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US-Vorwürfe: Moonshot soll auf exportbeschränkte Nvidia-Systeme zugegriffen haben

Nach dem Erfolg von Kimi K3 geraten die Methoden des chinesischen KI-Unternehmens Moonshot zunehmend in den Fokus der US-Regierung.
/ Przemyslaw Szymanski
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Logo von der Moonshot-KI Kimi (Symbolbild) (Bild: HECTOR RETAMAL / AFP via Getty Images)
Logo von der Moonshot-KI Kimi (Symbolbild) Bild: HECTOR RETAMAL / AFP via Getty Images

Die US-Regierung wirft dem chinesischen KI-Unternehmen Moonshot vor, für die Entwicklung seines neuen Modells Kimi K3 unerlaubt auf besonders leistungsfähige Nvidia-Hardware zugegriffen zu haben. Michael Kratsios, Leiter des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik im Weißen Haus, erklärte auf X(öffnet im neuen Fenster), das Unternehmen habe Server mit Nvidias GB300-Hardware genutzt. Konkrete Belege dafür legte Kratsios jedoch nicht vor.

Ein solcher Einsatz von GB300-Systemen wäre besonders brisant, weil die Hardware unter die US-Exportbeschränkungen fällt. Diese Regeln hatte Washington in den vergangenen Jahren mehrfach verschärft und teilweise wieder gelockert. Nach ersten Verkaufsverboten entwickelte Nvidia mit dem H20 eine schwächere Variante für China.

Im April 2025 wurde auch dessen Ausfuhr genehmigungspflichtig, später erlaubte Washington wieder einzelne Lieferungen. Im Dezember 2025 kündigte Washington begrenzte H200-Lieferungen an, die seit Januar 2026 unter Auflagen genehmigt werden können. Für die Blackwell-Generation mit dem GB300 ist dagegen weiterhin eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich.

Kratsios zufolge soll Moonshot einen Server mit GB300-Hardware erworben haben. Zum anderen soll das Unternehmen in Thailand auf weitere GB300-Systeme zugegriffen und sie vermutlich für das Training eigener Modelle genutzt haben. Dabei hatte die US-Exportbehörde BIS bereits Ende Mai klargestellt, dass für Lieferungen leistungsfähiger KI-Chips an chinesische Unternehmen auch dann eine Genehmigung erforderlich ist, wenn die empfangende Gesellschaft außerhalb Chinas sitzt.

Moonshot soll US-Modelle ausgefragt haben

Der mögliche Verstoß gegen die Exportregeln ist jedoch nur ein Teil der Vorwürfe, die Michael Kratsios gegen Moonshot erhebt. Nach seinen Angaben soll das Unternehmen außerdem eine interne Plattform betrieben haben, die in großem Stil Antworten amerikanischer KI-Modelle sammelte.

Bei dieser sogenannten Destillation lernt ein kleineres Modell aus den Ausgaben eines leistungsfähigeren Systems. Das Verfahren ist grundsätzlich üblich, kann aber gegen die Nutzungsbedingungen der Anbieter verstoßen, wenn damit ein Konkurrenzmodell trainiert wird.

An diesen Vorwurf knüpfen frühere Anschuldigungen von Anthropic(öffnet im neuen Fenster) an. Das US-Unternehmen hatte Moonshot und weitere chinesische KI-Anbieter bereits vor der Vorstellung von Kimi K3 beschuldigt, seine Modelle über Tausende verschleierte Konten millionenfach abgefragt zu haben. Die Antworten sollen anschließend zur Verbesserung eigener Systeme genutzt worden sein.

Vor diesem Hintergrund rückt auch die Leistungsfähigkeit von Kimi K3 in den Mittelpunkt. Dem Unternehmen zufolge übertrifft das Modell insgesamt alle Konkurrenten außer Anthropics Claude Fable 5 und OpenAIs GPT-5.6. Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) zufolge löste die Vorstellung einen Ausverkauf bei Technologiewerten aus, der an die Marktreaktion auf Deepseek im Vorjahr erinnerte.

Sanktionen könnten Börsenpläne gefährden

Wegen dieser Vorwürfe stellt Washington nun konkrete Folgen in Aussicht. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte auf X(öffnet im neuen Fenster), die Regierung unterstütze offene Modelle, nicht aber den Diebstahl geistigen Eigentums. Als mögliche Maßnahmen nannte er Sanktionen und die Aufnahme in die Entity List. Dadurch wären Lieferungen vieler Waren und Technologien, die den US-Exportregeln unterliegen, nur noch mit einer besonderen Genehmigung möglich.

Für Moonshot könnten solche Maßnahmen gerade vor einer wichtigen Finanzierungsrunde zum Problem werden. Bloomberg zufolge strebt das Unternehmen dabei eine Bewertung von bis zu 50 Milliarden US-Dollar an und erwägt anschließend einen Börsengang in Hongkong. Sanktionen oder Handelsbeschränkungen könnten diese Pläne erschweren, indem sie vor allem amerikanische Investitionen verhindern. Moonshot selbst äußerte sich bislang nicht zu den neuen Vorwürfen.


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