Notbremsassistent nicht zuverlässig

Ein Sicherheitsproblem besteht nach Ansicht der Unfallbehörde auch darin, dass der Notbremsassistent des Model X die Betonmauer nicht erkannte. Daher beschleunigte das Auto in den Sekunden vor dem Unfall sogar noch auf die zuvor eingestellte Höchstgeschwindigkeit, anstatt eine Notbremsung einzuleiten. "Damit teilautomatisierte Systeme sicher in einer Umgebung mit hohen Geschwindigkeiten eingesetzt werden können, müssen die Systeme zur Vermeidung von Kollisionen in der Lage sein, potenzielle Gefahren wirksam zu erkennen und Fahrer davor zu warnen", heißt es in dem Bericht.

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Anders als andere Autohersteller verzichtet Tesla beim automatisierten und autonomen Fahren auf den Einsatz von Laserscannern zur Umfelderkennung. Stattdessen setzt Firmenchef Elon Musk auf zahlreiche Kameras sowie Radar und Ultraschallsensoren. Der Vorteil eines Laserscanners: Anders als bei Kameras ist keine Bilderkennung erforderlich, um ein Objekt in einer bestimmten Entfernung detektieren zu können. Auch wenn das System ein Objekt nicht erkennen und klassifizieren kann, weiß es dennoch, dass sich offenbar ein Gegenstand auf dem geplanten Fahrweg befindet, dem ausgewichen werden muss.

Kritik an Untätigkeit von Behörden

Nach Angaben von The Verge wiesen Unfallermittler in der Anhörung vom Dienstag darauf hin, dass kamerabasierte Systeme dabei an ihre Grenzen stoßen könnten. Laut US-Medienberichten hat die NHTSA bereits 14 Untersuchungen von Unfällen gestartet, bei denen die Nutzung des sogenannten Autopiloten oder anderer Assistenzsysteme eine Rolle gespielt haben könnte. Zuletzt fuhr Ende 2019 ein Model 3 im US-Bundesstaat Indiana gegen ein geparktes Feuerwehrauto. In mehreren Fällen kam es zu tödlichen Unfällen, weil Tesla-Fahrzeuge einen querenden Lkw nicht erkannten.

Nach Ansicht der NTSB stellt die Tatsache, dass das US-Verkehrsministerium und die NHTSA den Bereich der Assistenzsysteme bislang nicht regulieren, ebenfalls ein Sicherheitsproblem dar. Das betrifft laut der Behörde auch die bislang fehlenden Vorgaben für eine Black Box, die Fahrzeugdaten aufzeichnet. Zu guter Letzt mahnt die NTSB die zeitnahe Reparatur von Sicherheitseinrichtungen auf den US-Highways an. So war an der Unfallstelle ein beschädigter Anpralldämpfer nach einem vorangegangen Unfall nicht wieder repariert worden. Bei einem reparierten Anpralldämpfer hätte der Fahrer den Unfall vermutlich überlebt.

Automatische Deaktivierung beim Autofahren

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Neben einigen sinnvollen Forderungen zur Verkehrssicherheit, was den Einsatz teilautomatisierter Systeme betrifft, verlangt die NTSB von den Smartphone-Herstellern eine "automatische Deaktivierung aller Funkionen, die einen Fahrer ablenken können, wenn sich ein Fahrzeug bewegt". Das Gerät solle dann lediglich in Notfällen genutzt werden können. Hersteller wie Apple, Google, HTC, Lenovo, LG, Motorola, Nokia, Samsung und Sony sollen demnach diese Mechanismus auf allen neuen Geräten standardmäßig installieren und bei bereits ausgelieferten Geräten nachrüsten.

Wie die Geräte unterscheiden sollen, ob sie vom Fahrer oder Beifahrer verwendet werden oder der Nutzer gerade in einem Bus sitzt, ist jedoch unklar. Zudem verfügen iPhones bereits über die Option Beim Fahren nicht stören. Ist sie aktiv, werden Textnachrichten und Mitteilungen stummgeschaltet oder nur stark eingeschränkt empfangen. Vom iPhone-Hersteller Apple wird zudem gefordert, seinen Angestellten und freien Mitarbeitern zu verbieten, elektronische Geräte außer in Notfällen beim Fahren einzusetzen.

Tesla antwortet seit 881 Tagen nicht

Das Problem der NTSB: Die Behörde kann nicht selbst Maßnahmen durchsetzen, sondern lediglich Empfehlungen erteilen. In diesem Zusammenhang kritisiert NTSB-Präsident Sumwalt, dass Tesla bis heute nicht auf Empfehlungen reagiert habe, die die Behörde schon im Jahr 2017 zur Nutzung von Fahrassistenzsystemen herausgegeben habe. Während fünf andere Hersteller innerhalb der gesetzten Frist von 90 Tagen reagiert hätten (PDF), sei von Tesla bis heute keine Antwort auf das Schreiben gekommen. "Es ist schon 881 Tage her, dass diese Empfehlungen an Tesla geschickt wurden, und wir haben nichts gehört", sagte Sumwalt nach Angaben von The Verge.

Der ausführliche Abschlussbericht der Untersuchung soll in einigen Wochen veröffentlicht werden.

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 US-Unfallbehörde: NTSB gibt Tesla und Apple Mitschuld an tödlichem Unfall
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senf.dazu 01. Jul 2020

Ob man das (alleinige) orientieren der Lenkassistenten an einer weißen Linie auf der Stra...

Bonarewitz 29. Feb 2020

Gab es nun einen Vergleich oder schwadronierst du mal wieder irgendwas zusammen?

gentux 28. Feb 2020

Rausschauen auf die schönsten Schallschutzmauern Europas... das ist wahre Lebensfreude!

Drumma_XXL 28. Feb 2020

Schöne Anekdote aus einer Rechenzentrumsführung die ich mal bekommen habe. Da stehen die...



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