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Kompetenzwirrwarr im US-Militär

Die Ziele der militärischen Raumfahrt der USA konzentrieren sich ganz auf die Unterstützung der Truppen auf der Erde. Diese wird seit 1982 auch auf der Kommandoebene der Streitkräfte organisiert. Die Kommandoebene plant und organisiert den Einsatz der Teilstreitkräfte, die ihrerseits dafür sorgen, dass sie das nötige Personal und die Ausstattung haben, um einsatzbereit zu sein und die Einsätze konkret durchführen.

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Um den Einsatz der Teilstreitkräfte zu koordinieren, gibt es im US-Militär eine weltumspannende Kommandostruktur, die sich derzeit in sechs geografische und vier funktionale Kommandos unterteilt. Die geografischen Kommandos überdecken die ganze Welt. Das US Northern Command und das US Southern Command teilen sich Nord- und Südamerika. Dazu kommen die Pacific, European und Africa Commands. Das US Central Command ist für den mittleren Osten von Ägypten bis Pakistan sowie für Zentralasien bis Kasachstan zuständig.

Die funktionalen Kommandos sind heute US Transportation Command, US Special Operations Command, US Cyber Command und US Strategic Command. Von 1985 bis 2006 gab es außerdem ein eigenes US Space Command, das dann aber wieder aufgelöst wurde. Stattdessen wird die Koordination des Militärs im Weltraum und einiges andere vom Air Force Space Command übernommen, das schon seit 1982 existiert.

Das Air Force Space Command steht zwischen den Institutionen

Unter dem Air Force Space Command dient seit 2009 auch die Truppe der 24. Airforce, die für Cyberkriegsführung zuständig ist. In dieser Funktion ist das Air Force Space Command aber nicht mehr dem Strategic Command unterstellt, sondern dem ebenfalls 2009 gegründeten US Cyber Command. Neben der Verbreitung von Information und Desinformation in Kriegsgebieten gehört zu den Aufgaben auch die Durchführung und Abwehr von Attacken, wie etwa der russischen Manipulationen im US-Wahlkampf 2016.

Die Gründung einer US Space Force wird nun nicht dazu dienen können, die Kommandostruktur der USA zu entwirren. Vielmehr ist es eine Reaktion auf Klagen, dass die Airforce die Raumfahrt hauptsächlich für ihre eigenen Zwecke zur Unterstützung der Luftwaffe betreibt, in zu vielen Teilen der Militärstruktur eingebunden ist und nicht das Potenzial der Raumfahrt ausnutzt. Das könnte dem Ziel der Dominanz im Weltraum unter Donald Trump aber im Wege stehen.

Der Vorschlag der Einführung der Space Corps aus dem Jahr 2017 sollte auch die Wiedereinführung des US Space Command umfassen. Der Plan scheiterte aber an Kompetenzkonflikten und der Befürchtung von organisatorischem Chaos, bei der gleichzeitigen Herauslösung des Space Corps aus der Air Force als auch des Space Commands aus dem Air Force Space Command. Vor allem dürfte aber der Ansehens- und Bedeutungsverlust der Air Force eine große Rolle gespielt haben.

Entmachtung der Airforce könnte ein Aspekt sein

Die Gründung der Space Force als eigenständige Teilstreitkraft, ohne Wiedereinführung des Space Commands, könnte zumindest einen Teil des Kompetenzgerangels umgehen. Ob es dazu kommt, ist keineswegs klar. Donald Trump kann die Gründung der Space Force lediglich vorschlagen, nur der US-Kongress kann sie durchführen und der letzte Versuch scheiterte genau daran. Donald Trump hofft wohl, diesen Vorschlag mit den derzeitigen Mehrheiten im republikanisch dominierten Kongress durchsetzen zu können. Allerdings werden am 6. November alle 435 Vertreter im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Mitglieder im Senat neu gewählt, die zusammen den US-Kongress bilden.

Egal ob in der neuen Space Force oder einem anderen Teil des US-Militärs, die vollständige Abschaffung der Kompetenzstreitigkeiten wird es wohl nie geben. Diese sind nicht nur hausgemacht, sondern durchaus auch erwünscht. Sich überschneidende Kompetenzen und Konkurrenz sind zwar ineffizient, aber sie stellen sicher, dass keine kleine Gruppe von Generälen als völlig unabhängige Einheit agieren und so an politische Macht gelangen kann. So kommt zumindest der Verdacht auf, dass hier auch gegen eine zu große Machtkonzentration in der Air Force vorgegangen werden soll.

Auf diese Weise kann sich der Commander-in-Chief des Militärs sicher sein, dass er an der Spitze der Kommandostruktur verbleibt, während er gleichzeitig das Militär innerhalb dieser Strukturen zu einer schlagkräftigen Armee ausbaut. Um einen Missbrauch dieser außerordentlichen Macht zu verhindern, stellt die Verfassung der USA sicher, dass der Commander-in-Chief selbst keine Kriege erklären darf. Das kann nur die Versammlung Repräsentanten und Senatoren im Kongress. Dazu ist es seit 1942 nicht mehr gekommen.

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 US Space Force: Planlos im Weltraum
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dmark 30. Jun 2018

Trump macht das schon...

Zim 26. Jun 2018

Wir saufen bis wir umfallen! Wir saufen bis wir umfallen! Wir saufen bis wir umfallen...

caldeum 26. Jun 2018

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teenriot* 25. Jun 2018

Laber keinen Scheiß. Die Fakten liegen klar auf der Hand. Mein Vorredner verbreitet eine...

Frank... 24. Jun 2018

Es klingt völlig falsch, aber genau deswegen steht es dort - mit Link zur Erklärung. Laut...


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