US-Sicherheitshilfe: Drohnenboote für die Ukraine

Nach Kamikazedrohnen für das Heer erhält die ukrainische Marine schwimmende Systeme. Sie könnten russischen U-Booten im Schwarzen Meer gefährlich werden.

Ein Bericht von Matthias Monroy veröffentlicht am
Ein Common Unmanned Surface Vehicle bei einer Militärübung 2011
Ein Common Unmanned Surface Vehicle bei einer Militärübung 2011 (Bild: United States Navy)

Die US-Regierung hat bereits mehrere Waffenpakete für die Ukraine beschlossen, mindestens drei davon enthalten Drohnen. Zunächst profitierte das ukrainische Heer von sogenannter herumlungernder Munition vom Typ Switchblade. Derzeit folgen mit der Phoenix Ghost ähnliche fliegende Waffensysteme, die noch mehr Zerstörung anrichten sollen. Und auch schwimmende Systeme werden geliefert.

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Die Drohnenboote sind Teil der von US-Präsident Joe Biden am 13. April angekündigten Sicherheitshilfen über 740 Millionen Euro. Sie sollten zur Verteidigung Küstengewässer vor der Krim eingesetzt werden, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby der Presse. Außerdem sollten die unbemannten Schiffe im Asowschen Meer eingesetzt werden, dessen Küsten - außer in Mariupol - nunmehr komplett von Russland kontrolliert werden.

Minenräumung und Bekämpfung von U-Booten

Unbemannte Wasserfahrzeuge werden als Unmanned Surface Vehicle (USV) bezeichnet. Mehrere Armeen setzen diese bereits ein, meistens zur Überwachung oder Aufklärung und mit nur leichter Bewaffnung. So patrouilliert etwa die israelische Marine mit dem Minensucher Protector der Firma Rafael vor ihren Küsten. Die auch ins Ausland verkaufte Seagull von Elbit soll auch zur U-Boot-Ortung genutzt werden können.

Welche Drohnenboote das ukrainische Militär aus den USA erhält und ob diese bewaffnet sind, wollte Kirby trotz mehrfacher Nachfragen nicht beantworten. Die US-Marine verfügt über den 40 Meter langen Katamaran Sea Hunter, der vom US-Rüstungskonzern Leidos gebaut wird und der angeblich auch Unterwasserbomben abwerfen kann. Allerdings handelt es sich bei dem Schiff um einen teuren Prototyp, auf den das US-Militär vermutlich nicht verzichten will.

Schnellboot mit Tarneigenschaften

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Wahrscheinlicher ist deshalb die Lieferung kleinerer Systeme wie das Common Unmanned Surface Vehicle der Firma Textron. Mit etwa zehn Metern Länge kann es zur Minenräumung oder zur Überwachung eingesetzt werden. In einer ähnlichen Größenordnung rangiert das unbemannte Schnellboot Mantas, das in Florida von Martac gefertigt wird. Es soll nach Angaben des Herstellers über Tarneigenschaften verfügen.

Auch bei den kleineren Drohnenbooten der US-Marine handelt es sich um Prototypen, die noch nicht endgültig im Alltagsbetrieb angekommen sind. Ihr Einsatz in der Ukraine hat dementsprechend auch für das US-Militär, das seine unbemannten Systeme erstmals in einem Krieg erproben kann, Pilotcharakter. Ein hochrangiger Beamter des Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte, sagte US-Medien zufolge, dass bereits einige ukrainische Militärs im Umgang mit dem System geschult worden seien.

Drohnenkrieg mit neuer Dimension

Bislang hat das ukrainische dem russischen Militär vor allem mit türkischen Kampfdrohnen empfindliche Verluste beigebracht. Weitere - auch kommerzielle - Flugdrohnen werden zur Kalibrierung von Angriffen mit Raketen oder Artillerie genutzt. Mit den USVs erhält dieser Drohnenkrieg in der Ukraine eine neue Dimension.

Es ist denkbar, dass die ukrainische Marine die schwimmenden unbemannten Systeme mit einer größeren Bewaffnung ausrüsten oder sie wie Kamikazedrohnen mit Sprengstoff beladen und ins Ziel steuern will. Attacken wie auf den Raketenkreuzer Moskau könnten damit aber vermutlich nicht gelingen, weil ein Drohnenboot vergleichsweise langsam unterwegs ist und von der gegnerischen Abwehr leicht zerstört werden kann.

Trotzdem dürfte die US-Lieferung bei der russischen Marine, die mit ihrer Schwarzmeerflotte über und unter Wasser die unbestrittene Hoheit im Schwarzen Meer innehat, für Verunsicherung sorgen.

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LeeRoyWyt 08. Mai 2022

Hm, da scheint ja dann die Rückkopplung Regierung / Volk gut zu funktionieren, oder? /S

LeeRoyWyt 08. Mai 2022

Wieso? Der OP fängt schon völlig unsachlich und einseitig an. Eigentlich hätte der...

M.P. 28. Apr 2022

Es wäre durchaus nicht das erste U-Boot mit nuklearer Bewaffnung und - Antrieb, welches...

Dwalinn 28. Apr 2022

Man muss das den Leuten leider immer wieder sagen die sich ans Golems Spruch "IT News für...



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