozessoren - selbst Apples ARM-Prozessoren können sich dem nicht entziehen.
    Von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • NBB: Samsung Odyssey G5 WQHD/165 Hz 203,89€ u. Odyssey G9 49"/DQHD/240Hz 849,90€ • ViewSonic VX3258 WQHD/144 Hz 229,90€ • Elgato Cam Link Pro 146,89€ • Mindstar: Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 199€ • Alternate: Tt eSPORTS Ventus X Plus 31,98€ • 4x Philips Hue White Ambiance 49,99€ [Werbung]
    •  /