US-Stablecoin: EU erwägt öffentliche Blockchain für digitalen Euro

Die Europäische Union überdenkt ihre Strategie für den digitalen Euro, nachdem die USA umfassende Stablecoin-Gesetze(öffnet im neuen Fenster) verabschiedet haben. Erstmals stehe eine öffentliche Blockchain-Lösung zur Debatte, berichtete die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) .
Der US-Kongress verabschiedete im vergangenen Monat mit dem Genius Act(öffnet im neuen Fenster) Regulierungen für den 288 Milliarden US-Dollar schweren Stablecoin-Markt, der hauptsächlich Dollar-denominierten digitalen Tokens zugutekommt. Stablecoins müssen künftig vollständig mit US-Dollar oder -Staatsanleihen gedeckt sein und von Aufsichtsbehörden überprüft werden.
Insider aus EU-Kreisen berichten der Financial Times, Brüssel prüfe nun, ob der Zeitplan der EU für den digitalen Euro beschleunigt werden müsse. Bemerkenswert: Die EU erwägt erstmals den Einsatz öffentlicher Blockchains wie Ethereum oder Solana anstelle der ursprünglich favorisierten privaten Blockchain-Systeme.
Sorge um europäische Finanzautonomie wächst
Diese strategische Neuausrichtung spiegelt wachsende Bedenken hinsichtlich der europäischen Finanzautonomie wider. EZB-Vorstandsmitglied Piero Cipollone warnte bereits im April 2025 vor Risiken für die regionale Finanzstabilität(öffnet im neuen Fenster) durch die Dollar-Dominanz bei digitalen Währungen.
Dollar-gestützte Stablecoins könnten Euro-Einlagen zu US-Finanzinstituten abziehen und die internationale Rolle des Dollars weiter stärken. Große Kryptounternehmen wie Circle und Tether dominieren bereits den Markt. Traditionelle US-Banken wie Citi und JPMorgan Chase entwickelten eigene Stablecoin-Angebote, schreibt die Financial Times.
Der digitale Euro soll kostenlos in allen Euroländern nutzbar sein und physisches Bargeld ergänzen. Eine öffentliche Blockchain-Implementierung würde breiteren Handel und eine globale Verbreitung ermöglichen, wirft jedoch Datenschutzfragen auf, da Transaktionen öffentlich einsehbar wären.
Während China mit dem digitalen Yuan führend bei staatlichen Digitalwährungen ist, und Großbritannien ein digitales Pfund prüft, betont die EZB laut Financial Times, dass noch keine endgültigen Technologie-Entscheidungen getroffen worden seien.