US-Regierung: Windräder gelten als Gefahr für die nationale Sicherheit
Wie mehrere US-Medien berichten, darunter Axios(öffnet im neuen Fenster) und Ars Technica(öffnet im neuen Fenster), sind seit August 2025 insgesamt 165 Projekte für neue Windkraftanlagen an Land gestoppt worden. Gemeinsam hätten sie eine Leistung von 30 Gigawatt, was fast der Hälfte der in Deutschland und einem Fünftel der in den USA installierten Leistung aus Windkraft entspricht.
Vor dem Aufbau benötigen Windparks in den USA eine Freigabe durch das US-Verteidigungsministerium. Die Anlagen machen ein Update der Radarsysteme notwendig, wofür bis letztes Jahr lediglich eine feste Gebühr verlangt wurden. Insgesamt soll der Prozess bis dahin wenige Tage gedauert haben.
Ars Technica schreibt, die Kommunikation mit dem US-Verteidigungsministerium habe sich seitdem grundlegend verändert. Entweder sei keine Kommunikation mit dem Ministerium möglich, vereinbarte Treffen seien abgesagt wurden, mündliche Zusagen nicht verschriftlicht worden. Außerdem sei der Status risikofrei bei mindestens 50 Projekten wieder aufgehoben worden.
Windkraft besonders im Fokus
Im April 2026 soll das Verteidigungsministerium den Projektverantwortlichen schriftlich mitgeteilt haben, dass der Genehmigungsprozess für Windräder überarbeitet wird, vor allem im Hinblick auf die Gefährdung der nationalen Sicherheit.
Insgesamt fügt sich das Vorgehen in das Handeln der US-Regierung gegen die Errichtung neuer Windparks. Mehrere Windkraftprojekte auf See wurden bereits gestoppt, indem die Genehmigung zurückgezogen wurde, ebenfalls begründet mit der nationalen Sicherheit. Mittlerweile wurde das Vorgehen durch verschiedene Gerichtsurteile für illegal erklärt.
Parallel wurde zum Beispiel an den Erdölkonzern Total eine bereits gezahlte Pachtgebühr für Windenergie in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar zurückgegeben, damit dieser in Öl- und Gasprojekte investiert. US-Präsident Donald Trump hatte bereits mehrfach betont, dass er den Ausbau der Windkraft in den USA komplett stoppen will.
Rechtlich mindestens wackelig
Weil zahlreiche Versuche, Windparks und ähnliche Projekte durch Auflage oder veränderte Genehmigungsverfahren zu stoppen, mittlerweile vor Gericht gescheitert sind, dürfte der Weg über das US-Verteidigungsministerium das nächststärkere Mittel sein, um den Ausbau der erneuerbaren Energie zu bremsen. Das vermutet Kit Kennedy von der gemeinnützigen Naturschutzorganisation Natural Resources Defense Council.
Der Vorsitzende der American Clean Power Association formuliert es pragmatischer: "Die Tatsache, dass die Regierung privaten Landbesitzern wirtschaftliche Aktivität und damit eine Gewinnerzielung auf ihrem eigenen Land verbietet, lässt sich schwer mit konservativen Werten vereinbaren."
- Anzeige Hier geht es zu The Apprentice - The Trump Story bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



