US-Verkehrssicherheitsbehörde: Lenkradpflicht bei autonomen Autos entfällt

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde sieht großen Änderungsbedarf bei der Zulassung autonomer Autos. Pedale und Lenkräder braucht es nicht mehr.

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Konzeptfahrzeug F 015 - Luxury in Motion
Konzeptfahrzeug F 015 - Luxury in Motion (Bild: Mercedes)

In zahlreichen Zulassungsvorschriften in den USA aber auch in anderen Teilen der Welt wird von Fahrersitz, Lenkrad, Pedalen und anderen Bedienelementen gesprochen. Die sind bei autonomen Autos nicht nötig, befindet die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA und hat einen finalen Vorschlag für die Änderung zahlreicher Vorschriften (PDF) veröffentlicht.

Dabei geht es zum Beispiel um Crashnormen, die ausdrücklich den Fahrersitz mit Lenkrad und Pedalen erwähnen. Entfällt die Pflicht, derartige Bedienelemente vorzuhalten, könnten sich Kostenersparnisse für die Hersteller ergeben, heißt es zur Begründung. Knapp 1.000 US-Dollar ließen sich pro Fahrzeug sparen.

Die Behörde räumt ein, dass die Entwicklung und der potenzielle Einsatz von autonomen Fahrzeugen nach wie vor mit Unsicherheiten belegt ist. Dennoch ist die NHTSA der Ansicht, dass es angemessen ist, diese Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt abzuschließen, um neuen Fahrzeugdesigns zuvorzukommen, die es bereits in Form von Prototypen oder Studien gibt. Bei den derzeitigen Entwürfen handelt es sich im Allgemeinen um Fahrzeuge mit nach vorn gerichteten Sitzreihen und um Fahrzeuge ohne manuelle Bedienelemente. Teilweise zeigen Hersteller aber seit Jahren auch Modelle, bei denen die Passagiere einander zugewandt sitzen.

Die Behörde betont, dass autonom fahrende Autos das gleiche Maß an Insassenschutz bieten müssen wie von Menschen gesteuerte Autos.

Überlegungen von Fahrzeugdesignern, den Innenraum von autonomen Autos komplett neu zu gestalten, gibt es schon seit vielen Jahren. Zur Cebit 2015 hatte Mercedes mit dem Konzeptfahrzeug F 015 - Luxury in Motion gezeigt, wie sich das Unternehmen den Wohnraum solcher Fahrzeuge vorstellt: Kernstück des Konzepts war damals ein variables Sitzsystem mit drehbaren Sesseln. So können sich die Passagiere auch wie in einem Zugabteil gegenübersitzen.

Rolls-Royce hat sich 2016 beim Konzeptfahrzeug 103EX ebenfalls Gedanken um die Zukunft gemacht. Ein Armaturenbrett gibt es nicht mehr, was Platz für einen großen Fernseher schafft, den die Mitfahrer auf einem Sofa nutzen können. Die Beinfreiheit ist so groß, dass man theoretisch auch auf dem Boden sitzen könnte.

Die Fahrtzeit können die Reisenden zum Arbeiten, Entspannen oder Kommunizieren nutzen. Im einfachsten Fall unterhalten sie sich einfach und sitzen sich gegenüber. Da fehlt eigentlich nur noch das virtuelle Lagerfeuer in der Mitte der Sitze.

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