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Warten auf WikiLeaks

Alternativ lassen sich Informationen verbreiten, die einen Kandidaten diskreditieren. Die von Wikileaks veröffentlichten E-Mails des DNC sind ein Beispiel dafür. Was auch immer Wikileaks in den kommenden Wochen ins Netz stellen will, könnte ebenfalls einem der Kandidaten schaden - viele gehen davon aus, dass es wieder Clinton treffen wird. Ob diese Informationen falsch, gefälscht oder auf illegalem Wege erlangt wurden, ist dabei nicht wichtig. Beim einem skeptischen oder misstrauischen Publikum entfalten sie die beabsichtigte Wirkung auf jeden Fall.

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Michael McFaul, Politikprofessor der Stanford Universität, sagte der FAZ: "Wenn eine Woche vor der Wahl irgendein Datenmüll über einen der beiden Kandidaten ins Netz gekippt wird, dann könnte das einen ernsthaften Einfluss auf den Ausgang der Wahl haben."

Eine amerikanische IT-Sicherheitsfirma glaubt, die Sorge um eine manipulierte Wahl könne dazu führen, dass 15 Millionen Amerikaner gar nicht erst wählen gehen. Die Zahl basiert auf dem Ergebnis einer Onlineumfrage, bei der 700 Menschen geantwortet haben, ist also nur bedingt aussagekräftig. Dennoch kann man davon ausgehen, dass viele Amerikaner in ihrem Wahlsystem ein Problem sehen.

Die Washington Post hat kürzlich Umfrageergebnisse von Anfang September veröffentlicht, nach denen 63 Prozent der Befragten noch darauf vertrauen, dass die Stimmen korrekt ausgezählt werden. Vor zwölf Jahren waren es noch 70 Prozent. Fast jeder Zweite glaubt, es komme "recht häufig" oder "sehr häufig" zu Wahlbetrug durch einzelne Bürger, die mehrfach abstimmen oder eigentlich nicht wahlberechtigt sind.

Und was ist mit Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es eine Fraktion, die behauptet, die Wahlen seien manipuliert. Die Neue Rechte und die Alternative für Deutschland schüren diesen Gedanken. So haben sie dazu aufgerufen, Wahlbeobachter in Wahllokale zu schicken, weil sie fürchten, Stimmen zu ihren Gunsten würden vernichtet.

Technisch ist das Unsinn. Wahlen sind hierzulande bei jedem einzelnen Schritt transparent, jeder kann zuschauen, bis hin zur Auszählung der Stimmen. Hinter der Behauptung steckt politisches Kalkül. So soll ein generelles Misstrauen gegenüber dem Staat geschürt werden. Da die AfD sich als Opposition außerhalb der staatlichen Systeme versteht, hofft sie, mit solchen Behauptungen Unzufriedene auf ihre Seite ziehen zu können.

Natürlich gibt es auch in Deutschland Angriffe auf die digitale Infrastruktur. So wurde das interne Rechnernetz des Bundestags gehackt und es wurden gerade erst potenziell gefährliche Phishingmails an Parteispitzen verschickt. Bislang zumindest ist durch diese Aktionen aber nichts enthüllt worden, was Auswirkungen auf eine Wahl haben könnte.

Der Einsatz von Wahlcomputern allerdings ist in Deutschland seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2009 mehr oder weniger verboten. Und technische Experten wie die des Chaos Computer Clubs lobbyieren seit Jahren dafür, das zwar langsame, aber bewährte System der Kreuze auf Papierzetteln nicht abzuschaffen.

 Die Geschichte lehrt: Der Wahlausgang kann von Kleinigkeiten abhängen
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DrWatson 12. Okt 2016

Dann habe ich dich falsch interpretiert.

Grevier 11. Okt 2016

Niemand hat gesagt, dass es unmöglich ist. Es ist dafür aber wesentlich schwieriger...

quasides 11. Okt 2016

Ned nur zudem gilt seitdem das Firmenspenden als "freedom of Speech" anzusehen sind. Ist...


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